Twitter-Aktion trifft Peter Altmaier
Für einen echten Atomausstieg
Hunderte Twitter-User haben Peter Altmaier vom 6. bis 8. Juni diese Nachricht geschickt: "Lieber @peteraltmaier, warum wollen Sie mich 10 weitere Jahre dem Risiko eines Super-GAU aussetzen?" Der Tweet war mit einem Link auf diesen öffentlichen Brief an den Bundesumweltminister verbunden. Eine Erinnerung daran, dass der Atomausstieg in Deutschland noch lange nicht vollzogen ist und wir bis Ende 2022 täglich weiterhin mit dem Risiko leben müssen.
Peter Altmaier reagierte mehrmals auf Tweets und verschiedene Medien berichten über diese neue Form des Onlineprotests. Was Altmaier leider nicht begriffen hat: Diese Aktion war kein SPAM, sondern ein legitimer Protest im Netz. Jede Nachricht wurde individuell verschickt. Das Netz ist ein öffentlicher Raum wie jeder andere auch. Auch hier muss es deshalb erlaubt sein, gegen falsche politische Entscheidungen zu demonstrieren.
Aktionsbericht
Atomkraft ist kein Thema mehr. Das dachte wohl der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU), bis wir am Mittwoch, 6. Juni 2012, um 13:48 Uhr folgenden Tweet verschickten:
Binnen weniger Stunden folgen zahlreiche TwitternutzerInnen diesem Aufruf und senden über die Seiten von .ausgestrahlt folgenden Tweet an den Bundesumweltminister:
Neben dieser vorformulierten Nachricht verbreiten sich rasch eigene Tweets, welche wieder von anderen Usern aufgegriffen wurden.
Altmaier reagiert
Noch am selben Abend reagiert Peter Altmaier erstmals und twittert um 18:25 Uhr:
Warum die Aktion für die Erneuerbaren nicht hilfreich ist, mag er nicht erläutern. Entsprechend reagieren viele der angesprochenen Twitterer mit Unverständnis:
Altmaier versucht Debatte zu beenden
Um 22:57 Uhr versucht Altmaier dann erneut, die Debatte zu beenden und schreibt:
Wir trauen dem Bundesminister aufgrund seiner Konstitution durchaus zu, Einiges zu verputzen. Aber sollte das AKW-Thema wirklich gegessen sein, hat er neun Atomkraftwerke und den Atommüll vergessen. Wie ein User anmerkt, spricht der Minister aber endlich von Atom(AKW)- und nicht von Kernkraftwerken:
Altmaier bezeichnet Protest als Spam
Bis zum nächsten Morgen werden es immer mehr Tweets. Am Ende sind es so viele, dass Peter Altmaier wohl den Überblick verliert. Hilflos versucht er, dem Protest die Legitimation abzusprechen, und bezeichnet die Twitter-Nachrichten als Spam:
Dieser Vergleich kommt überhaupt nicht gut an. Entsprechend hagelt es Kritik:

Traditionelle Medien greifen das Thema auf
Einige hunderte Tweets später greifen auch Online- und Printmedien das Thema auf und berichten über den "Twitter-Tsunami", der über Altmaier hereinbricht:
- Welt Online: Altmaier wehrt sich gegen Twitter-Flut
- Taz: Twitter-Minister Altmaier stillgelegt
- FTD: Der heiße Draht der Politik
- ORF: Rivalitäten und Wutausbrüche
Vorläufiges Ende der Aktion
Am Freitag, 8. Juni 2012, haben wir die Aktion um 12 Uhr beendet. Bundesumweltminister Peter Altmaier hat es nun hoffentlich verstanden: Der Atomausstieg ist weiterhin ein Thema. Ein Ausstieg erst Ende 2022 ist unverantwortlich. Damit er das nicht vergisst, kannst Du ihm weiterhin persönliche Nachrichten über seinen Account bei Twitter zukommen lassen. Bei nächster Gelegenheit wird es auch wieder eine Aktion geben, an der Du Dich beteiligen kannst. Bis dahin kannst Du:
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