Fragen und Antworten
Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Infos rund um Castor, Gorleben und die geplanten Aktionen zusammengestellt.
Was ist ein Castor?
Ein 120 Tonnen schwerer Metallbehälter, befüllt mit hochradioaktivem Atommüll in festem Zustand. Flüssige und gasförmige Abfälle werden entweder direkt in Luft und Wasser abgelassen oder zuvor in feste Form gebracht. Die Castor-Behälter aus La Hague (der aktuelle Transport) enthalten eine in Glas eingeschmolzene und dadurch verfestigte hochradioaktive "Atomsuppe". Gasbildung im Behälter ist möglich (und zumindest in Atommüllfässern auch schon vorgekommen). Im Endlager werden alle Behälter irgendwann undicht werden. Kommt dann Wasser ins Spiel, werden radioaktive Substanzen ausgewaschen und entsprechend in der Umwelt verteilt.
Die Castoren werden per Bahn und Tieflader transportiert und für bis zu 40 Jahre in oberirdischen Hallen untergestellt. Solche Zwischenlagerhallen stehen in Gorleben, Ahaus, Lubmin sowie an fast allen AKW-Standorten.
Worum geht es in Gorleben?
Wenige hundert Meter neben der Lagerhalle, in der bisher 91 Castor-Behälter stehen, baut die Bundesregierung seit dem 1. Oktober den Salzstock Gorleben weiter zum Endlager aus – obwohl seit Jahrzehnten bekannt ist, dass er dafür denkbar ungeeignet ist. Das Salz hat u.a. direkten Kontakt zum Grundwasser. Die Untertagearbeiten sollen der Öffentlichkeit vorgaukeln, es werde an der Lösung des Entsorgungsproblems gearbeitet. Jeder Castor-Transport nach Gorleben erhöht die Gefahr, dass der unsichere Salzstock schließlich doch mit Atommüll befüllt wird. Die Asse hat gezeigt, wozu das führt. Mehr zu Gorleben...
Worum geht es politisch?
In diesem Jahr geht es vor allem um Gorleben. Denn die Bundesregierung will mit einem Endlagersuch-Gesetz Fakten schaffen und Gorleben als Atommüll-Endlager zementieren. Doch unser Protest kann den entscheidenden Unterschied machen, dass das Endlager-Projekt im Wendland doch noch kippt... Und mehr noch: Wenn die strahlende Fracht durchs Land gefahren wird, wird mehr denn je sichtbar, dass es keine Lösung für das Atommüll-Problem gibt. Der Protest gegen den Castor ist deswegen immer auch Protest gegen den Weiterbetrieb der AKW.
Was ist das Besondere an Gorleben?
Der Streit um Gorleben dauert seit über 33 Jahren an. In der ehemals konservativen Region, die nicht das Atomklo der Nation werden will, geht der Widerstand durch alle Bevölkerungsschichten. Das Besondere: WendländerInnen geben niemals auf. Selbst zu Zeiten, in denen bundesweit kaum noch jemand gegen Atomkraft auf die Straße ging, kam der Widerstand hier nicht zum erliegen. Und der Protest ist nicht verbissen und engstirnig, sondern kreativ und lebensbejahend. Etliche in Gorleben geplante Atomanlagen konnten bereits verhindert werden. Und der Streit um das Endlager-Projekt ist noch lange nicht entschieden. Mehr...
Wie sollen der Transport und die Protestaktionen verlaufen?
Am Mittwoch, den 23. November um 16.00 Uhr ist im französischen La Hague ein Zug mit Castoren voller Atommüll gestartet. Per Zug werden die Castor-Behälter bis Dannenberg im Wendland transportiert und dort von den Bahnwaggons auf Straßen-Tieflader umgepackt. Von Dannenberg aus passiert der Transport die letzten 20 km bis Gorleben auf der Straße. Theoretisch könnte der Zug mit dem Atommüll schon vor der für Samstag geplanten Großdemonstration in Dannenberg eintreffen. Es gibt aber auch Informationen, nach denen die Polizei für die Strecke in Deutschland optional einige längere Zwischenstopps eingeplant hat. Auch in Frankreich rechnen die Transporteure mit Verzögerungen, deshalb wurde die Abfahrt vorverlegt. Die aktuellsten Neuigkeiten zum Castortransport findest Du im Castor-Ticker.
Es gibt Aussagen von Polizei und niedersächsischem Innenministerium, dass der Transport am Sonntag, 27. November, Dannenberg erreicht und am Montag in den frühen Morgenstunden in Gorleben ankommt. Aber auch eine frühere Ankunft in Dannenberg ist theoretisch möglich. In jedem Fall ist wichtig zu bedenken, dass es meist zu massiven Verspätungen kommt, da AtomkraftgegnerInnen den Transport immer wieder unterwegs aufhalten.
Die genaue Route, die der Castor nehmen wird, ist im Vorfeld nicht bekannt. Das französischen Anti-Atom-Netzwerk Réseau Sortir du Nucléaire hat den Fahrplan und die geplanten Routen des Zuges auf französischen Strecken veröffentlicht. Eine interaktive Übersicht über alle deutschen Transportstrecken nach Gorleben seit 1995 findest du hier.
Die verschiedenen Protest-Aktivitäten starten ebenfalls bereits Tage bevor die Castoren im Wendland erwartet werden. Viele Aktionen haben einen festen Termin und werden in jedem Fall zur angekündigten Zeit stattfinden: So wird die Großdemo in Dannenberg in jedem Fall am Samstag, 26.11., um 12.30 Uhr beginnen. Eine Übersicht über die bereits jetzt terminierten und angemeldeten Protest-Aktionen findest Du hier.
Die meisten Widerstands-Aktionen, bei denen AktivistInnen den Castor-Zug direkt aufhalten wollen, richten sich natürlich nach dem Zeitplan des Zuges. Die verschiedenen Aktionen könnten dann in etwa so ablaufen: Die Blockade in Süddeutschland wird voraussichtlich am Freitag stattfinden. Die Aktionen auf der Schienenstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg würden am Sonntag tagsüber, die Blockaden auf der Straßenstrecke zwischen Dannenberg und Gorleben am späten Sonntag und Montag ablaufen. Bitte beachte unbedingt, dass dieser Zeitplan nur eine grobe Orientierung liefert, der tatsächliche Ablauf kann sich auch stark verschieben! Einen Überblick über die verschiedenen Widerstands-Aktionen bekommst Du hier.
Wenn Du Dich an den Protest- und Widerstandsaktionen beteiligen willst, solltest Du in jedem Fall genug Zeit zur Vorbereitung einplanen und früh genug anreisen, möglichst schon am Mittwoch oder Donnerstag! Wer erst am Samstag ankommt, könnte anders als in den vergangenen Jahren für einige Aktionen unter Umständen zu spät kommen.
Wie kann ich mich an Protest und Widerstand beteiligen?
Politisch wirksam ist rund um den Castor-Transport Verschiedenes:
- Möglichst viele Menschen, die sich an der zentralen Großdemo beteiligen.
- Möglichst viele Menschen, die auch während der Transporttage im Wendland demonstrieren.
- Möglichst viele Menschen, die sich an Aktionen des Zivilen Ungehorsams beteiligen und damit zeigen, dass sie den Vollzug der verantwortungslosen Atompolitik nicht einfach geschehen lassen (mehr dazu in diesem Interview).
Wer also nur einen Tag Zeit hat, sollte am 26.11. zur bundesweiten Großdemo nach Dannenberg kommen. Wer kann, sollte nach der Demo bleiben und kann an den Tagen danach an vielen weiteren Aktionen teilnehmen. Wer sich gründlich auf die Aktionen vorbereiten möchte, kann schon ab dem 24.11. anreisen. Wer gar nicht kommen kann, sollte zu Hause LeserInnen-Briefe an die Zeitung schreiben oder – wenn möglich – etwas zur Finanzierung der Proteste spenden.
Was ist am 26.11. in Dannenberg geplant?
Am Castor-Samstag soll es einen Sternmarsch nach Dannenberg geben, der um 12.30 Uhr beginnen wird. Der Treffpunkt für die große Abschlusskundgebung wird dann auf einer großen Fläche in Dannenberg sein. Dort wird es eine große Bühne mit Musik, Reden und Kinderprogramm geben. .ausgestrahlt wird mit einem Infostand vor Ort sein, wenn Du noch Fahnen, Buttons & co brauchst - dort findest Du (fast) alles.
Achtung: Auch wenn die Demo erst um 12.30 Uhr beginnt, empfehlen wir Gruppen, die mit dem Bus anreisen, bereits um 12 Uhr an den Startpunkten des Sternmarschs in Dannenberg zu sein, da die Straßen nach Dannenberg erfahrungsgemäß stark frequentiert sind. Auch alle anderen, die per Pkw oder Fahrrad kommen, sollten daher einen Zeitpuffer einbauen.
Je nachdem, wie lange der Castor-Transport für den Weg ins Wendland braucht, könnten einige der Widerstands-Aktionen auf der Schienenstrecke zwischen Lüneburg und Dannenberg auch schon am Samstag stattfinden. Mehr zum zeitlichen Ablauf des Transports hier.
Ist es gefährlich, an der Demo teilzunehmen?
Nein! Die Veranstaltung ist angemeldet und legal. Die WendländerInnen beteiligen sich daran mit Kind und Kegel. Es wird auf dem Kundgebungsplatz extra einen großen Kinderbereich geben. Bisher gab es zwölf Castor-Transporte nach Gorleben und zwölf Großdemonstrationen. Bei keiner davon gab es nennenswerte Zwischenfälle. Die martialischen Fernsehbilder von Polizeieinsätzen sind nicht bei diesen Demos entstanden.
Wie komme ich nach Dannenberg?
Aus vielen Städten wird es Busse geben, die direkt nach Dannenberg zur Großdemo fahren. Infos, wie auch Du einen Bus organisieren kannst und von wo überall Busse fahren, findest Du hier.
Dannenberg ist am 26.11. nicht mit der Bahn zu erreichen, da die Bahnlinie Lüneburg–Dannenberg schon Tage vor dem Transport für den normalen Zugverkehr gesperrt wird. Plane Deine Anreise daher am besten ohne Zugverbindungen. Die Anreise mit dem Privat-PKW macht Sinn, wenn Du über den 26.11. hinaus im Wendland bleiben willst, um dort mobil zu sein. Wer nur zur Demo kommt, sollte wenn möglich nicht mit PKW anreisen, da es sonst zum Verkehrs-Chaos kommt. Eine Übersicht über alle Busse und andere Mitfahr-Möglichkeiten nach Dannenberg gibt es hier.
Ich möchte den Castor blockieren. Wie geht das?
Für die Castor-Tage sind im Wendland drei große öffentliche Widerstandsaktionen angekündigt: Die Initiativen "X-tausendmal quer", "WiderSetzen" und "Castor Schottern" bereiten verschiedene Aktionen vor, mit denen der Atommüll-Transport aufgehalten werden soll. Auch in Süddeutschland wird es eine Blockade auf der Castor-Strecke geben. Wenn Du an einer der Blockaden teilnehmen möchtest, solltest Du Dich im Vorfeld gut informieren und zum Beispiel mit einem Training auf die Aktion vorbereiten. Einen ersten Überblick über die verschiedenen Aktionsformen gibt es hier.
Welche "legalen" Protest-Aktionen gibt es?
Während des Transports gibt es ein Demonstrationsverbot auf der Transportstrecke. Die verschiedenen Aktionen Gewaltfreien Widerstands widersetzen sich diesem Verbot. Aber außerhalb dieser Verbotszone finden viele angemeldete Veranstaltungen statt, an denen sich jede/r beteiligen kann. Wer also gegen den Castor protestieren will, aber dabei keine Verbote übertreten möchte, hat ganz viele Möglichkeiten dazu:
- Hier findest du eine (unvollständige) Auflistung von ganz legalen und angemeldeten Aktionen, die während des Castor-Transports im Wendland stattfinden.
- Viele der Blockade-Aktionen brauchen Unterstützung von Menschen, die nicht mitblockieren. Wer zu den Aktionen dazukommt und sie als Zuschauer begleitet, kann eine große Hilfe sein, weil viel Öffentlichkeit die anwesenden PolizistInnen daran erinnert, dass sie sich verhältnismäßig verhalten müssen. Auch sonst freuen sich die einzelnen Aktionsgruppen meist über jede helfende Hand. Melde dich am besten schon im Vorfeld per Mail bei der Gruppe, die du unterstützen möchtest, und biete deine Hilfe an.
- In den vielen Camps und Küchen braucht es die ganze Zeit über viele MithelferInnen: Damit alle eine warme Suppe bekommen, muss viel Gemüse geschnippelt werden. Hier bist du jederzeit willkommen und musst dich auch nicht extra anmelden.
Wo kann ich im Wendland unterkommen?
Es wird mehrere Camps entlang der ganzen Transportstrecke geben und unzählige private Quartiere in der ganzen Region. In den Camps kannst du Dein eigenes Zelt aufstellen und bekommst Infos und Verpflegung. In einigen Camps stehen auch begrenzte Zelt-Kapazitäten für Leute bereit, die kein eigenes dabei haben. Alle Infos zur Unterkunft im Wendland gibt's hier.
Wie bleibe ich während der Castor-Tage gut informiert?
Um dich im Wendland gut zurecht zu finden, ist es wichtig, immer auf dem Laufenden zu sein: Wo findet gerade welche Aktion statt? Wo ist der Castor gerade? Wo wird noch Hilfe gebraucht und wo schmeckt die Suppe besonders gut? Es gibt verschiedene Info-Kanäle, die du nutzen kannst:
- Der Castor-Ticker ist ein Online-Service, der von einer Info-Zentrale mit den aktuellsten News zum Fahrplan des Transports und zu den verschiedenen Aktionen im Wendland bestückt wird. Der Ticker startet kurz bevor der Transport in Frankreich losfährt, voraussichtlich also etwa ab dem 23.11. Du kannst ihn auf http://castorticker.de lesen oder auch über Twitter unter http://twitter.com/castorticker empfangen.
- Über den SMS-Verteiler im Wendland bekommst du die wichtigsten Informationen (etwa 20 SMS über die ganze Zeit) auf dein Handy zugeschickt. Hier kannst du dich online dafür eintragen. Weil dieser SMS-Dienst sehr teuer ist, wäre es toll, wenn du etwas spenden kannst, wenn du ihn nutzt.
- Das Info-Telefon der BI Lüchow-Dannenberg sammelt alle wichtigen Informationen. Hier kannst du während der Protest-Tage rund um die Uhr anrufen: 05861 - 800 7 666.
- Das Radio Freies Wendland überträgt direkt aus Dannenberg und sendet Neuigkeiten zum Transport und zu Widerstands-Aktionen. Bring daher unbedingt ein Radio oder Zubehör zum Radiohören auf deinem Handy mit! Du empfängst das Widerstands-Radio im Wendland auf der Frequenz von Radio Zusa unter UKW 89,7 MHz. Die genauen Sendezeiten, einen Livestream und die Frequenzen außerhalb des Wendlandes findest du hier.
- Der zentrale Info-Punkt im Wendland ist die "Esso-Wiese" in Dannenberg, so genannt, weil sie direkt gegenüber von der Esso-Tankstelle in Danneberg liegt. Dort kannst du im großen Info-Zelt immer erfahren, was gerade los ist und auch noch Schlafplätze vermittelt bekommen.
- Viele Menschen werden aus dem Wendland twittern. Das sind zwar dann nicht immer bestätigte Informationen, aber sie können helfen, einen Überblick zu bekommen. Um über den Castor informiert zu bleiben, kannst du z.B. diesen Twitter-Accounts folgen: http://twitter.com/castorticker und http://twitter.com/castor_2011. Wichtige Hashtags (Schlagwörter) sind #Castor und #AntiAKW. Nutze sie am besten auch, wenn du selbst twitterst.
- Verschiedene Websites werden auch während des Castor-Transports ständig aktuell sein: Viele Informationen findest du auf www.gorleben-castor-2011.de, einiges auch hier auf www.ausgestrahlt.de. Filmberichte und Livestreams aus dem Wendland gibt es bei www.graswurzel.tv und http://castortv.de.
Gibt es auch Aktionen in Süddeutschland?
Der Castor-Transport wird am Donnerstag, den 24. oder Freitag, den 25.11. am französisch-deutschen Grenzübergang zwischen Lauterbourg und Wörth (Rheinland-Pfalz) erwartet. Auch dort ist eine massenhafte Blockadeaktion geplant.




Aufkleber und mehr
Rundbrief bestellen