Protest-Chronik
Fukushima heißt: sofort abschalten!
Am Freitag, 11. März, begann im japanischen AKW Fukushima eine Reaktorkatastrophe dramatischen Ausmaßes. Hunderttausende reagierten in den folgenden Tagen und Wochen mit Entsetzen und Trauer - und mit der entschlossenen Forderung nach der endgültigen Stilllegung der AKW in der Bundesrepublik. Eine Chronik des Protests:
12. März: 60.000 Menschen, 45 Kilometer Menschenkette
Zwischen dem AKW Neckarwestheim und der baden-württembergischen Landeshauptstadt Stuttgart bildeten 60.000 Menschen eine 45 Kilometer lange Menschenkette. Mehr Fotos und unser Film von der Kette...
14. März: 110.000 Menschen, 450 Mahnwachen
Knapp 48 Stunden nachdem .ausgestrahlt zu Mahnwachen als Reaktion auf die nukleare Katastrophe aufgerufen hatte, gingen bundesweit mehr als 110.000 Menschen in 450 Städten auf die Straße.
19. und 20. März: 95.000 Menschen, Aktionen in vielen Städten
In zahlreichen Städten fanden eine Woche nach Beginn der Katastrophe im AKW Fukushima Demonstrationen, Kundgebungen und andere Aktionen statt: In Hannover etwa demonstrierten 10.000 Menschen, 3.000 in Biblis und weitere 10.000 Menschen aus der Schweiz, Frankreich und Deutschland trafen sich in der Nähe des französischen AKW Fessenheim. Insgesamt protestierten an diesem Wochenende 95.000 Menschen in 18 Städten.
21. März: 140.000 Menschen, 726 Mahnwachen
Mehr als 140.000 Menschen im gesamten Bundesgebiet bekundeten ihre Solidarität mit den Menschen in Japan und demonstrierten für den Atomausstieg bei 726 Mahnwachen, zum Beispiel auf Amrum, in Eisenach, Bad Tölz, Kehl und Nordhorn.
26. März: 250.000 Menschen, Großdemos in vier Städten
Insgesamt mehr als 250.000 Menschen gingen am 26. März in den vier Großstädten Hamburg, Köln, München und Berlin auf die Straße. Die klare Forderung: Alle AKWs abschalten. Noch nie haben in der Bundesrepublik so viele Menschen gleichzeitig gegen Atomkraft demonstriert. Ein Video und Bilder von den Demos kannst Du hier sehen.
April: Zehntausende Menschen, Montags-Aktionen in hunderten Städten
In hunderten Städten überall in der Bundesrepublik fanden im April, wie schon an den vorherigen Montagen seit Beginn der Katastrophe, montags Mahnwachen und andere Aktionen statt. Bilder von den Aktionen gibt es hier. In vielen der Städte finden die Montags-Aktionen weiterhin jede Woche statt. Mehr dazu...
25. April: 140.000 Menschen, 25 Jahre Tschernobyl, Großproteste an zwölf Atomstandorten
Fast genau 25 Jahre nach dem Super-GAU in Tschernobyl protestierten am Ostermontag mehr als 140.000 Menschen an zwölf Atomstandorten, um der Opfer der Katastrophen von Tschernobyl und Fukushima zu gedenken und die Bundesregierung noch einmal nachdrücklich aufzufordern, die AKW sofort und endgültig abzuschalten. Die Proteste gestalteten sich überaus bunt und vielfältig.
Mai: weiterhin Zehntausende Menschen bei Montags-Aktionen
Die wöchentlich stattfindenden Montags-Aktionen für den sofortigen Atomausstieg sind mancherorts bereits fest etablierte Protest-Termine. Regelmässig finden sich in über 400 Orten insgesamt mehrere Zehntausende ein, um Montags, aber auch an anderen Tagen, der Regierung ein eindeutiges Signal zu senden: Auch trotz Moratorium, Ethikkommission und Abschaltplänen schauen wir euch genau auf die Finger und lassen nicht locker!
28. Mai: 160.000 Menschen bei mehr als 20 Großdemonstrationen
Atomkraft Schluss! forderten am 28.05. bei bundesweiten Großdemonstrationen 160.000 Menschen gleichzeitig in mehr als 20 Städten. Bei Demonstrationszügen und Kundgebungen trafen über ganz Deutschland verteilt AtomkraftgegnerInnen zusammen, um nochmal lautstark ihren Forderungen Ausdruck zu verleihen. Mit den zweitgrößten Anti-Atomprotesten in der Geschichte der Anti-AKW-Bewegung wurde noch einmal deutlich der Druck auf die Regierung erhöht, der Forderung der BürgerInnen nachzugehen und einen schnellen Ausstieg zu realisieren.
18.-19. Juni: 24-Stunden-Blockade des AKW Brokdorf
Mehr als 200 AktivistInnen der Initiative X-tausendmal quer haben von Samstag, den 18. Juni in der Frühe bis Sonntagmorgen, den 19. Juni beide Tore des AKW Brokdorf mit gewaltfreien Sitzblockaden abgesperrt. Der Meiler ist zur dieser Zeit für Revisionsarbeiten vom Netz und soll laut Bundesregierung noch mindestens zehn Jahre weiterlaufen. Bilder und Informationen bei x-tausendmal quer.
11. Juli: Montags-Aktionen mit Sekt und Selters
Nach vier Monaten des wöchentlichen Protestes in hunderten Orten mit Tausenden Menschen stand die letzte aktiv von .ausgestrahlt unterstützte Montags-Aktion unter dem Motto "Sekt oder Selters" (Foto aus Korbach) - Sekt für die bereits abgeschalteten Reaktoren, Selters für die, die noch abgeschaltet werden müssen (mehr dazu hier). In vielen Orten sind die Mahnwachen nun vorbei, in welchen Orten weitergemacht wird, siehst du hier.
Außerdem: Unzählig viel mehr
In vielen Orten fanden und finden Aktionen statt, die wir hier nicht mit aufführen konnten, von zahlreichen Demos und Mahnwachen kennen wir keine Details oder erfuhren gar nicht von ihnen. Weitere Aktionen, die geplant werden, können hier eingetragen und bekannt gemacht werden.





