Das Gorleben-Komplott
Wer den maroden Salzstock mittels „vorläufiger Sicherheitsanalyse“ zum Endlager machen will

Offiziell soll die „Vorläufige Sicherheitsanalyse Gorleben“ (VSG) nur zeigen, ob und wie der Salzstock Gorleben als Atomendlager geeignet ist. Tatsächlich wird die millionenteure Studie laut Regierung ein „wesentlicher Beitrag“ für die Genehmigung des Endlagers sein – wenn sie den maroden Salzstock für geeignet erklärt. Davon aber ist auszugehen, angesichts ihrer Autoren:

Gesellschaft für Reaktorsicherheit (GRS)
Traditionell atomfreundlich. Leitet die VSG in Abstimmung mit dem Umweltministerium. Verantwortlich dort: Atomlobbyist Hennenhöfer, dem schon in Morsleben und Asse II die Sicherheit der Bevölkerung schnuppe war.

Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR)
Dem atomfreundlichen Bundeswirtschaftsministerium unterstellt. Wischt seit Jahrzehnten kritische Forschungsergebnisse zu Gorleben vom Tisch. Soll auf Basis eigener Berichte, die Gorleben immer für sicher erklärten, die Langzeitsicherheit des Salzstocks bewerten.

DBE TECHNOLOGY GmbH
Mehrheitlich in Hand der AKW-Betreiber. Muttergesellschaft DBE baut unterm Deckmantel der „Erkundung“ den Salzstock Gorleben zum Endlager aus.

Institut für Endlagerforschung der TU Clausthal
Finanziert von der Gesellschaft für Nuklear-Service (GNS), die den AKW-Betreibern gehört und verantwortlich für alle Castor-Transporte ist.

Karlsruher Institut für Technologie/Institut für Nukleare Entsorgung (KIT/INE)
Früher: Kernforschungszentrum Karlsruhe (KfK). Drängte die Regierung in den 1960ern dazu, Asse II als Atomklo zu nutzen. Pries die einsturzgefährdete Grube jahrzehntelang als mustergültiges Endlager und Pilotprojekt für Gorleben.

international nuclear safety engineering GmbH (NSE)
Alleiniger Gesellschafter: Bruno Thomauske (siehe unten). Soll für 806.820 Euro die wichtigsten geologischen und Sicherheits-Fragen in Gorleben beantworten.

Bruno Thomauske
Physiker und Atomlobbyist, von 1988 bis 2003 bei PTB/BfS für das Endlagerprojekt Gorleben verantwortlich. Hält den maroden Salzstock für sorgfältig ausgewählt und fraglos geeignet. Setzt 1997 über die fachlich zuständigen Geologen und deren Einwände hinweg dessen weitere Erkundung durch. Ab 2003 und bis zu den Störfällen 2007 Chef der Vattenfall-AKW Krümmel und Brunsbüttel. Heute Lehrstuhl für „nuklearen Brennstoffkreislauf“ an der RWTH Aachen – gesponsort von RWE.

 

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