2. bis 8. März 2009: Bundesweite Aktionswoche gegen das AKW Belene und RWE

Hintergrundinformationen kompakt

Umweltorganisationen halten das im bulgarischen Belene geplante Atomkraftwerk (AKW) für eines der gefährlichsten Atomkraftwerke, das derzeit in Europa geplant wird. Sie verweisen auf die bewegte Geschichte des Vorhabens, das Anfang der achtziger Jahre konzipiert und nach der Demokratisierung Bulgariens zunächst eingestampft wurde. 1983 warnten selbst sowjetische Wissenschaftler vor dem Bau eines Atomkraftwerks an diesem Standort. Schließlich ist die Region um Belene 1977 von einem starken Erdbeben erschüttert worden und nur wenige Kilometer vom geplanten AKW-Standort sind viele Gebäude zusammengestürzt und 120 Menschen umgekommen.

Auch der ehemalige Chef der bulgarischen Atomaufsicht, Dr. Georgui Kastchiev, kritisiert das Projekt. Er berichtet, dass er im Juni 2008 RWE eindringlich vor einer Investition in Belene gewarnt habe. „Belene stellt ein nicht tolerierbares Sicherheits- und Umweltrisiko dar. Die fehlende Betriebserfahrung mit dem geplanten Reaktortyp, der Mangel an qualifiziertem Personal und effektiven Kontrollen wird zweifellos zu schlecht ausgeführten Bauarbeiten führen," sagt er. „Wenn man das hohe seismische Risiko der Bauregion und die mangelnden Sicherheitsstandards in Bulgarien zusammenzieht, kann man nur zu einem Schluss kommen: Dieses Projekt darf nicht weitergeführt werden."

Für den Bau des Kraftwerks werden sieben Milliarden Euro veranschlagt. Davon soll RWE 1,275 Milliarden Euro als Eigenkapital und weitere 280 Millionen Euro als Kredit einbringen. Zuvor muss allerdings die geplante Investition vom RWE-Aufsichtsrat abgesegnet werden.


Mehr Informationen dazu bei der Umweltorganisation urgewald.