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Freitag, 30. Juli 2010
Die Idee von .ausgestrahlt

Atomkraft? Nein Danke! Wir sind davon überzeugt, dass der Betrieb von Atomanlagen ein schwerwiegendes Unrecht ist, weil er Mensch und Umwelt schädigt. Wir streiten für eine Energiewende – für eine nachhaltige, zukunftsfähige und umweltschonende Energieversorgung ohne Atomkraft.
.ausgestrahlt will ...
- die Verlängerung der AKW-Laufzeiten verhindern;
- die Stilllegung aller Atomreaktoren;
- die Mehrheit gegen Atomkraft sichern und sichtbar machen;
- Alternativen zur Atomkraft bekannter machen;
- Atomkraftwerke abschalten.
.ausgestrahlt ist ...
eine Mitmach-Kampagne. Wir ermutigen möglichst viele Menschen, für einen wirklichen Atomausstieg aktiv zu werden. Gegen ein Comeback der Atomenergie setzt .ausgestrahlt auf die Renaissance der Anti-Atom-Bewegung.
Die Mehrheit der Menschen ist gegen Atomkraft. Doch die Mehrheit schweigt. Viele AKW-GegnerInnen fühlen sich in dieser Rolle weder von einer Partei noch von einem Umweltverband vertreten. .ausgestrahlt unterstützt AtomkraftgegnerInnen, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen.
.ausgestrahlt macht vielfältige Aktionsangebote für Gruppen und Einzelpersonen. Wir stellen Materialien und Leitfäden für Aktionen bereit, die jede und jeder vor Ort umsetzen kann. Das kann ein Gespräch mit dem Nachbarn oder der Nachbarin sein, ein Leserbrief, eine öffentlichkeitswirksame Veranstaltung, ein Nadelstich für die Atomkonzerne, ….
.ausgestrahlt stellt auf dieser Internetseite www.ausgestrahlt.de, per E-Mail-Newsletter und im gedruckten .ausgestrahlt-Rundbrief Argumente und Hintergrundwissen bereit.
.ausgestrahlt ist unabhängig von anderen Verbänden und Parteien. Deshalb sind wir für Material und Infrastruktur der Kampagne auf Spenden angewiesen. Von der Bewegungsstiftung haben wir im Jahr 2009 zwei Kampagnenförderungen erhalten - dafür vielen Dank! Mehr über die Bewegungsstiftung erfährst Du zum Beispiel in diesem Film.
Aktiver Protest führt zum Erfolg
Eine Zwischenbilanz nach zwei Jahren Comeback der Anti-AKW-Bewegung
Seit dem Sommer 2008 arbeitet .ausgestrahlt gemeinsam mit vielen BündnispartnerInnen und zusammen mit Tausenden aktiven AtomkraftgegnerInnen am Comeback der Anti-AKW-Bewegung. Das Ziel: Den gesellschaftlichen Druck so zu steigern, dass diejenigen in Industrie und Politik, die weiter auf Atomenergie setzen, sich nicht durchsetzen können. Kurz vor der jetzt anstehenden entscheidenden Phase in der Auseinandersetzung um die Atomenergie lassen wir die vergangenen beiden Jahre noch einmal chronologisch Revue passieren – und stellen fest: Wenn wir alle gemeinsam so weitermachen, können wir eine Menge erreichen.
Sommer 2008
Der „Spiegel“ erscheint mit einer untergehenden „Atomkraft? Nein Danke“-Sonne als Titel, Tenor: „Das unheimliche Comeback der Atomkraft“. Die Stromkonzerne machen mächtig Druck, um Laufzeitverlängerungen zurück auf die Agenda zu bringen. Das .ausgestrahlt-Team beschließt, zwei Leute einzustellen („Das Geld wird schon irgendwie zusammenkommen, wenn wir gute Arbeit machen“), um eine Organisation aufzubauen, die die unzähligen unorganisierten AtomkraftgegnerInnen aktiviert und zu einer Renaissance der Anti-AKW-Bewegung beiträgt. Der erste .ausgestrahlt-Rundbrief erscheint in einer Auflage von 4.500 Exemplaren.
November 2008
Beim Castor-Transport ins Wendland demonstrieren dreimal so viele Menschen wie beim vorangegangenen Transport 2006: 16.000 kommen zur Auftaktdemonstration, Tausende machen bei Blockadeaktionen mit. Der Transport braucht einen Tag länger als vorgesehen.
Sommer 2009
Im Bundestagswahlkampf positionieren sich Union und FDP: Sollten sie die Wahl gewinnen, wollen sie die AKW-Laufzeiten verlängern. .ausgestrahlt schmiedet Pläne, wie sich stattdessen die Stilllegung von Reaktoren erreichen lässt. Sicherheitshalber entwickeln wir Szenarien für alle möglichen Wahlausgänge.
5. September 2009
Nach einem einwöchigen Trecker-Treck aus dem Wendland demonstrieren 50.000 Menschen in Berlin für „Mal richtig abschalten“ – die größte Anti-Atom-Demo seit dem Tschernobyl-Jahr 1986. Erstmals hat die Branche der Erneuerbaren Energien mit aufgerufen und auch Gewerkschaften und Kirchen sind mit dabei.
27. September 2009
Union und FDP gewinnen die Bundestagswahl. Tags darauf steigen die Aktienkurse der Stromkonzerne. Viele erwarten nun einen zügigen Durchmarsch der Atomfreunde. .ausgestrahlt erklärt gegenüber der Presse: „Die Atomlobby sollte sich über das Wahlergebnis nicht zu früh freuen“.
Oktober 2009
Organisiert von .ausgestrahlt belagern AtomkraftgegnerInnen mit täglichen Aktionen 17 Tage lang die Koalitionsverhandlungen von CDU/CSU und FDP in Berlin. Das Medienecho ist enorm. Innerhalb weniger Wochen unterzeichnen über 100.000 Menschen einen offenen Brief an Merkel, Westerwelle und Seehofer, in dem sie die Stilllegung der AKW fordern und ihre Beteiligung an Protesten ankündigen. Die Aktionen zeigen Wirkung: Atompolitik wird zu einem der Hauptstreitpunkte in den Verhandlungen. Die Koalition beschließt, erst mal nichts zu beschließen und die Landtagswahlen in NRW abzuwarten – zu groß erscheint das Risiko, mit einer klaren Pro-Atom-Politik WählerInnenstimmen zu verlieren.
November 2009
Bundesumweltminister Röttgen gibt sich in Interviewsatomkritisch und wirbt für „moderate“ Laufzeitverlängerungen. Er hat von seinen Vorgängern Gabriel und Trittin gelernt: Wer den Weiterbetrieb der Reaktoren „Atomausstieg“ nennt, hat weniger Akzeptanzprobleme. Doch in Umfragen spricht sich eine klare gesellschaftliche Mehrheit für die Stilllegung der AKW aus. Selbst unter den AnhängerInnen von Union und FDP wächst die Ablehnung der Atomkraft deutlich..
Dezember 2009
Die .ausgestrahlt-Idee einer 120 Kilometer langen Menschenkette zwischen den AKW Brunsbüttel und Krümmel wird in der Anti-AKW-Bewegung heiß diskutiert. Manche halten sie für „größenwahnsinnig“, warnen vor der „selbstgemachten Niederlage“, andere sind motiviert, das „ambitionierte Projekt“ gemeinsam zu stemmen.
Januar 2010
Die Stromkonzerne fordern die Regierung auf, der Übertragung von Stromkontingenten von neueren Reaktoren auf die Uralt-AKW Biblis und Neckarwestheim zuzustimmen, da beide Kraftwerke kurz vor dem Aus stehen. Die Regierung lehnt ab und sorgt damit für wachsende Irritationen unter den Chefs von RWE & Co. Woche für Woche gehen inzwischen irgendwo in der Republik AtomkraftgegnerInnen auf die Straße, überall gründen sich neue Initiativen.
Februar 2010
In der Koalition bricht ein Streit aus, ob die Laufzeiten der AKW um acht oder 28 Jahre verlängert werden sollen. .ausgestrahlt kommentiert dies als „Konflikt innerhalb einer gesellschaftlichen Minderheit“, da die Mehrheit ja für die Stilllegung der Reaktoren eintritt.
24. April 2010
Die Anti-AKW-Bewegung ist endgültig wieder eine Massenbewegung und speist sich aus allen gesellschaftlichen Schichten: 120.000 bilden eine Menschenkette von Brunsbüttel bis Krümmel, 20.000 umzingeln das AKW Biblis und 7.000 demonstrieren am Atommüll-Lager Ahaus (NRW): So viele Menschen waren überhaupt erst einmal, nämlich 1979, gegen Atomenergie auf der Straße.
Mai 2010
CDU und FDP verlieren die Landtagswahl in NRW und damit auch ihre Mehrheit im Bundesrat. In der CDU bricht ein Streit aus, ob eine Verlängerung der AKW-Laufzeiten der Zustimmung des Bundesrates bedarf. Umweltminister Röttgen und einige CDU-Ministerpräsidenten halten das für nötig. Andere, darunter die süddeutschen Landeschefs Seehofer, Koch und Mappus, sehen das anders. Mappus legt Röttgen den Rücktritt nahe. Um eine weitere parteiinterne Eskalation zu verhindern, will Kanzlerin Merkel jetzt eine schnelle Entscheidung über die AKW-Laufzeiten. Der Plan, zuerst ein Energiekonzept zu erarbeiten und danach die AKW-Laufzeiten festzulegen, wird gekippt: Die Runde der CDU-Ministerpräsidenten soll Anfang Juni die Atomentscheidung fällen.
Juli 2010
Noch immer tobt in Union und FDP heftiger Streit über die Brennelementesteuer, die Beteiligung des Bundesrates, über Laufzeiten, das Verhältnis von Laufzeitverlängerungen und Energiekonzept. Durch die andauernde Regierungskrise scheuen Merkel&Co. Weichenstellungen, die einen weiteren Teil ihrer AnhängerInnen verschreckt. Immer wieder machen neue Terminpläne die Runde, wann denn nun Regierung und Parlament über die Atomenergie entscheiden, letzter Stand: September. .ausgestrahlt plant deshalb mit Bündnispartnern für den 18.9. schon die nächste Großdemo. Der neunte .ausgestrahlt-Rundbrief erscheint in einer Auflage von 44.000 Exemplaren. Und wir hoffen immer noch, dass das Geld schon irgendwie zusammenkommt, wenn wir gute Arbeit machen...