Castor

Die Zug-Stopperin

Nadia Abel, Agrarökonomin und Landwirtin, stoppte 2008 den Castor im pfälzischen Berg bei Wörth

Wir lagen im Versteck, ich hatte die ganze Zeit Angst, entdeckt zu werden. Dass es dann geklappt hat – das war ein voller Erfolg. Als ich abends nochmal zurückgegangen bin, war alles voller Polizei. Da wurde mir erst bewusst, was wir erreicht hatten. Die drei von uns, die sich im Betonblock angekettet hatten, haben den Atommüllzug mehr als zwölf Stunden aufgehalten. Das war ein gutes Gefühl. Weil das hieß, dass es auch in der Tagesschau kam, dass viele Leute davon erfahren haben. Wir wollten ja einen Anstoß geben, darüber nachzudenken, was bei der Atomkraft am Ende raus kommt. Gleichzeitig wollten wir zeigen, wie wichtig es ist, aktiven Widerstand zu leisten und eigenverantwortlich für die Dinge einzustehen, die einem wichtig sind. Nicht länger zuzulassen, wie Staat und Wirtschaftslobby über unsere Köpfe hinweg entscheiden.

Ich finde, jeder ist für unsere Welt mitverantwortlich. Wir brauchen Atomkraft nicht. Sie ist gefährlich, es gibt kein sicheres Endlager, und die Konzerne, die dahinter stecken, behindern den Ausbau der Erneuerbaren Energien – obwohl die viel umweltfreundlicher sind. Wir wussten, dass es da diese Ankettmöglichkeit gibt. Also haben wir was unternommen.

Das war meine erste Aktion gegen Atomkraft, aber bestimmt nicht meine letzte. Am 5. September werde ich nach Berlin fahren. Weil es vor der Wahl nochmal wichtig ist, seinen Protest zu zeigen. Und es ist nicht viel Aufwand, im Vergleich dazu, bei so einer Blockade mitzuwirken. Ich will einfach nochmal ein Zeichen setzen und mich mit anderen Leuten, die auch aktiv sind, vernetzen. Jeder einzelne Mensch zählt.

 

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