Jana Trommer, 40, Psychologin, verteilte bei der Castor-Blockade in Gorleben Rettungsdecken und leistete mit den „Gelben“ emotionalen Unterstützung der Blockierenden.
Aktionen gewaltfreien Widerstands machen ja großen Spaß. Ich weiß aber, dass es auch zu psychisch sehr belastenden Situationen kommen kann, wenn die Polizei eingreift. Da finde ich es ein tolles Angebot, wenn es, wie jetzt bei der Castor-Sitzblockade von X-tausendmal quer in Gorleben, eine Gruppe wie die „Gelben“ gibt. Das ist eine bunte Gruppe aus PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und PädagogInnen, die sich zur Aufgabe gemacht haben, die BlockiererInnen emotional zu unterstützen, während und nach der Blockade.
Für mich war es die erste Castor-Blockade überhaupt. Im Vorfeld des Transports habe ich in Marburg bei einem Aktionstraining mitgemacht. Das hat mir ganz gut geholfen, mich vorzubereiten. Ich habe eine Ausbildung zur Trainerin in gewaltfreier Konfliktbearbeitung gemacht.Theoretisch fühle ich mich solchen Situationen ganz gut gewachsen. Aber das ist ein Riesenunterscheid, wirklich bei so einer Aktion dabei zu sein. Mir war sofort klar, dass ich zu X-tausendmal quer wollte, weil ich deren Aktionskonsens gut finde und er mir Sicherheit gibt – das war mir wichtig. Zu den „Gelben“ bin gestoßen, weil ich eine Aufgabe gesucht habe, und dachte: Psychologin, das kann ich halt am besten. Ich wollte auch nicht gleich so mittenrein.
Als es dann losging aus dem Camp in Richtung Straße, war ich in freudiger Aufregung, weil ich toll fand, wie viele Leute gekommen waren, und wie so viele gemeinsam so gut organisiert sind, mit einem klaren Ziel. Das hatte ich so noch nicht erlebt.
Die Räumung selbst verlief ja überwiegend zurückhaltend, der Bedarf an emotionaler Unterstützung hat sich da in Grenzen gehalten. Während der Blockade ist unser Angebot, einschließlich des Ruhezelts, aber schon genutzt worden. Bei der nächsten großen Aktion von X-tausendmal quer bin ich auf jeden Fall wieder dabei.
www.x1000malquer.de
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