Elke Brandes, 33, Biologin, kämpft mit der Anti-Atom-Gruppe Freiburg gegen das AKW Fessenheim und zwang mit der erfolgreichen Castor-Südblockade den Atommüllzug zu Umwegen.
Die Anti-Atom-Gruppe Freiburg gibt’s wieder seit April 2010. Ich habe durch eine Infoveranstaltung davon erfahren. Wir sind eine offene Gruppe, die sich wöchentlich trifft. Man kann einfach kommen und mitmachen.
Um Freiburg herum werden die meisten Leute direkt von der EnBW mit Strom beliefert. Unsere erste Idee war, ’ne Kampagne zu machen, dass die zu Ökostromanbietern wechseln. Wir haben uns eine Umlandgemeinde rausgesucht und dort auf den Märkten Stromwechselflyer verteilt. Auch einen Infoabend haben wir organisiert. Da waren schon einige Interessierte da. Wer jetzt wirklich gewechselt hat, lässt sich aber schwer nachvollziehen. Auch wenn wir ganz viele Flyer verteilt haben.
Im November haben wir die Castor-Blockade an der französischen Grenze bei Lauterburg mitorganisiert. Letztenendes saßen wir da mit über 1.000 Menschen auf den Gleisen, gut 150 waren aus Freiburg zur Demo angereist: Das war für mich das Highlight im letzten Jahr!
Außerdem machen wir Montagsspaziergänge, in der Innenstadt. Wir haben Fahnen und Transparente dabei, wollen einfach sichtbar sein. Das läuft so’n bisschen über Mund-zu-Mund-Propaganda. Man trifft da ja immer Leute, die man kennt, und wenn man denen sagt, dass man das jeden Montag macht, dann gucken sie auch mal vorbei. Nur war es jetzt in den letzten Wochen ziemlich kalt. Dieses Jahr wollen wir es ein bisschen thematisch machen: mal was zu Fessenheim, mal was zum Uranabbau, usw. Mit unserem Megafon werden wir auch akustisch Informationen verteilen.
Zum Tschernobyl-Jahrestag werden wir auf jeden Fall was machen, vielleicht sogar mit französischen Gruppen zusammen. Außerdem werden wir uns sicher auch an der einen oder anderen südwestdeutschen Aktion beteiligen. Etwa an der „Nachttanzblockade“ gegen den geplanten Castor-Transport von Karlsruhe nach Lubmin Mitte Februar.
Die Landtagswahl spielt für uns keine so zentrale Rolle. Wir wollen Druck außerhalb der Parlamente machen und uns nicht von irgendwelchen Parteien benutzen lassen. Der „Atomkonsens“ etwa hat ja bekanntermaßen nicht zur Abschaltung von AKW geführt. Trotzdem sind die rot-grünen Parteien noch immer der Meinung, man solle zu diesem zurückkehren. Das reicht uns einfach nicht aus.
www.antiatomfreiburg.de
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