Gisela Wendling-Lenz, Bankkauffrau und Windkraft-Unternehmerin, hielt 1985 im Hüttendorf in Wackersdorf die Wache.
Ich war damals viele Nächte draußen im Taxöldener Forst. Zuerst wollten wir die Bäume vor den Rodungsmaschinen schützen. Später, um im Hüttendorf Wache zu halten. Wir saßen am Feuer, es war Winter, und wenn wir hinter uns in den Wald schauten, sahen wir überall die weißen Helme der Polizei, die um uns herum stand und uns bewachte! Wir waren ja so furchtbar gefährlich!
Meine berufliche Entwicklung ging direkt aus diesem Widerstand hervor. Die Menschen fragten uns immer: Woher kommt denn bei euch der Strom? Und wir sagten: Aus Sonne, Wind, Wasser! Ich wollte zeigen, dass das auch geht. Inzwischen hat unsere Firma rund 400 Windkraftanlagen gebaut, in Deutschland, Frankreich und Tschechien.
Nach wie vor ist es wichtig, das Thema wieder aufs Tapet zu bringen. An den Gefahren der Atomkraft hat sich doch überhaupt nichts geändert! 100 % erneuerbare Energien sind möglich. Man muss nur die richtigen Wege einschlagen. Das ist eine riesige Chance, auch wirtschaftlich. Atomkraftwerke länger laufen zu lassen, verhindert dagegen genau diesen Aufbruch.
Foto: OSTWIND-Archiv
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