Nadia Abel, Agrarökonomin und Landwirtin, stoppte 2008 den Castor im pfälzischen Berg bei Wörth.
Wir lagen im Versteck, es war bis zum Schluss unklar, ob wir nicht doch entdeckt zu werden. Dass es dann geklappt hat – das war ein voller Erfolg. Als ich abends nochmal zurückgegangen bin, war alles voller Polizei. Da wurde mir erst bewusst, was wir erreicht hatten. Die drei von uns, die sich im Betonblock angekettet hatten, haben den Atommüllzug mehr als zwölf Stunden aufgehalten. Das war ein gutes Gefühl. Weil das hieß, dass es auch in der Tagesschau kam, dass viele Leute davon erfahren haben. Wir wollten ja einen Anstoß geben, darüber nachzudenken, was bei der Atomkraft am Ende raus kommt. Gleichzeitig wollten wir zeigen, wie wichtig es ist, aktiven Widerstand zu leisten und eigenverantwortlich für die Dinge einzustehen, die einem wichtig sind. Nicht länger zuzulassen, wie Staat und Wirtschaftslobby über unsere Köpfe hinweg entscheiden.
Ich finde, jeder ist für unsere Welt mitverantwortlich. Wir brauchen Atomkraft nicht. Sie ist gefährlich, es gibt kein sicheres Endlager, und die Konzerne, die dahinter stecken, behindern den Ausbau der Erneuerbaren Energien – obwohl die viel umweltfreundlicher sind. Wir wussten, dass es da diese Ankettmöglichkeit gibt. Also haben wir was unternommen.
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