"Mein Traum ist der X-tausend-Sonderzug zum Castor"

Axel Bergfeld, 49, Bioladenbetreiber und gelernter Lehrer, bringt mit dem Bonner Bündnis für den Atomausstieg Tausende AtomkraftgegnerInnen auf die Schiene

Im Vorfeld der Berlin-Demo 2009 haben wir in kleinem Kreis spontan beschlossen: Wir organisieren einen Sonderzug! Züge sind wichtig, weil sie klar machen: Das wird eine richtig große Veranstaltung. Bis aber so ein Fahrplan endlich steht, ist das ein ganz schöner Aufwand. Wir haben uns da gewisses Know-how erarbeitet – zur KettenreAktion im April haben wir ja gleich vier Züge rollen lassen. Die Anti-Atom-Gruppe Bonn gibt’s schon seit den 90er Jahren. Vergangenen September haben wir uns sehr schnell erweitert. Auslöser war ein Flashmob von Campact zu einem Auftritt von Guido Westerwelle. An die 100 Leute haben da mitgemacht. Guido war im Grunde Geburtshelfer des „Bonner Bündnis für den Atomausstieg“  Der hat ganz schön was losgetreten! Begonnen haben wir mit einem Warmlaufen für den Atomausstieg und Die-Ins in der Bonner Innenstadt, dann kam der NRW-Wahlkampf und die KettenreAktion. Schwerpunkt der kommenden Wochen ist die Vorbereitung auf die Atommülltransporte nach Ahaus und ins Wendland. Bei uns ist richtig Lust da, jetzt einen Schritt weiterzugehen als bei der Menschenkette: Wir wollen uns dem Castor in den Weg stellen, Sand im Getriebe sein und das ungelöste Atommüllproblem ins Licht der Öffentlichkeit zerren! Konkret organisieren wir in Bonn zusammen mit Trainern für gewaltfreie Aktion zwei öffentliche Probeblockaden. Natürlich soll es auch eine gemeinsame Anreise zum Castor geben. Mein Traum wäre ein Sonderzug, der zwei Tage quer durch Deutschland fährt, als rollende Demonstration, und der nicht nur einen, sondern mehrere Partywagen hat, in denen zum Beispiel Aktionstrainings stattfinden. 1.000 Leute kommen entschieden und handlungsbereit per Zug im Wendland an – das wäre dochwas, oder?
www.antiatombonn.de

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