Daniela Harbauer, 33, Arzthelferin, demonstrierte mit Gudrun Pausewang in Grafenrheinfeld und wurde nach 18 Mahnwachen Gründungsmitglied der BI Regenerative Energien Fichtelgebirge
Ich bin auf das Thema gekommen, als ich in der Schule ein Referat halten sollte und in der Bibliothek auf die Bücher von Gudrun Pausewang stieß. Ich habe sie angeschrieben, wir haben uns dann in Grafenrheinfeld auf einer Demo getroffen. Das sind ca. 150 Kilometer von meinem Wohnort. Aber wenn’s zum Super-GAU käme, ist das eine lächerlich geringe Entfernung. Neulich, am Ostermontag, war ich wieder dort zum Demonstrieren. Frau Pausewang auch.
Ich bin gläubige Christin: Gott hat nie gewollt, dass wir uns einer solchen Gefahr aussetzen. Als es in den Nachrichten hieß „Explosion im AKW Fukushima“, war ich total geschockt. Und habe mich in meinem Engagement bestätigt gefühlt. Über .ausgestrahlt habe ich von den Mahnwachen gehört und dass auch in Marktredwitz eine geplant war. Da bin ich hin und mache jetzt seit vier Monaten ohne Pause mit. Anfangs waren wir 150, inzwischen sind wir noch um die 20. Aber wir sind Freunde geworden und haben die „Bürgerinitiative Regenerative Energien Fichtelgebirge“ gegründet. Wenn wir mit den Mahnwachen jetzt aufhören, werden wir mit der weitermachen und uns alle vier Wochen treffen. Wir wollen, dass öffentliche Gebäude vom Atomstrom wegkommen, dass Photovoltaikanlagen zum Einsatz kommen, dass der Gemeinderat Flächen für Windkraftanlagen ausweist. Die Bürgermeisterin ist noch nicht ganz überzeugt. Aber wir werden kämpfen.
Ich habe so einen „Atomkraft? Nein Danke“-Anstecker, den trage ich den ganzen Tag. Manchmal lachen die Leute deswegen und tuscheln hörbar, andere nicken und sagen: „Tolle Sache.“ Manche meinen, jetzt nach dem Bundestagsbeschluss sei die Sache gegessen. Ich erinnere aber: Es gab schon mal einen Ausstieg – und dann den „Ausstieg vom Ausstieg“. Für mich ist nichts abschließend und schon gar nicht zufriedenstellend geklärt. Grafenrheinfeld soll noch bis Ende 2015, acht weitere AKW sogar noch viel länger weiterlaufen. Davon halte ich gar nichts. Das sind Zeitbomben. Wenn es nach mir ginge, würden diese Giftmeiler alle abgeschaltet werden, zumindest bis 2015 und Grafenrheinfeld sofort.
brigitte-artmann[at]gmx.de (Vorsitzende der Bürgerinitiative REF)
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