Lisa Ahmed, 17, Schülerin, organisiert mit dem Anti-Atom-Plenum Hildesheim Flashmobs und Demos und lässt am Tschernobyl-Wochenende die Kirchenglocken läuten.
In Hildesheim gab und gibt es ziemlich viele Gruppen – nur keine mit Anti-Atom-Schwerpunkt. Bis September jedenfalls. Da kam es nach einem bundesweiten Aktionsaufruf zu einer kleinen Spontandemo. Ein paar dort haben dann das Anti-Atom-Plenum gegründet. Wir wollen vor allem über die Risiken und Gefahren der Atomkraft aufklären, mit Veranstaltungen, Infoständen, Demos. Material zum Verteilen haben wir u.a. im .ausgestrahlt-Shop besorgt, Atomfässer haben wir selbst hergestellt. Auf einen Infostand allein reagieren PassantInnen eher zurückhaltend. Wenn man aber direkt auf sie zugeht, sind sie relativ interessiert.
Aktuell organisieren wir wöchentliche Montagsdemos. Für einen Aktionstag zu Tschernobyl haben wir uns mit allen Organisationen hier zusammengeschlossen, die sich ebenfalls contra Atom äußern. Es wird viele Infostände geben, einen Flashmob, vielleicht einen Sondergottesdienst. Wir wollen die Kirchen dazu bewegen, gemeinschaftlich die Glocken zu läuten. Vielleicht verbinden wir das noch mit einer Schweigeminute. Am Ostermontag werden dann einige zur Demo zum AKW Grohnde fahren.
Wir sind ein fester Kern von zehn, zu den Plenen kommen auch mal 25: einige Jüngere aus Jugendorganisationen, viele Eltern, plus ein paar Ältere. Ich selbst bin über eine Demo dazugestoßen, andere stießen durch Facebook oder Zeitungsberichte zu uns. Wir sprechen auch Leute direkt an, ob sie nicht mitmachen wollen. Für die nächsten Mahnwachen haben wir jetzt auch Plakate, die hängen wir in den Läden aus. Denn wenn man das nur über Facebook und so bekannt macht, kriegen das längst nicht alle mit.
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