Timon Rademacher, 19, FÖJler und aktiv im Attac-Jugendnetzwerk Noya in Hamburg, macht mit Flashmobs und anderen Aktionen Krümmel-Betreiber Vattenfall die Kunden abspenstig.
Zum ersten Mal zum Castor gefahren bin ich mit 17, aber nur zur Demo. Ungefähr ein Jahr später bin ich zu Noya gestoßen, dem Jugendnetzwerk von Attac. Da kümmern wir uns um viele Themen – eines ist Atompolitik. Im Frühjahr haben wir einen der Streckenposten bei der Menschenkette organisiert. Da war richtig viel los! Wir haben Materialien verteilt und dafür gesorgt, das sich die Leute auf dem Streckenabschnitt verteilen.
Mehrfach haben wir inhaltlich zum Thema gearbeitet. Im Vorfeld eines konsumkritischen Workshops etwa haben wir uns mit Energie, Energiesparen und den Energiekonzernen beschäftigt. Mit ein paar anderen bin ich dann im November wieder zum Castor gefahren: Diesmal waren wir an verschiedensten Blockaden beteiligt – danach waren alle sehr motiviert.
Seit September mache ich mein FÖJ bei der Infostelle Klimagerechtigkeit im Nordelbischen Missionszentrum. Als .ausgestrahlt die Kampagne „Tschüss Vattenfall“ wieder gestartet hat, bin ich zum ersten Treffen gegangen – und kam mit der Idee zurück, mit den FÖJlerInnen dazu was machen zu wollen. Keiner von uns ist ja Befürworter der Atomenergie. Als erstes haben wir Flashmobs organisiert. Vor dem Vattenfall-Kundenzentrum bauten wir eine Gedenktafel für die Opfer eines fiktiven Atomunfalls im AKW Krümmel auf. Alle hielten Grablichter in die Höhe und stellten sie Punkt 15 Uhr da ab. Zwei haben den Grabstein gebastelt, ich die Flyer entworfen, andere sie verteilt, und ein Video wurde auch gedreht. Werbung haben wir über Mailinglisten und Facebook gemacht. Das war die ersten beiden Male sehr erfolgreich: jeweils über 50 TeilnehmerInnen. Viele PassantInnen blieben stehen, um die Tafel bildete sich eine Menschentraube, alle waren sehr irritiert, viele nahmen interessiert den Flyer.
Dann kam Weihnachten, da ist die Aktion wohl etwas in Vergessenheit geraten. Beim dritten Mal waren wir jedenfalls nicht mehr so viele. Aber wir haben fest vor, noch weitere Aktionen im Rahmen von „Tschüss Vattenfall“ zu machen.
www.noyahamburg.blogsport.de
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