"Wir können sehr kurzfristig Alarm auslösen"

Britta Kellermann, 31, Sozialarbeiterin im Jugendamt, hat mit dem Anti-Atom-Plenum Weserbergland MOX-Transporte verhindert und macht Eon nun das Stromnetz streitig.

Unsere Bürgerinitiative gibt‘s seit letztem Spätjahr. Da kamen zwei Dinge zusammen: Zum einen wollte das AKW Grohnde wieder plutoniumhaltige MOX-Brennelemente laden, zum anderen hatte die neue Bundesregierung angekündigt, die Laufzeiten der AKW wieder zu verlängern. Beides wollen wir nicht hinnehmen. Wir haben unter anderem eine Demo in Hameln organisiert, gegen die MOXTransporte. Das hat Spaß gemacht: Wir waren 600 Leute und sogar in der Tagesschau! Der Kreistag hat kontrovers diskutiert. Und unser Protest war bisher sehr erfolgreich: Die Transporte sind auf unbestimmte Zeit verschoben. Für den Fall, dass sie wieder aktuell werden, haben wir einen SMS- und E-Mail-Verteiler, mit dem wir sehr kurzfristig Alarm auslösen können. Aktuell setzen wir uns dafür ein, dass die Stromnetzkonzession hier in der Region nicht wieder an E.on vergeben wird. Die Neuvergabe steht Anfang 2011 an, die örtlichen Stadtwerke wollen sich darum bewerben. Im Hinblick auf eine Dezentralisierung unterstützen wir das – zumal die auch einen Ökostrom-Tarif anbieten, den wir gut finden. Wir wollen die Leute sensibilisieren, dass man über eine dezentrale Stromversorgung auch dafür sorgen kann, dass Geld hier in der Region bleibt, während es beim Atomstrom ja immer zu den Konzernen fließt.
www.anti-atom.org

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