17.01.2014: 

Atomlobby raus aus der Atomaufsicht!

Umweltministerin Hendricks entlässt Hennenhöfer

Manchmal braucht es etwas länger zum Erfolg. Im Dezember 2009 hatten wir diese Aktion gestartet. Mehr als 11.000 Menschen hatten den offenen Brief an den an den damaligen Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) unterschrieben. Röttgen hat die Berufung des Atom-Lobbyisten Gerald Hennenhöfer zum neuen Chef der Abteilung Reaktorsicherheit im Umweltministerium dennoch nicht zurückgenommen. Auch sein Nachfolger Peter Altmaier (CDU) hat an dem Atom-Lobbyisten festgehalten. Vier Jahre und einen Regierungswechsel später hat Barbara Hendricks (SPD), Umweltministerin in der großen Koalition, Hennenhöfer entlassen. Hier gibt es Hintergrund-Informationen zum Thema.

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Atomlobby raus aus der Atomaufsicht!

Offener Brief an Umweltminister Norbert Röttgen

Sehr geehrter Herr Röttgen!

Sie haben den Atom-Lobbyisten Gerald Hennenhöfer zum neuen Chef der Abteilung Reaktorsicherheit im Umweltministerium berufen. Ich fordere Sie auf, diese Berufung umgehend zurückzunehmen.

Die Atomkraftwerke in Deutschland werden immer älter. Damit steigt die Gefahr eines schweren Unfalls. Das Bundesumweltministerium muss die Sicherheits-Interessen der Bevölkerung vertreten – und nicht die Profit-Interessen der Stromkonzerne.

Hennenhöfer hat in den vergangenen 15 Jahren auf allen seinen Posten lupenrein die Interessen der Atomindustrie vertreten: Als Chef der Atomaufsicht ließ er in den 90er Jahren trotz Einsturzgefahr zigtausend Tonnen West-Strahlenmüll in die vormalige DDR-Atommüllkippe Morsleben schaffen. Er verhinderte die von der hessischen Landesregierung bereits beschlossene Stilllegung des Pannen-AKW Biblis per bundesaufsichtlicher Weisung. Informationen über verstrahlte Castor-Behälter ignorierte er und ließ sie weiter rollen. Als Vertreter des Stromkonzerns VIAG (heute: Eon) handelte er optimale Bedingungen für die AKW-Betreiber im „Atomkonsens“ aus. Noch 2008 war er maßgeblich mitverantwortlich für die Vertuschung der radioaktiven Verseuchung in der Atommüllkippe Asse.

Einen Atom-Lobbyisten, der skrupellos und bewusst alle Risiken ausblendet, an die Spitze der Atomaufsicht zu setzen, ist eine Unverschämtheit und ein Affront gegen alle, die auf eine seriöse Politik aus Ihrem Haus gehofft haben. Es darf nicht sein, dass sich die Atomindustrie quasi selbst kontrolliert.

Deshalb fordere ich Sie auf: Nehmen Sie die Berufung von Gerald Hennenhöfer als Chef der Abteilung Reaktorsicherheit des Bundesumweltministeriums umgehend zurück!

Mit freundlichen Grüßen

Atomlobby raus aus der Atomaufsicht!

Was Du noch tun kannst:

  • Den offenen Brief an Umweltminister Röttgen lesen.
  • Hintergrund-Info zum Thema lesen.
  • Für diese Aktion und die Arbeit von .ausgestrahlt spenden.