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Foto: Christoph Bellin // Bildarchiv Hamburg

Fragen und Antworten zu den Anti-Atom-Aktionsradtouren im Sommer 2022

  • Die Nord-Tour soll am 9. Juli 2022 im belgischen Tihange beginnen und am 7. August 2022 nach 28 Etappen in Berlin enden.
    Der ungefähre Routenverlauf (Änderungen sind noch möglich): Tihange (B) - Lüttich - Aachen - Jülich - Keyenberg - Krefeld - Kalkar - Ahaus - Gronau - Almelo (NL) - Lingen - Wippingen - Bad Zwischenahn - Esenshamm - Bremen - Taaken - Stade - Brokdorf - Hamburg-Altona - Lübeck - Krümmel - Lüneburg - Dannenberg - Gorleben - Siebenlinden - Meßdorf - Arneburg - Helle - Schweinrich - Rheinsberg - Netzeband - Berlin-Wannsee - Berlin-Mitte.
    Genauere Angaben zu den Etappen gibt es hier.

    Die Südtour soll am 13. August 2022 in Kahl/Main beginnen und am 4. September 2022 in Freiburg enden.
    Der ungefähre Routenverlauf (Änderungen sind noch möglich): Kahl/Main - Karlstein/Main - Hanau - Dreieich - Mörfelden-Walldorf - Büttelborn - Biblis - Mannheim - Hockenheim - Philippsburg - Karlsruhe -Heidelberg - Obrigheim - Heilbronn - Neckarwestheim – Schwieberdingen - Stuttgart - Mutlangen - Gundremmingen - Ulm - Riedlingen - Engen - Benken (CH) - Brugg (CH) - Würenlingen (CH) - Beznau (CH) - Leibstadt (CH) - Bad Säckingen - Kaiseraugst (CH) - Basel (CH) - Fessenheim (F) - Wyhl – Freiburg
    Genauere Angaben zu den Etappen gibt es hier.

  • Mit den Touren werden die Erfolge der Anti-Atom-Bewegung sichtbar und vor Ort gefeiert. Gleichzeitig zeigen die Touren auf, was atompolitisch auch nach 2022 noch zu tun bleibt.

  • Die Touren steuern viele Orte der vergangenen, der aktuellen und der künftigen atompolitischen Auseinandersetzungen an, kommen mit den aktiven Menschen vor Ort ins Gespräch, feiern Erfolge und nehmen neue Herausforderungen wahr. In unserer Fantasie werden das einige Sommerwochen mit intensiven Begegnungen verschiedener Bewegungs-Generationen, mit alten und neuen Geschichten davon, was erreichbar ist, wenn sich die Menschen zusammenschließen und sich gegen Mächtige in Industrie und Regierung zusammentun.

    Die Radtouren sollen auch diejenigen unterstützen, die aktuell vor Ort noch mitten in Auseinandersetzungen sind, um den AKW-Abriss, um eine Brennelementfabrik, um die Standortsuche für ein geologisches Tiefenlager, um AKW jenseits der deutschen Grenzen, um Atomschutt auf Mülldeponien, um Urananreicherungsanlagen, um Atommüll-Zwischenlagerung oder um deutsche Unternehmen, die im Ausland viel Geld auf AKW-Baustellen verdienen.

    .ausgestrahlt ist es wichtig, im Jahr 2022 der Öffentlichkeit, aber auch allen, die Teil der Anti-Atom-Bewegung waren oder sind, deutlich zu machen, was unzählige Menschen geleistet und erreicht haben. Ebenso wünschen wir uns, dass es gelingt, viele ehemals Aktive, aktuell noch immer Aktive und erst seit kurzem Aktive zusammenzubringen, damit die großartige Kraft dieser Bewegung in die Zukunft wirkt.

    Jede Region, jeder angefahrene Atom-Standort kann die Radtour nutzen, um damit auf das eigene Thema aufmerksam zu machen, dafür auch vor Ort zu mobilisieren und neue Kontakte zu knüpfen. Im besten Fall leistet die Tour einen Beitrag dazu, dass die Anti-Atom-Bewegung auch über 2022 hinaus handlungsfähig bleibt.

  • Neben vielen Orten der atompolitischen Auseinandersetzung in Deutschland machen die Touren auch in Nachbarländern Station, denn Radioaktivität kennt bekanntlich keine Grenzen. Ziel sind also auch grenznahe Atomanlagen in Belgien, Niederlande, Schweiz und Frankreich. Zudem machen die Touren Station an zentralen Orten „befreundeter“ Bewegungen, wie der „Freien Heide" und Mutlangen (Friedensbewegung), Keyenberg (Klimabewegung), Stuttgart und Mörfelden-Walldorf (Verkehrspolitik).

  • Leider ist Deutschland zu groß, um alle Orte, die Anti-Atom-Geschichte geschrieben haben oder die noch aktuelle Brennpunkte sind, in einem Sommer miteinander zu verbinden. Und .ausgestrahlt ist nicht groß genug, um mehrere Touren parallel zu organisieren. Deshalb sind weite Teile Ostdeutschlands (etwa Lubmin oder die Wismut-Region), weite Teile Bayerns (etwa Wackersdorf, Grafenrheinfeld, Garching und Ohu) und die Mitte rund um Würgassen, Grohnde, Schacht Konrad, Asse und Morsleben (diesmal) leider nicht dabei.

  • Natürlich sind alle Atomkraftgegner*innen herzlich willkommen, ob sie nun alleine teilnehmen wollen, mit ein oder zwei Freund*innen oder der Familie. Die Touren bieten allerdings die besondere Gelegenheit, dass sich auch Gruppen verabreden, die irgendwann in den letzten Jahren oder gar Jahrzehnten gemeinsam in der Anti-Atom-Bewegung aktiv waren (oder immer noch sind), sei es in einer Bürger*innen-Initiative, einer Bezugsgruppe oder wie auch immer. Für viele Menschen waren bestimmte Ereignisse in der Auseinandersetzung um die Atomkraft prägend für ihre politische Biographie. Und dies war zumeist auch mit anderen Menschen verbunden, mit denen man zusammen aktiv war. 2022 werden, wenn nichts mehr dazwischen kommt, die letzten AKW in Deutschland endgültig vom Netz gehen. Nutzen wir die Gelegenheit, ganz bewusst das Erreichte gemeinsam zu feiern und festzustellen, dass sich all die Mühen gelohnt haben.

    Deshalb unsere Bitte: Überlege, mit wem Du aktiv warst (oder immer noch bist), stelle den Kontakt (wieder) her und verabrede Dich mit Deinen Mitstreiter*innen für kleinere oder größere Abschnitte der Touren – oder auch nur für den einen Etappenort, der für Euch besondere Bedeutung hat. Gleiches gilt für Initiativen an einem Standort: Nutzt die Tour, um möglichst viele aus Eurer Region zusammenzubringen, mit denen zusammen Ihr teilweise seit Jahrzehnten aktiv seid (oder wart).

  • Die Streckenlängen variieren zwischen 30 und 70 Kilometer. Bei noch längeren Etappen gibt es als Alternative für weniger sportliche Teilnehmende die Möglichkeit, einen Teil mit der Bahn zurückzulegen. Bei den Rückmeldungen, die .ausgestrahlt bekommen hat, hielten sich die, die die Strecken zu lang fanden und die, die die Strecken zu kurz fanden, ungefähr die Waage. Das Konzept wird also nicht alle glücklich machen, bewegt sich aber ungefähr in der Mitte der Bedürfnisse. Bei einzelnen Etappen ist eine Teilung der Gruppe möglich. Die einen machen noch einen Zusatz-Abstecher. Die anderen machen einen Ruhetag.

  • Nur wenige werden eine ganze Tour mitfahren. Andere fahren ein, zwei Wochen mit oder nur einige Tage, nur einen Tag oder gar nur die letzten fünf bis zehn Kilometer bis zum Etappenziel. All das ist möglich und gewünscht. Es ist auch willkommen, wenn Menschen ganz ohne Fahrrad nur zu den Etappenzielen kommen, um die Radfahrenden gebührend zu empfangen oder an einer Abendveranstaltung teilzunehmen. Noch ist nicht absehbar, wie groß die jeweilige Fahrrad-Gruppe bei den einzelnen Etappen werden wird.

  • Die Idee ist es, dass an weitgehend allen Etappenzielen (und ggf. wenn es bei einer Etappe noch relevante Zwischenziele gibt) Begegnungen, Aktionen, Vorträge, Feste, Gespräche, Pressetermine, Kultur oder was auch immer stattfinden. Also natürlich nicht alles an allen Orten, sondern irgendetwas davon. Die Idee dabei: So werden die unterschiedlichen Themen der einzelnen Standorte auf unterschiedliche Weise sichtbar, zum einen für die Radler*innen, aber auch für die jeweilige Öffentlichkeit vor Ort und über mediale Vermittlung auch für eine größere Öffentlichkeit.

    Die genaue Programmplanung und Organisation der Veranstaltungen und Aktionen im Rahmen der Touren wollen wir in enger Abstimmung mit örtlichen Gruppen machen. Je mehr davon vor Ort übernommen werden kann, umso besser.

  • .ausgestrahlt übernimmt die Koordination des Projekts. Der genaue Verlauf einzelner Etappen, das Programm an den einzelnen Orten, Übernachtungsmöglichkeiten, Verpflegung und andere technische Fragen werden in Absprache zwischen .ausgestrahlt und örtlichen Initiativen organisiert. Dazu bilden wir Regionen (vier im Norden, drei im Süden), in denen gemeinsam mit .ausgestrahlt die für den jeweiligen Bereich wesentlichen organisatorischen Fragen koordiniert werden. Je mehr vor Ort organisiert werden kann, umso besser. Gibt es vor Ort Kapazitätslücken, versucht .ausgestrahlt das aufzufangen. Zusätzlich steht das Angebot an überregionale Umweltorganisationen, sich aktiv einzubringen.

    .ausgestrahlt kümmert sich – ggf. zusammen mit Bündnispartner*innen – um die überregionale Mobilisierung für die Tour. Die regionale Öffentlichkeitsarbeit, sowohl zum Mitfahren als auch für Veranstaltungen an den Etappenorten, liegt dagegen, wenn möglich, stark in den Händen der örtlichen Initiativen.

  • Unser Ziel ist es, dass die Teilnehmenden der Tour in jeder Nacht ein einfaches gemeinsames Quartier nutzen können, etwa Sporthallen, Gemeindehäuser, Tagungshäuser, Jugendherbergen etc. Wenn es die örtlichen Verhältnisse möglich machen, kann es auch einmal Privatquartiere geben. Manche Radler*innen wollen evtl. auch zelten – aber sicher nicht alle. Bei der Quartiersuche sind wir auf die Unterstützung örtlicher Gruppen angewiesen. Wer von den Teilnehmenden ein „besseres“ Quartier möchte, muss sich darum selbst kümmern.

    Für die Verpflegung der Tour konnten wir die erfahrene Demo- und Camp-Küche „Flaming Kitchen“ gewinnen. Auch hier muss noch mit örtlichen Gruppen geklärt werden, welche Infrastruktur für die Küchen-Crew bereitgestellt werden kann.

  • Die Online-Anmeldung wird freigeschaltet, sobald der endgültige Etappenplan feststeht. Dieser wird derzeit zusammen mit örtlichen Initiativen entwickelt. Wir hoffen, im Februar 2022 so weit zu sein.

  • Sieben Wochen Aktions-Radtour zu organisieren, ist mit einer Menge Kosten verbunden. Trotzdem soll niemand wegen fehlender finanzieller Mittel ausgeschlossen sein. .ausgestrahlt versucht, die ganze Aktion auf Spendenbasis (auch von Menschen, die nicht teilnehmen können) zu finanzieren, wünscht sich aber, dass diejenigen Teilnehmenden, die es sich leisten können, sich auch an den Kosten beteiligen. Schon jetzt sind Spenden für die Tour hier  möglich.