.ausgestrahlt-Blog

30.06.2015 | von Jan Becker

ZDF-Doku: Milliardengrab Atomkraft hinterlässt gefährliches und teures Müllproblem

Wohin mit dem strahlenden Müll? Eine ZDF-Team besuchte verschiedene Zwischenlagerstandorte in Deutschland und resümiert: Es gibt kein einziges Lager, das als völlig sicher gelten kann. Was am Ende bleibt, ist ein „dumpfes Gefühl, dass in der Vergangenheit viel mehr Fehler gemacht wurden als auf den ersten Blick zu erkennen ist“.

Eine Stromerzeugung, die einstmals als „sicher und billig“ galt, wirft in der Endphase Kosten auf, die so nicht einkalkuliert waren. Und sie hinterlässt ein gefährliches und teures Müllproblem für viele Jahrtausende. So beschreibt die ZDF-Dokumentationsreihe „planet e.“ das Ergebnis ihrer neuen Dokumentation.

Filmautor Björn Platz spricht von „Atom-Absurdistan“. Er muss feststellen, dass es bislang nirgendwo auf der Welt ein „Endlager“ für den hochradioaktiven Atommüll gibt und in ganz Deutschland kein einziges Atom-Zwischenlager, das als völlig sicher gelten kann. In Berlin würde zur Zeit nach einem Atommüll-Lager nicht mal gesucht sondern sich über Kriterien gestritten.

Auf der einen Seite habe es in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder Störfälle, Vertuschungen und Manipulationen der Betreiber von Atomkraftwerken gegeben. „Warum also sollte man genau diesen Menschen vertrauen, wenn es um die Suche und den Bau eines sicheren Endlagers geht?“, fragt Platz. Auf der anderen Seite stünden KritikerInnen „die jedes Sicherheitskonzept anzweifeln und damit in der Vergangenheit leider oft Recht hatten“. Eine „Blockade auf breiter Front“ so das Fazit.

„Für mich bleibt das dumpfe Gefühl, dass in der Vergangenheit viel mehr Fehler gemacht wurden als auf den ersten Blick zu erkennen ist“, sagt der Filmautor. Und dass er ein fertiges „Endlager“ für abgebrannte Brennelemente vermutlich nicht mehr erleben werde…

Ein sehenswerter Film, der es schafft, in nur 30 Minuten die entscheidenden Widersprüche im Umgang mit dem Atommüll aufzudecken. Gleichzeitig zeigt die Dokumentation, mit welchem Engagement Einzelpersonen nach Lösungen für das strahlende Problem suchen.

Quelle (Auszug): zdf.de, 29.6.2015

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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