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Im November treffen sich Staatschefs aus aller Welt zur UN-Klimakonferenz 2017 in Bonn. Trotz aller bekannten Probleme setzen viele Länder immer noch auf Atomenergie, um den vereinbarten Klimaschutzzielen näher zu kommen. Die Kampagne "Don't nuke the climate!" hält dagegen.

2015: Anti-Atom-Proteste zum COP21 in Paris
Foto: bi-luechow-dannenberg.de 2015: Anti-Atom-Proteste zum COP21 in Paris

Insbesondere Atomkraft könne die Klimakrise nicht lösen, schreiben die Initiatoren der Kampagne in ihrem Aufruf. Im Gegenteil verschärfe die weitere Nutzung von Atomkraft die globale Erwärmung durch die Verhinderung des Einsatzes von sauberen Energiesystemen. Erneuerbare und effiziente Energietechnologien seien "der einzig sichere Weg, die Einflüsse des Energieverbrauchs auf die globale Erwärmung zu stoppen".

Mit einer Vielzahl an Argumenten will die Kampagne ihre Forderungen unterstreichen:

  • Atomkraft ist schmutzig, riesige Mengen an tödlichem Atommüll werden produziert.

  • Atomkraft ist zu gefährlich, die weitere Nutzung führt unausweichlich zu weiteren Fukushimas und Tschernobyls.

  • Atomkraft ist die teuerste Art, Kohlenstoff- und Methanemissionen zu verringern und verhindert Investitionen in saubere Alternativen.

  • Atomkraft wäre auch zu langsam, effektiver Klimaschutz würde ein „noch nie dagewesenes Programm zum Bau von Atomreaktoren erfordern“, weit außerhalb der Kapazitäten der Hersteller weltweit innerhalb eines akzeptablen Zeitrahmens.

  • Atomkraft gründet auf die Verletzung von Menschenrechten und Umweltrassismus: First Nations, farbige Menschen und Gesellschaften mit niedrigem Einkommen sind Ziel des Uranabbaus und werden dem radioaktivem Müll ausgesetzt.

weitere Infos: http://www.dont-nuke-the-climate.org/ (englisch)

weiterlesen:

  • Atomausstieg und Klimaschutz
    .ausgestrahlt Basiswissen: Atomstrom ist kein Klimaretter. Vielmehr bremst der Weiterbetrieb der Atomkraftwerke die Energiewende. Deutschland könnte seinen Energiebedarf schon heute komplett ohne AKW decken.
     
  • Atomkraft: Ein „seltsamer Weg“ für mehr Klimaschutz
    18.12.2015 - Als „wegweisendes“ Klimaabkommen werden die COP21-Vereinbarungen von Paris gefeiert. Doch sie öffnen auch Tür und Tor für den Ausbau der Atomkraft. Lobbyorganisationen und Atomfirmen wittern neue Überlebenschancen. In internationalen Abkommen wird ein Comeback verhandelt und auch die EU schafft Möglichkeiten. Doch dieser „seltsame Weg“ für Klimaschutz beinhaltet ein hohes Risiko, enorme Folgekosten und kann nur durch staatliche Milliardensubventionen funktionieren.

  • Klimaschutz: Risikopotential verbietet Atomkraft als Lösung
    01.12.2015 - Eine weltweite Initiative unter dem Motto „Nuclear for Climate“ wirbt derzeit dafür, dass die politischen Entscheidungsträger die Atomkraft im Rahmen der Pariser Klimakonferenz COP21 berücksichtigen. Sie sei „Teil der Lösung, um den Klimawandel zu bekämpfen“, schreiben die Lobbyverbände. Doch betrachtet man allein das Risikopotential, muss (nicht nur) der Zubau von Atomkraftwerken verboten werden.

  • Atomkraft ist auch kein französischer Klimaretter
    3.11.2015 — Ist Atomstrom ein geeignetes Mittel im Kampf gegen Treibhaus-Gase und Erderwärmung? Einen Monat vor dem Klimagipfel COP21 in Paris gibt eine kürzlich veröffentlichte Studie deutlich Antwort. Doch ausgerechnet das COP-Gastgeberland verkündet umfangreiche AKW-Neubaupläne.

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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