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Die Energiebilanz für das vergangene Jahr zeigt eine „beeindruckende weltweite Energiewende“.

Windkraft-Anlage mit Anti-Atom-Fahnen
Foto: Andreas Conradt / PubliXviewinG

Raimund Kamm vom FORUM „Gemeinsam gegen das Zwischenlager und für eine verantwortbare Energiepolitik e.V.“ in Gundremmingen hat die Bilanzen der unterschiedlichen Energieträger im letzten Jahr ausgewertet und kommt zu dem Ergebnis: Nach der Windenergie hat nun auch die Photovoltaik die Atomkraft nach weltweit installierten Kapazitäten ein- und überholt.

Weltweit beeindruckende Energiewende

Genaue Zubauzahlen bei der Photovoltaik stünden noch nicht fest, aber Analysten verschiedener Institute schätzen sie um die 100 Gigawatt für das vergangene Jahr. Damit stieg die Gesamtleistung der global installierten Photovoltaik-Anlagen auf etwa 400 Gigawatt. Weil fünf Atomkraftwerke stillgelegt (darunter das deutsche Gundremmingen-B), aber nur vier in Betrieb genommen wurden, sind die Atomkraft-Kapazitäten gemäß der Zahlen der Internationale Atomenergie Agentur (IAEO) nur um 0,3 auf 391 Gigawatt angewachsen. Es zeige sich damit „eine beeindruckende weltweite Energiewende“, bilanziert Kamm.

Selbst in China, wo die Atomlobby angeblich ihre Renaissance feiert, wurden fast 53 Gigawatt Photovoltaik zugebaut. Das Land, in dem mit 18 Reaktoren derzeit der mit Abstand größte Zubau an nuklearer Kapazität weltweit stattfindet, betreibt 39 Atomkraftwerksblöcke mit knapp 35 Gigawatt Leistung (weniger als 4 % am Gesamt-Energiemix).

„Die Energiewende geht weltweit stürmisch voran, weil Solar- und Windkraft betriebswirtschaftlich preiswerter sind als Atom, Erdgas, Erdöl und Kohle“, freut sich Kamm. „Wenn damit begonnen wird, keine Subventionen mehr für Kraftwerke zu bezahlen und alle Kraftwerke für ihre Folgekosten – Atomrisiken und Atommüll wie Klimaschäden – aufkommen zu lassen, werden praktisch nur noch EE-Kraftwerke konkurrenzfähig sein.“

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Quellen (Auszug): iaea.org/pris, sonnenseite.com, atommuell-lager.de, pv-magazine.de; 12.2.2018

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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