Atomkraftwerk Grafenrheinfeld

Atomkraftwerk
Foto: Rainer Lippert
Status:
Abriss läuft
Standort:
Grafenrheinfeld
Kategorie:
Atomkraftwerk
Inbetriebnahme:
17. Jun 1982
Betriebsende:
27. Jun 2015

Seit Mitte 2015 ist das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld in Bayern für immer abgeschaltet. Schon in der Bauphase kam es zu erheblichen Verzögerungen.

Das Atomkraftwerk Grafenrheinfeld nahm im Dezember 1981 43 Monate später als ursprünglich geplant und als elftes kommerzielles AKW in Deutschland seinen Betrieb auf. Vor allem neue und schärfere Sicherheitsbestimmungen führten zur Verzögerung beim Bau.

In direkter Nachbarschaft wurde ein Standortzwischenlager für die hochradioaktiven Abfälle aus dem Betrieb des Meilers gebaut.

Die Wolke

Nach dem Reaktorunfall von Tschernobyl 1986 erschien 1987 das Jugendbuch „Die Wolke“ von Gudrun Pausewang. Dort werden am Beispiel eines fiktiven Atomunfalls am Reaktor Grafenrheinfeld die Folgen eines GAU in Deutschland geschildert. Das Buch war über Jahre Pflichtlektüre im Schulunterricht und wurde 2006 verfilmt.

Mitte 2010 beschlossen zahlreiche Städte und Gemeinden im Umkreis des AKW in einer Resolution die Stilllegung der Anlage. Immer wieder wurde der Abtransport von Atommüll in die Wiederaufarbeitung von Protesten begleitet. Mehr als 1.000 Menschen demonstrierten 2003 gegen die Errichtung eines Atommüll-Lagers.

Großes „Abschaltfest“

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Der rot/grüne Atomausstieg von 2001 sprach dem AKW Reststrommengen zu, die etwa 2014 verbraucht worden wären. Mit dem neuen Atomkonsens 2011 wurde die Stilllegung des AKW Grafenrheinfeld rechnerisch auf Ende 2015 festgelegt.

Eine Minute vor Mitternacht wurde das AKW dann aber schon am 27. Juni 2015 für immer abgeschaltet. Der Betreiber Eon nannte mangelnde Rentabilität des Kraftwerks als Grund für die frühzeitige Stilllegung. Über 10.000 Menschen feierten am 31. Mai auf dem Marktplatz von Schweinfurt ein großes „Abschaltfest“.

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