16.09.2011: Pressemitteilung von .ausgestrahlt

McAllisters Rückholbarkeits-Vorschlag hat Tücken

Langfristige Sicherheit muss vorrangiges Kriterium jeder Atommüll-Lagerung sein

Zur aktuellen Debatte um die Endlager-Suche erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Wenn nun aufgrund des Vorstoßes David McAllisters über die Frage der Rückholbarkeit von Atommüll nachgedacht wird, ist es aus unserer Sicht notwendig, genau zu unterscheiden, wovon eigentlich gesprochen wird.

Wesentlich ist für uns, dass der Atommüll, ob rückholbar oder nicht, an einem Ort gelagert wird, der für eine Million Jahre sicher ist – denn so lange geht von den strahlenden Abfällen eine Gefahr aus. Die Idee der Rückholbarkeit basiert ja auf der Hoffnung, dass unsere Nachkommen irgendwann eine Technik entwickeln, den gefährlichen Müll unschädlich zu machen. Der Lagerplatz muss aber so gewählt sein, dass er auch sicher ist, wenn diese Technik nicht gefunden wird und der Atommüll auf Dauer dort lagert.

Deshalb ist jede oberirdische oder oberflächennahe Lagervariante – wie McAllister sie in seinem Brief an Röttgen auch in Erwägung zieht – keine Lösung des Problems. Denn solche Konzepte taugen – wenn überhaupt – nur für kurze Zeiträume. Castor-Behälter sind beispielsweise nur für wenige Jahrzehnte konzipiert. Und die Umlagerung des Atommülls in neue Castor-Behälter erfordert ein Knowhow, von dem wir nicht wissen, ob es unseren Nachkommen noch zur Verfügung stehen wird.

Nötig ist also weiterhin die Suche nach einem tiefengeologischen Lagerplatz, der für eine Million Jahre sicher ist – ob mit oder ohne Option der Rückholbarkeit. Eines wissen wir schon heute: Gorleben ist dieser Ort nicht, denn der dortige Salzstock hat Kontakt zum Grundwasser und liegt auf einem der größten Gasvorkommen des Landes.“

 

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen.

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