12. Juli 2010

Streit um geplante Anti-Atom-Aktion in Stuttgart

Versammlungsbehörde und Atomkraftgegner streiten sich um Atommüll-Menge

Um eine für Mittwoch geplante Protestaktion von Atomkraftgegnern vor der Villa Reitzenstein in Stuttgart, dem Sitz des baden-württembergischen Ministerpräsidenten Stefan Mappus, gibt es Streit mit der Versammlungsbehörde.

Aus Protest gegen den aggressiven Atomkurs von Stefan Mappus wollen Anti-Atom-Aktivisten unter dem Motto „Mappus, behalt Deinen Müll!“ 126 schwarz-gelbe Fässer vor der Villa Reitzenstein aufstellen. Diese Fässer symbolisieren das ungelöste Problem der Atommüll-Entsorgung. Jedes dieser Fässer steht für tausend echte strahlende Müll-Fässer, die im einsturzgefährdeten Atommüll-Lager Asse II in Niedersachsen bereits abgekippt wurden.

Die Stuttgarter Versammlungsbehörde möchte allerdings nur 25 Fässer zulassen, weil sonst die Richard-Wagner-Straße, an der die Villa Reitzenstein liegt, für die Dauer der Protestaktion gesperrt werden müsste.

„Das Verhalten der Versammlungsbehörde passt kurioserweise genau zur Politik der Landesregierung“, so Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt. „Stefan Mappus möchte die maroden Reaktoren weiterlaufen lassen, sich aber um das ungelöste Atommüll-Problem nicht kümmern. Am liebsten wäre ihm, wenn die Öffentlichkeit gar nicht merkt, dass es nirgends einen Platz gibt, um die strahlenden Abfälle sicher zu lagern. Wenn die Stuttgarter Versammlungsbehörde nun meint, das Aufstellen von 126 Fässern schaffe zu viel Aufsehen, dann bläst sie ins gleiche Horn wie Mappus.“

Die Atomkraftgegner haben inzwischen einen Anwalt eingeschaltet, um die Protestaktion doch noch wie geplant durchführen zu können. Jochen Stay: „Nur wenn die Öffentlichkeit wahrnimmt, wie groß inzwischen die Probleme mit dem täglich in den Atomkraftwerken anfallenden Müll sind, wird es ein Umdenken geben. Wir wenden uns gegen eine Politik des Wegsehens, egal, ob sie von Stefan Mappus oder der Stuttgarter Versammlungsbehörde betrieben wird.

Veranstaltet wird die Protestaktion unter dem Motto „Mappus, behalt Deinen Müll“ von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt in Zusammenarbeit mit den Bürgerinitiativen der niedersächsischen Atommüll-Standorte (BI Lüchow-Dannenberg, Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad und Asse II Koordinierungskreis).  Die Aktion beginnt um 11 Uhr vor der Villa Reitzenstein in Stuttgart (Eingang Richard-Wagner-Straße 15).

 

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen.

www.ausgestrahlt.de


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.ausgestrahlt
Jochen Stay
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