Schweiz
Die Schweiz betreibt aktuell vier Reaktorblöcke an den Standorten Beznau, Leibstadt und Gösgen, die 2021 etwa 29 Prozent zur Gesamtstromerzeugung in der Schweiz beitrugen. Das AKW Mühleberg wurde 2019 abgeschaltet. Der erste kommerziell genutzte Reaktorblock ging 1969 in Beznau in Betrieb und läuft bis heute. Alle drei Standorte liegen unweit der deutschen Grenze. Bisher scheiterte jede Gesetzesinitiative, die sich für einen Atomausstieg oder eine Laufzeitbegrenzung einsetzte. 2017 wurde der Neubau von Atomkraftwerken per Gesetz verboten. 2022 entstand eine Initiative, die erreichen will, dass das Neubauverbot aufgehoben wird. Doch diese hat vorerst wenig Aussicht auf Erfolg.
Im September 2022 gab die Schweizer Atomaufsicht INSI bekannt, dass das Schweizer Endlager in der Region Nördlich Lägern an der Grenze zu Baden-Württemberg entstehen soll. Dabei hatte die Nationale Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) den Standort 2015 zunächst für ungeeignet erklärt. Nur auf Betreiben der INSI blieb der Standort im Verfahren. Das weckt Zweifel daran, ob er wirklich geeignet ist, und macht ihn juristisch angreifbar.
Mehr Infos: Atom-Gefahr beenden – Schweizer AKW abschalten!
Schweizer Atomk(r)ampf
Gekaufte Unterschriften, hohle Versprechen und eine Abstimmungsfarce im Parlament: Wie ein Schweizer Milliardär und ein Atomlobby-Minister den Volksentscheid zum Atomausstieg in der Schweiz aushebeln wollen.
Er soll es bloß nicht nochmal wagen! Minutenlang nehmen sie den Abweichler aus Genf in die Mangel, erst der Fraktionschef persönlich, dann zwei weitere Abgeordnete der rechtspopulistischen Schweizerischen Volkspartei (SVP). Dem Atomprojekt des Schweizer Energieministers Albert Rösti (SVP) seine Stimme verweigern, wie Daniel Sormanni es getan hat? Das darf nicht noch einmal passieren – gopferdelli! Mehr ...
Was wäre wenn
Wenn es im AKW Leibstadt zu einem schweren Unfall kommt, ist Waldshut-Tiengen als erstes betroffen. Ein Gedankenspiel.
Die Kreisstadt Waldshut-Tiengen, ganz im Süden Deutschlands, liegt 2,5 Kilometer vom Schweizer AKW Leibstadt entfernt. Schräg vis-à-vis über den Rhein thront der imposante Kühlturm, direkt daneben ragt der rot-weiß gestrichene Schornstein in den Himmel, aus dessen Mündung die radioaktive Wolke bei einem Kernschmelzunfall im Reaktor ihren Lauf nehmen könnte. Mehr ...
Eingebildete Sicherheit
Das Schweizer AKW Gösgen entspricht seit 46 Jahren nicht einmal grundlegendsten Sicherheitsanforderungen. Die Atomaufsicht hat das erst nicht bemerkt, dann hat sie es gutgläubig abgehakt.
Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat (ENSI) gibt sich ganz unaufgeregt. Beim AKW Gösgen gebe es einen „längeren Betriebsunterbruch“, teilt die Aufsichtsbehörde Ende August mit, dies habe man „zur Kenntnis genommen“.1 Auch der Betreiber des AKW müht sich nach Kräften, den Ball flach zu halten. Grund für den voraussichtlich neunmonatigen Stillstand des zweitgrößten Reaktors der Schweiz seien „gestiegene Behördenanforderungen“, fabuliert er. Und dass er „im Bestreben, das Sicherheitsniveau der Anlage stetig zu erhöhen“, das „Ziel“ verfolge, einen Rohrbruch im nicht-nuklearen Teil der Anlage „mit der gewünschten Sicherheitsmarge“ beherrschen zu können.2
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Trinationaler Atomschutz-Verband (https://atomschutzverband.ch/)