25. Juni 2017: #KettenreAktion

90 Kilometer Widerstand!

An der Menschenkette gegen die Atomkraftwerke Tihange und Doel und für einen europäischen Atomausstieg haben sich auf allen Streckenabschnitten 50.000 Menschen beteiligt.

Die Menschen bildeten ein Band des Protestes über 90 Kilometer - das ist der größte Anti-Atom-Protest seit den Demonstrationen nach der Katastrophe von Fukushima. Immer mehr Menschen nehmen die Bedrohung durch die störanfälligen Reaktoren nicht länger hin und beginnen sich zu wehren. Sie schließen sich zusammen gegen eine Atomwirtschaft, die längst international koopiert. Jetzt muss die Politik handeln: Zum einen die Regierung in Belgien - dort müssen die maroden Atommeiler endlich abgeschaltet werden. Aber auch in Deutschland, wo immer noch acht alte AKW am Netz sind und die Brennelementefabrik in Lingen weltweit Reaktoren mit Brennstoff versorgt.

.ausgestrahlt unterstützte diese Aktion des Bündnis KettenreAktion Tihange.

Filme, Fotos und Artikel

Reportage mit Bildergalerie, Video und faszinierenden Dronenaufnahmen der Kette von Oben: "Impressionen vom Tag: Mit Bändern, Puppen und langen Armen" (Aachener Kurier)

Filmberichte
Tagesschau-Beitrag mit Statement von Aachens Oberbürgermeister und dem Jörg Schellenberg ("KettenreAktion"): "50.000 protestieren gegen belgische AKW" (tagesschau)

Bewegende Luftbilder von der Kette und Statement vom Chef der Städteregion Aachen, Helmut Etschenberg: "Zehntausende demonstrieren gegen Atomkraftwerk Tihange" (ZEIT)

Die Kindernachrichten begleiten Finja (11) auf ihrem Weg mit dem Bus zur Kette: „Menschenkette gegen Atommeiler“ (Logo/KiKa)

Schöner Bericht mit Statements aus fast allen Perspektiven:
" Internationale Menschenkette nach Tihange" (WDR)

Kurzbericht mit Luftbildaufnahmen:
"90 Kilometer lange Menschenkette gegen belgische Reaktoren" (FAZ)

Zwei tolle Filmberichte:
"Menschenkette gegen Atomreaktoren" (stol.it)

Menschen in der Region machen mobil:
"moma-Reporter: Protest gegen den Schrottreaktor Tihange" (Morgenmagazin)

Bildergalerien
"Trommeln gegen die Pannenmeiler" (SZ)  
"Menschenkette gegen marode Atommeiler in Belgien" (WDR)

Sehr stimmungsvolle Fotos von der Strecke aus Belgien:
"Réaction en chaîne" (CollectivHuma)

Online-Artikel:
Die taz erkennt die Menschenkette als "vorläufigen Höhepunkt einer neuen Anti-AKW-Mobilisierung":
"AKW-Gegner überschreiten Grenzen" (taz)

Hintergrundartikel:
"Diesseits des Störfalls" (Junge Welt)

Über den Protest und eine interaktive Karte zu einer möglichen nuklearen Wolke in der Region Aachen:
"50.000 Menschen bilden Kette für Abschaltung von AKW" (Spiegel-Online)

Kurzreportage mit O-Tönen der von Menschen vor Ort:
"Kettenreaktion": Riesige Menschenkette gegen belgische Atommeiler" (südkurier)
"Anti-Atom-Protest über 90 Kilometer" (Frankfurter Rundschau)
"Stop Tihange" - Anti-Atom-Protest über 90 Kilometer" (Merkur.de)

Lob für gute Organisation:
"Auch der Nordkreis macht mit bei der Menschenkette" (Aachener Nachrichten)

Porträts von Menschen vor Ort:
"Eifeler engagierten sich beim Tihange-Protest" (Kölnische Rundschau)

Berichte aus dem Länderdreieck (Auswahl)
"50.000 mensen vormen ketting tegen Tihange" (De Limburger)
"50.000 bildeten Menschenkette von Tihange bis Aachen" (Ostbelgien Direkt)
"50.000 personnes forment une chaîne humaine pour la fermeture de Tihange 2 et Doel 3" (Le Soir)
"50.000 mensen op de been bij protest tegen Tihange" (1Limburg)

Filme, Fotos und Stimmen aus den sozialen Medien
Berührende Zusammenschnitte von Bildern des Tages:
"Chaîne humaine - Mensenketting - Menschenkette" (Youtube)
"Tihange de menselijke ketting reactie" (Youtube)

Hand in Hand in Hand die Straße entlang - spannende Zeitraffer-Aufnahme:
"Tihange 8x" (Youtube)

Impressionen von der Kette direkt vor dem AKW Tihange:
"En Belgique, une chaine humaine géante contre le nucléaire" (LeFigaro)"Belgium: Protesters form 90km long human chain calling for closure of Tihange nuclear plant" (Youtube)

Stimmen auf Facebook:
"Stop Tihange - Reviews" (Facebook)

 

Die drei (Uralt-)Reaktoren in Tihange sind seit vielen Jahren umstritten. Im Jahr 2012 nahm der Betreiberkonzern Electrabel Tihange-2 zeitweilig vom Netz, weil im Reaktordruckbehälter mehrere Tausend Haarrisse entdeckt wurden. Ende 2015 ging der Reaktor dennoch wieder in Betrieb.

Die Städteregion Aachen reichte Anfang März 2016 mit eine Klage gegen das Wiederanfahren von Tihange-2 ein, Nordrhein-Westfalen sowie über 100 Kommunen schlossen sich bis heute an und kündigten parallel eine Beschwerde bei der EU-Kommission wegen der Laufzeitverlängerung für Tihange-1 an. Tihange ist knapp 60 Kilometer Luftlinie von der grenznahen Stadt Aachen entfernt. Sollte es zu einem Super-GAU kommen, wird die dicht besiedelte Region für Jahrzehnte unbewohnbar sein.

Neue  Recherchen deckten zudem auf, dass die deutsche Brennelemente-Fabrik in Lingen monatelang Brennstäbe in für Tihange 2 geliefert hat - obwohl sogar das Bundesumweltministerium die Abschaltung des AKW gefordert hat.

Kettenreaktion Tihange

92 km Anti-Atom-Menschenkette
Tihange (B) – Lüttich (B) – Maastricht (NL) – Aachen (D)
25. Juni 2017

Für den europäischen Atomausstieg – AKW überall abschalten

Im Dreiländereck zwischen Belgien, den Niederlanden und Deutschland ist in den letzten Jahren eine kraftvolle grenzüberschreitende Anti-Atom-Bewegung entstanden. Ausgelöst durch die desolaten Zustände in den belgischen Atomkraftwerken Tihange und Doel mit tausenden Rissen in den Reaktordruckbehältern, wehren sich die Menschen gegen die strahlende Bedrohung.
Wir wissen: der Super-GAU kann jeden Tag in jedem Reaktor passieren. Die Region um Aachen, Maastricht und Lüttich ist nicht nur durch Tihange oder Doel bedroht, sondern auch durch die AKW Borsele in den Niederlanden, Cattenom, Chooz und Gravelines in Frankreich und durch die Atomkraftwerke Lingen und Grohnde in Deutschland.

Wer das Risiko senken will, muss alle AKW abschalten, in Europa und weltweit. Deshalb demonstrieren wir am 25. Juni grenzüberschreitend – gegen die AKW Tihange und Doel sowie gegen alle anderen noch laufenden Reaktoren und Atomfabriken."

Der Atomausstieg in Deutschland dauert viel zu lange. Schon heute werden für die Stromversorgung keine Atomkraftwerke mehr benötigt. Deshalb sollten die noch laufenden acht Reaktoren in der Bundesrepublik jetzt vom Netz gehen und nicht erst 2022. Wer gegenüber den Nachbarländern auf das Abschalten ihrer Schrottmeiler drängt, sollte mit gutem Beispiel vorangehen. Denn viele vergessen: Deutschland ist nach Frankreich nach wie vor der zweitgrößte Atomstromproduzent in der EU.

Vom Ausstieg ganz ausgenommen sind bisher die Atomfabriken in Lingen und Gronau, die unbefristete Betriebsgenehmigungen haben und AKW in zahlreichen Ländern mit Brennstoff versorgen. Auch Tihange und Doel werden mit Brennelementen aus Lingen betrieben. Das muss aufhören. Die Anlagen in Lingen und Gronau müssen sofort geschlossen werden.

Daher rufen die unterzeichnenden Organisationen dazu auf, aktiv zu werden, damit die Atomanlagen in Deutschland wie im Ausland jetzt abgeschaltet werden und nicht erst nach der nächsten Katastrophe. 

Macht mit und setzt mit uns ein grenzüberschreitendes Zeichen, Hand in Hand für einen europäischen Atomausstieg!

Erstunterzeichner*innen:
.ausgestrahlt
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg 
Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) 
Campact 
IPPNW
Umweltinstitut München 
WeMove.EU

Der Aufruf als PDF:  Icon Aufruf zur Kettenreaktion Tihange

Kette_BRD
Bundesweite "Patenregionen" für einzelne Streckenabschnitte

NRW_20170521_01.jpg
Zuteilung der Streckenabschnitte für NRW

Aachen-komplett_neu.jpg
Zuteilung der Streckenabschnitte für die Städteregion Aachen

Die genaue Streckenaufteilung für die Aachener Stadtteile gibt es leider nicht als Karte. Du kannst sie der Strecken-Liste entnehmen:

zur Streckenliste



Der Ablauf der Aktion gliedert sich in folgende Teile:

  • Anfahrt vom Wohnort zu einer Parkmöglichkeit bei dem Streckenabschnitt, der dem eigenen Wohnort zugewiesen ist. Bei der eigenen Zeitplanung ist zu beachten, dass rund um die Strecke viele Menschen unterwegs sind und die Anfahrt länger dauern kann.
  • Fußweg vom jeweiligen Parkplatz zum jeweiligen Sammelpunkt etwa in der Mitte des etwa ein Kilometer langen Streckenabschnitts. (Teilweise liegen die Parkplätze direkt am Sammelpunkt, meist werden aber durchaus 10-20 Minuten Fußweg nötig sein). Die Liste von markierten Parkmöglichkeiten ist noch nicht fertig, wird aber rechtzeitig vor dem 25. Juni veröffentlicht.
  • Bis 14 Uhr sollten alle an ihren Sammelpunkten sein. Dort gibt es kompetente Streckenposten, die beim Aufbau der Kette unterstützen und bei denen es die gelben Kettenbänder gibt.
  • Die Kette baut sich vom Sammelpunkt aus in beide Richtungen auf – bis sie auf die Leute vom jeweils benachbarten Sammelpunkt trifft. In dieser Phase ist es wichtig, immer wieder danach zu schauen, dass die Menschen halbwegs gleichmäßig über den jeweiligen Streckenabschnitt verteilt sind. Sind wir zu wenige, um uns überall die Hände zu reichen, helfen Kettenbänder und Banner.
  • Spätestens um 14.45 Uhr sollte die Kette stehen – es kommt zum Kettenschluss über 90 Kilometer. Wir werden versuchen, diesen Moment durch den Radiosender Limburg 1 (via FM und Internetradio) zu koordinieren (die Frequenz von L1 und den Internetlink zum Radio-stream werden wir auf der Homepage veröffentlichen).
  • Bitte ggf. besondere örtliche Regelungen an Kreuzungen beachten.
  • Ab 15 Uhr löst sich die Kette wieder auf. Alle gehen zurück zu ihren Sammelpunkten. Dort kann es teilweise noch einen gemeinsamen Abschluss geben. 
  • Danach geht es zurück zu den Parkplätzen und auf den Heimweg, mit der Gewissheit, ein unübersehbares Zeichen gegen den Weiterbetrieb gefährlicher Atomkraftwerke gesetzt zu haben.

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Jeder Meter zählt!

Bei der „KettenreAktion Tihange“ demonstrieren Atomkraftgegner*innen aus Belgien, den Niederlanden, Deutschland und vielen anderen Ländern Hand in Hand dafür, die AKW überall abzuschalten.

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Damit das gelingt – und damit nirgendwo Lücken bleiben –, ist die Strecke in 90 Ein-Kilometer-Abschnitte unterteilt. Für jeden Abschnitt gibt es eine "Patenregion" in Deutschland, die diesen füllen soll. Ebenso gibt es in Belgien und den Niederlanden Patenregionen für die Abschnitte:

west1.jpg
Streckenübersicht (Süd-West)
ost1.jpg
Streckenübersicht (Nord-Ost)

So werden sich die Teilnehmer*innen aus Aachen stadtviertelweise auf mehrere Kilometer der Strecke verteilen (Streckenkilometer 10-15). Auch Köln (Partnerstadt von Lüttich) und Koblenz (Partnerstadt von Maastricht) bekommen jeweils mehrere Kilometer. 
Menschen aus der Städteregion Aachen sind einzelnen Abschnitten zugeteilt. Die übrigen Landkreise und Regierungsbezirke in Nordrhein-Westfalen und den angrenzenden Regionen bekommen jeweils einen Abschnitt. Eine Handvoll Streckenabschnitte schließlich sollen bundesweit anreisende Atomkraftgegner*innen füllen. 

Streckenzuordnung im Detail (Tabelle)

+++ Falscher Zeitplan im .ausgestrahlt-Magazin +++
Im aktuellen Magazin ist leider ein falscher Zeitplan für die Kette abgedruckt. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen. Richtig ist:
Bitte sei spätestens um 14 Uhr am Sammelpunkt Deines Streckenabschnitts (genaue Sammelpunkte werden noch veröffentlicht). Plane ausreichend Zeit für die Anfahrt ein, denn es werden viele Menschen unterwegs sein. Zwischen 14 und 14.45 Uhr wird die Kette aufgebaut und wird dann bis 15 Uhr stehen. 

Ablauf im Detail