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27. Februar 2026

Es schreibt: Sarah Lahl

Das Wunder von Lingen? Noch nicht.

Demonstranten bei der Übergabe von Einwendungen vor dem Niedersächsischen Umweltministerium

Lesen, handeln, weiterschicken!

Liebe Freund*in,

das ersehnte Wunder ist in Lingen bislang ausgeblieben. Die Bundesregierung hat Anfang Februar eine fatale Empfehlung ausgesprochen: Sie schlägt vor, dass Rosatom in die Brennelementefertigung in Lingen einsteigt. Damit hat sie eine weitere Chance, die gefährliche Kooperation mit Putins Atomkonzern zu verhindern, ungenutzt verstreichen lassen. Der Ball liegt nun wieder bei der niedersächsischen Landesregierung, der zuständigen Atomaufsicht. Niedersachsens Umweltminister Christian Meyer hat sich bisher ablehnend zum Einstieg von Rosatom in Lingen geäußert. Will er Wort halten, kann seine Entscheidung nur lauten: „Antrag abgelehnt“!

» Hier Pressemitteilung lesen

Auch wenn die Geschichte über die Brennelementefabrik in Lingen bisher kein Happy End hat – und vielleicht auch kein Wunder wird –, ist sie dennoch eine Erfolgsgeschichte.

Seit Framatome / ANF (Advanced Nuclear Fuels) 2022 den Antrag zur Fertigung der Brennelemente russischer Bauart gestellt hat, verhindert eine engagierte und hartnäckige Anti-Atom-Bewegung das Vorhaben – bis heute! Allein durch ihre finanzielle Unterstützung ermöglichen hunderte Menschen die politische Arbeit von .ausgestrahlt in Lingen und stellen sie auf eine breite Basis. Dadurch kann .ausgestrahlt mit Aktionen, wissenschaftlichen Gutachten und konzertierter Pressearbeit wirksam eingreifen. Über 11.000 Menschen erheben Einwendungen gegen das geplante deutsch-russisch-französische Konsortium. Bei dem darauffolgenden Erörterungstermin in Lingen muss sich das niedersächsische Umweltministerium als verantwortliche Genehmigungsbehörde und der Antragsteller Framatome / ANF den zahlreichen Argumenten und kritischen Fragen stellen. Trotz wiederholter Ausweichmanöver müssen sie letztlich erschreckende Sicherheitslücken eingestehen. Die enorme Zahl an Einwendungen und die breite Beteiligung von Organisationen und Einzelpersonen vor Ort führen dazu, dass der Termin drei Tage dauert. Die Resonanz in der – auch internationalen – Presse war entsprechend groß. Viele weitere Aktionen sorgen in der Folge dafür, dass die Medien den Konflikt immer wieder aufgreifen.

Ohne das Engagement der Initiativen vor Ort und einer breiten Unterstützung in der ganzen Bundesrepublik wäre das geplante Vorhaben längst umgesetzt und die niedersächsische Kleinstadt Lingen neue Drehscheibe der west- und osteuropäischen Atomindustrie. Dank unseres gemeinsamen Einsatzes konnte dieses Vorhaben bisher gestoppt werden.

Unser Engagement wirkt. Gleichzeitig muss dieser Erfolg uns Motivation für den weiteren Protest geben. Denn noch ist in Lingen nichts entschieden. Wir müssen den Druck aufrecht erhalten – und zugleich deutlich machen, dass die Anti-Atom Bewegung geschlossen hinter einer niedersächsischen Landesregierung steht, die den Mut hat, die Genehmigung zu verweigern.

Herzliche Grüße
Sarah Lahl
und das ganze .ausgestrahlt-Team

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Sarah Lahl
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