Deutsch-ukrainische Lesung 40 Jahre nach Tschernobyl (mit Diskussion)
Die Reaktorkatastrophe im sowjetischen Kernreaktor im Kraftwerk Tschernobyl vor 40 Jahren löste in der DDR keine Anti-Atomkraft-Bewegung aus, ein offener Diskurs war unmöglich. Eine Ausnahme ist Christa Wolfs „Störfall. Nachrichten eines Tages“ von 1987. Weitaus offener geht 1997 die in der Ukraine gebürtige Swetlana Alexijewitsch den Folgen des Reaktorunglücks nach, lässt Zeitzeugen und Überlebende des Gaus vielstimmiges Zeugnis ablegen in „Tschernobyl. Eine Chronik der Zukunft“. Die literarische Trauma-Verarbeitung des Traumas ist Thema eines Abends des Literatursalons „Sowohl als auch“ am 26. April 2026 in Cottbus im Vereinsheim "Eck51". Nataliia Hrajvoronska, in ihrer Jugend auch Moderatorin beim ukrainischen Fernsehen, und die Journalistin Stefanie Krautz lesen deutsch und ukrainisch aus diesen Büchern vor. Bei der anschließenden Gesprächsrunde sind unter anderem der Ingenieur Johannes Drews dabei (ehemals Vorstand von ICAN Deutschland, International Campagin to abolish nuclear weapons), und der Physiker Dr. Hartmut Leipner.