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18. Januar 2024

Es schreibt: Sarah Lahl

Durchgestrichene Zeichnung (roter Kreis mit diagonaler Linie): Auf einer Handfläche liegt eine Fabrik mit Radioaktiv-Symbol. Auf dem Ärmel steht „Rosatom“ mit Logo. Text: „Atomfabrik schließen! Keine Geschäfte mit Rosatom!“

Ausbau der Atomfabrik in Lingen stoppen – Deine Einwendung zählt!

Lesen, handeln, weiterschicken!

Liebe Freund*in,

in Lingen im Emsland hat der deutsche Atomausstieg nicht stattgefunden. Die hier ansässige Atomfabrik produziert weiter Brennelemente für ausländische AKW. Nun will sie ihre Produktion sogar noch ausbauen. Zusätzlich zu den bisherigen will sie künftig auch Brennelemente für AKW russischer Bauart fertigen – und zwar unter Beteiligung des russischen Staatskonzern Rosatom.

Das Genehmigungsverfahren für den Ausbau läuft bereits. Seit dem 4. Januar 2024 sind die Antragsunterlagen öffentlich zugänglich. Bis zum 3. März können beim niedersächsischen Umweltministerium Einwendungen gegen das Vorhaben erhoben werden.

» Hier Einwendung unterzeichnen

Was die ausliegenden Unterlagen allerdings komplett verschweigen, ist die Rolle Rosatoms bei dem geplanten Projekt. Der Staatskonzern ist direkt dem Kreml unterstellt. Unter anderem im besetzten AKW Saporischschja ist er aktiv am russischen Krieg gegen die Ukraine beteiligt. Und er arbeitet überall auf der Welt daran, weitere Länder von Atomkraft und von seinen Brennelementen abhängig zu machen.
Der Einstieg Rosatoms in die Brennelemente-Fertigung in Lingen bringt enorme sicherheitspolitische Gefahren mit sich. So könnte er dem Kreml-Konzern unter Umständen Zugang zu sicherheitsrelevanten Informationen aus Atomanlagen in der ganzen Welt verschaffen. In den Antragsunterlagen aber ist all dies mit keinem Wort erwähnt. Dabei ist es für die Bewertung des Projektes essentiell.
Die Bundesregierung selbst hat bereits festgestellt, dass eine Beteiligung Russlands an der Brennelemente-Fertigung in Lingen die Sicherheitsinteressen Deutschlands und seiner Verbündeten gefährden würde. Die Erkenntnisse dazu aber hält sie bis heute unter Verschluss. Für ein sachgerechtes Verfahren müssen diese offengelegt und zwingend in das atomrechtliche Genehmigungsverfahren einbezogen werden.

Vor diesem Hintergrund fordert .ausgestrahlt gemeinsam mit weiteren Anti-Atom-Initiativen den Abbruch des Genehmigungsverfahrens.

Im laufenden Öffentlichkeitsbeteiligungsverfahren braucht es jetzt ein deutliches Zeichen des Protests. Jede Stimme, die sich gegen die Pläne zur Ausweitung der Brennelementefabrik erhebt, zählt. Nur wenn wir viele sind, können wir politischen Druck ausüben, die Genehmigung zu verweigern. Hilf mit und unterzeichne jetzt die Einwendung.

» Hier Einwendung unterzeichnen

Mit Deiner Unterschrift kritisierst Du, dass …

  • die geplante Produktion von Brennelementen in Lizenz und unter Beteiligung des staatlichen russischen Atomkonzerns Rosatom dem Kreml die Türen zur nuklearen Infrastruktur in Deutschland öffnet;
  • die Ausweitung der Produktion den Weiterbetrieb gefährlicher Atomreaktoren in ganz Europa fördert, etwa im nur 60 km von Deutschland entfernten tschechischen AKW Temelín oder dem bulgarischen AKW Kosloduj;
  • mit einer Ausweitung der Produktion auch vor Ort die Sicherheitsgefahren und die Belastungen erheblich steigen.
» Hier Einwendung unterzeichnen

Leider können Einwendungen nicht online erhoben werden. Deshalb drucke die Liste bitte aus oder bestell sie dir und schicke sie ausgefüllt und unterschrieben an .ausgestrahlt zurück. Frag unbedingt auch Menschen in Deinem Freundes- und Bekanntenkreis, ob sie gegen die Ausbaupläne in Lingen unterschreiben können – wirklich jede Unterschrift zählt. Bitte schicke Deine ausgefüllte(n) Liste(n) bis 20. Februar 2024 an .ausgestrahlt zurück, damit wir diese fristgerecht und öffentlichkeitswirksam dem niedersächsischen Umweltministerium übergeben können.

Am Samstag, den 20. Januar, gibt es eine Kundgebung vor der Brennelementefabrik in Lingen. Solltest Du in der Nähe sein, komm doch vorbei – und bring Deine Anti-Atom-Fahne mit. Nähere Informationen findest Du im Aufruf.

Mehr zu den Hintergründen des schmutzigen Deals erfährst Du auch auf der .ausgestrahlt-Themenseite zur Brennelementefabrik Lingen.

Herzliche Grüße
Sarah Lahl
und das ganze .ausgestrahlt-Team

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