Pressemitteilung
Drei Jahre ohne AKW: Deutschland ist Vorreiter in Europa
Atomstromerzeugung in Europa 30 Prozent unter historischem Höchststand / Keine Renaissance der Atomkraft in Sicht / Nur Erneuerbare machen unabhängig von Energieimporten
Heute vor drei Jahren (am 15.04.2023) gingen die letzten drei AKW in Deutschland vom Netz. Hierzu erklärt Armin Simon von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:
„Mit dem planmäßigen Abschalten der AKW ist Deutschland ein Trendsetter in Europa. Atomkraft ist in der ganzen EU auf dem Rückzug. Die Atomstromerzeugung ist seit ihrem Höchststand 2004 um 30 Prozent gesunken. Seit der Reaktorkatastrophe von Fukushima sind neben 15 deutschen AKW bereits 23 weitere Reaktoren in Belgien, Frankreich, Großbritannien, Schweden, Spanien und der Schweiz vom Netz gegangen. Spanien hat erst vor wenigen Wochen bekräftigt, seine verbliebenen Reaktoren wie geplant in den kommenden Jahren abzuschalten. Allem Gerede über eine angebliche Renaissance der Atomkraft zum Trotz sind EU-weit gerade einmal zwei (!) AKW in Bau. Eines davon (Mochovce 4 in der Slowakei) ist nach mehr als 40 Jahren noch immer nicht fertig, das andere (Paks 5) steht mit dem Regierungswechsel in Ungarn auf der Kippe. Von den vielbeschworenen SMR ist weit und breit nichts zu sehen; es gibt nicht einmal ein fertiges Konzept dafür, geschweige denn belastbare Risikoanalysen. Nur ein zügiger Ausbau der erneuerbaren Energien macht uns unabhängig von fossil-atomaren Brennstoffimporten, senkt die Stromkosten nachhaltig und trägt entscheidend dazu bei, den Klimawandel zu bremsen. Die Bundesregierung muss in den Verhandlungen über den kommenden EU-Haushalt verhindern, dass deutsches Steuergeld in klimaschädliche, gefährliche und sündhaft teure Atomprojekte fließt.“