Dem Ausstieg entgegen - Die Zukunft ist erneuerbar!

Rückblick: Das war die Anti-Atom-Radtour Nord

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Foto: Rainer Erhard

Übersicht Nordtour

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ROUTENVERLAUF

Tihange (B) (09.07) - Lüttich/Liège (B) (09.07) - Aachen (10.07 ) - Jülich (11.07 ) -
Lützerath/Keyenberg (11.07 )  - Krefeld (12.07) - Kalkar (13.07) - Ahaus (14.07) - Gronau (14.07) - Almelo (NL) (15.07) - Lingen (16.07) - Wippingen (17.07) - Bad Zwischenahn (18.07) - Esenshamm / Brake (19.07) - Bremen (20.07)  - Taaken (21.07) - Stade (22.07) - Brokdorf (23.07) - Hamburg-Altona (24.07) - Lübeck (25.07) - Krümmel (26.07) - Lüneburg (27.07)  - Hitzacker (28.07) - Gorleben (29.07) - Abschaltfest Gorleben (30.07)

 

Fotos und Texte zur Radtour findest Du im Blog

 

Die Diskussion um Atomkraft ebbt nicht ab. Deshalb setzen wir ein weithin öffentlich sichtbares Zeichen gegen alle Versuche, den Atomausstieg zu kippen und die Energiewende zu sabotieren. 

Am 13. August geht die längste Anti-Atom-Demo weiter. In Kahl/Main startet die Südtour der Anti-Atom-Radtour. Bist Du dabei?

Südtour der Anti-Atom-Radtour

So verlief die Nordtour der Anti-Atom-Radtour:

Etappe 1: Tihange (B) bis Lüttich/Liège (B)

Samstag, 9. Juli 2022

Tihange: belgisches Riss-AKW

Die Tour startete in Tihange (B) – neben Doel einer von zwei AKW-Standorten in Belgien. Eigentlich hatte das Land 2003 per Gesetz beschlossen, seine AKW nicht länger als 40 Jahre laufen zu lassen und so bis 2025 aus der Atomenergie auszusteigen. Doch anstatt Tihange 1 wie geplant 2015 abzuschalten, wurde seine Laufzeit um 10 Jahre verlängert. In Tihange 2 fand man tausende feiner Risse im Reaktordruckbehälter, trotzdem erlaubte die belgische Atomaufsicht 2015 den Weiterbetrieb des Reaktors. Auch wegen des Ukraine-Kriegs beschloss die belgische Regierung Mitte März, dass Tihange 3 ebenso wie Doel 2 bis Ende 2035 weiterlaufen soll, um „die Energiesicherheit zu gewährleisten". Wie in Deutschland waren zuletzt die Energiepreise stark angestiegen. Die geplante Laufzeitverlängerung muss allerdings noch mit dem französischen Betreiber Engie verhandelt werden – der könnte dafür viel Geld verlangen. Schon seit Jahren wehrt sich die länderübergreifende Initiative „Stop Tihange“ gegen den Betrieb des AKW, das nur etwa 65 Kilometer von Aachen entfernt liegt. Auch Expert*innen warnen vor der Gefahr, die von dem Pannenmeiler ausgeht, während Behörden und Betreiber jegliches Risiko leugnen.

Die Etappe endete in Lüttich/Liège (B), durch das im Juni 2017 eine 90 Kilometer lange trinationale Menschenkette verlief: 50.000 Menschen protestierten damals gegen den Weiterbetrieb des Riss-AKW Tihange 2.

 

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Etappe 2: Lüttich/Liège über Maastricht bis Aachen

Sonntag, 10. Juli 2022

Aachen: Hauptstadt des deutschen Tihange-Widerstands

Die Etappe folgt weiter dem Verlauf der Menschenkette von 2017) über Maastricht (NL) bis Aachen, der Hauptstadt des deutschen Widerstands gegen den Pannenmeiler Tihange. 2016 reichten die Städteregion Aachen, Maastricht (NL), Wiltz (L), Unternehmen und Privatpersonen mit Unterstützung der Landesregierungen von NRW und Rheinland-Pfalz Klage vor dem belgischen Gericht der Ersten Instanz in Brüssel ein. Sie forderten die Stilllegung von Reaktorblock Tihange 2, weil sie im Falle eines schweren Atomunfalls persönlich schwer betroffen wären. Die Klage wurde 2020 endgültig abgewiesen. Ende 2017 wurden in der Region vorsorglich Jodtabletten an Menschen bis 45 Jahre ausgegeben, damit sie sich bei einem Atomunfall rechtzeitig vor Schilddrüsenkrebs schützen können. Ab 2016 stellten zwei Künstler in Aachen und in anderen Orten der Region zehn „Tihange-AUS“-Säulen  auf und riefen die Menschen dazu auf, dort symbolisch den Hebel umzulegen. Auf diese Weise wurde seitdem bereits 4,1 Millionen Mal die Stilllegung von Tihange 2 gefordert. In Aachen sind mehrere Initiativen zum Thema Atomkraft aktiv: das „Aachener Aktionsbündnis gegen Atomenergie“ , „AKW NEE Aachen“ und die Initiative „3 Rosen e.V.“.

 

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Etappe 3: Aachen über Jülich bis Lützerath/Keyenberg

Montag, 11. Juli 2022

Jülich: Kernforschungszentrum und Zwischenlager

Von Aachen geht es zunächst zum ehemaligen Kernforschungszentrum in Jülich. Es ist heute eine der größten Forschungseinrichtungen Europas und beherbergte einst drei inzwischen stillgelegte Reaktoren. Seit Jahren gibt es eine Kontroverse um die Brennelementkugeln aus dem AVR-Reaktor. Schon seit 2013 fehlt dem Zwischenlager in Jülich die Genehmigung, weil die Halle nicht ausreichend gegen Erdbeben geschützt ist. Die Castor-Behälter mit den Brennelementkugeln stehen trotzdem weiter dort. Der Betreiber setzt sich für den Export der Kugeln in die USA ein – obwohl das illegal wäre. Als mögliche Alternativen werden der Transport ins Zwischenlager Ahaus (wo es ebenfalls Protest dagegen gibt) und der Neubau einer erdbebensicheren Lagerhalle in Jülich verfolgt. Die Initiative „Stop Westcastor“ arbeitet besonders zu diesem Thema.

Lützerath und Keyenburg: Vom Abbaggern bedrohter Ort, Anti-Atom- trifft Klimabewegung

Weiter geht es nach Lützerath und Keyenberg im Braunkohlerevier Garzweiler. RWE, der größte CO2-Emittent Europas, will dort den Klimakiller Kohle abbaggern, das Dorf soll dafür weichen. Seit 2016 läuft die Umsiedlung der Anwohner*innen. Doch wegen des Kohleausstiegs ist die Zukunft des Ortes unklar; die endgültige Entscheidung ist bis 2026 ausgesetzt. Nicht alle Menschen haben den Ort aufgegeben. Seit 2018 gehören Einwohner*innen von Keyenberg dem Bündnis „Alle Dörfer bleiben“ an, das sich für den Schutz der von Tagebauen bedrohten Dörfer einsetzt. Bereits 2021 zeigte der Kreuzweg von Gorleben nach Lützerath – einem Nachbarort von Keyendorf, der ebenfalls abgebaggert werden soll – die Solidarität zwischen der Anti-Atom- und der Anti-Kohle-Bewegung.

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Etappe 4: Lützerath/Keyenberg bis Krefeld

Dienstag, 12. Juli 2022

Krefeld: Castor-Schmiede

Ziel der Etappe ist Krefeld. Dort entwickelt und fertigt die „Siempelkamp Behältertechnik GmbH“ Transport- und Lagerbehälter verschiedenster Bauarten für die Handhabung und Lagerung radioaktiver Stoffe. Darunter sind auch die bekannten „Castor-Behälter“ für AKW-Brennelemente. Sie kamen unter anderem bei den Transporten nach Gorleben und Ahaus zum Einsatz und stehen in allen deutschen Zwischenlagern für hochradioaktiven Müll. Insgesamt werden nach dem Abschalten der letzten AKW in Deutschland bis zu 1.900 solcher Behälter mit stark strahlenden Abfällen zusammenkommen. Sie müssen dann von aktuell 16 Standorten zu einem noch zu findenden Langzeit-Lager für Atommüll transportiert werden. Zum Vergleich: Bei den Castor-Transporten nach Gorleben waren es maximal 12 Behälter auf einmal.
 

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Etappe 5: Krefeld bis Kalkar

Mittwoch, 13. Juli 2022

Kalkar: Schneller Brüter verhindert

Von Krefeld geht es weiter nach Kalkar, wo Deutschland, die Niederlande und Belgien in den 1970er Jahren mit der Errichtung eines Brutreaktors begannen, der statt Uran das Ultragift Plutonium zur Stromerzeugung nutzen sollte. Im September 1977 protestierten bei einer Großdemonstration in Kalkar 40.000 Menschen gegen die Fertigstellung des AKW. Das hierzu beorderte Polizeiaufgebot gilt als eines der größten in der Geschichte der Bundesrepublik. Mit einer Verfassungsbeschwerde konnten Gegner*innen schließlich einen vierjährigen Baustopp erreichen. Verschärfte Sicherheitsauflagen sollten die Bedenken ausräumen, machten das Projekt allerdings auch immer teurer. Trotz massiver Proteste wurde das AKW schließlich 1986 fertig gestellt. Doch wegen sicherheitstechnischer und politischer Vorbehalte erteilte das Land Nordrhein-Westfalen nie eine Betriebsgenehmigung. Ab 1995 wandelte ein niederländischer Investor die größte Investitionsruine Deutschlands in einen Freizeitpark um.

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Etappe 6a: Kalkar nach Ahaus / Etappe 6b: Bus-Transfer nach Ahaus

Donnerstag, 14. Juli 2022

In Kalkar teilt sich die Gruppe. Ein Teil der Gruppe reist ab Kalkar mit dem Bus-Transfer nach Ahaus (Etappe 6b). Der andere Teil der Gruppe radelt nach Ahaus (Etappe 6a).
 

Ahaus: Atommüll-Zwischenlager

Die Etappe endet in Ahaus. Das dortige Brennelement-Zwischenlager ist eines von drei zentralen Atommüll-Zwischenlagern in Deutschland. Dort lagern seit 1992 hochradioaktive Abfälle und seit 2010 auch schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Überregionale Aufmerksamkeit gewann Ahaus spätestens im März 1998, als massive Proteste die Anlieferung von sechs Castor-Behältern aus den AKW Neckarwestheim und Gundremmingen begleiteten. 2005 wurden 18 Behälter mit Brennelementen aus dem Forschungsreaktor in Dresden-Rossendorf – wieder von großen Protesten begleitet – nach Ahaus gebracht. Beantragt und 2016 genehmigt wurde zudem die Einlagerung von 152 Castor-Behältern mit Brennelementkugeln aus dem stillgelegten AVR-Reaktor in Jülich. Die Genehmigung ist derzeit nicht rechtskräftig, weil sie von der Stadt Ahaus und einem Ahauser Bürger beklagt wird. Geplant ist außerdem die Anlieferung von Atommüll aus den Forschungsreaktoren in München, Mainz und Berlin.

Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich die Bürgerinitiative „Kein Atommüll in Ahaus e.V.“ gegen das Zwischenlager. Mit Infoveranstaltungen, Klagen, Camps und Demonstrationen protestiert sie bis heute gegen die Anlage.

 

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Etappe 7b: Ahaus über Gronau bis Almelo (NL) / Etappe 8b: Almelo (NL) bis Lingen

Gronau und Almelo (NL): Uran-Anreicherungsanlagen

Weiter geht es nach Gronau, wo der  weltweit operierende Atomkonzern Urenco die einzige Urananreicherungsanlage Deutschlands betreibt. Während Ende 2022 die letzten Atomkraftwerke in Deutschland abgeschaltet werden, hat sie eine unbefristete Betriebsgenehmigung. Bei der Urananreicherung fällt viel Atommüll an, der zum Teil nach Russland exportiert wird. Der andere Teil lagert in einem gigantischen Zwischenlager auf dem Gelände. Was damit passieren soll, ist unklar, weil der Müll bei der Planung für ein Endlager nicht einkalkuliert wurde. Von Anfang an gab es Widerstand von Bürgerinitiativen, die auch heute noch regelmäßig gegen den Betrieb der Anlage protestieren: der „Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz“, der „Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau“ und das „Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen“.

Auch in Almelo (NL), dem Ziel der Etappe, betreibt Urenco seit Mitte der 1970er Jahre eine Urananreicherungsanlage. Bekannt ist der Ort auch durch den „Vertrag von Almelo“, in dem die Regierungen von Deutschland, den Niederlanden und Großbritannien 1970 die kommerzielle Förderung der brisanten Anreicherungstechnik per Gaszentrifuge vereinbarten. Die Urananreicherung ist eine Schlüsseltechnologie für die Herstellung von AKW-Brennstoff, aber auch von Atomwaffen. Großbritannien und die Niederlande halten je ein Drittel der Anteile von Urenco. Die deutschen Atomkraftwerksbetreiber RWE und E.on besitzen jeweils ein Sechstel. Deutschland ist also selbst kein Anteilseigner, hat aber ein Vetorecht und damit eine gewisse Chance, Einfluss zu nehmen.

Lingen: Noch laufendes AKW, Zwischenlager und Brennelementefabrik

In Lingen befinden sich gleich mehrere Atomanlagen. Das pannenanfällige Atomkraftwerk Lingen war von 1969 bis 1977 am Netz und befindet sich seit 1988 im „temporären Einschluss“, damit die Radioaktivität abklingt. Das Atomkraftwerk Emsland in Lingen läuft seit 1988 und wird Ende 2022 abgeschaltet. In dem AKW wurden dieselben gefährliche Risse an Dampferzeugerheizrohren gefunden wie in Neckarwestheim. Außerdem ist es, wie alle AKW in Deutschland, völlig unzureichend gegen Terrorangriffe gesichert. Die Genehmigung für die Zwischenlagerhalle, in der momentan 47 Castor-Behälter mit hochradioaktivem Atommüll lagern, läuft 2042 aus – lange bevor es ein Dauerlager für Atommüll geben wird. Was dann passiert, ist völlig offen.

Das Brennelementewerk Lingen betreibt Advanced Nuclear Fuels GmbH, eine deutsche Tochter des französischen Konzerns Framatome. Während die letzten Atomkraftwerke in Deutschland Ende 2022 endlich abgeschaltet werden, hat die Brennelementfertigung eine unbefristete Betriebsgenehmigung. Das Werk deckt jährlich rund 10 Prozent des weltweiten Bedarfs an Atombrennstoff und kann 35 große AKW vollständig versorgen. Zu den Abnehmern gehören Risiko-Reaktoren wie Doel und Tihange in Belgien und der störanfällige französische Meiler Cattenom. Atomkraftgegner*innen vom Bündnis „AgiEL“ protestieren regelmäßig gegen den Betrieb der Anlage. 2016 empfahl die Umweltministerkonferenz die Schließung der Urananreicherungsanlage in Gronau und des Brennelementewerks Lingen, die laut Rechtsgutachten mit der Verfassung vereinbar wäre. Schon weit über 300 Initiativen und Organisationen fordern in der „Lingen-Resolution“ die sofortige Stilllegung von AKW und Brennelementfabrik. Bislang weigert sich die Bundesregierung trotzdem, den Betrieb der Anlage zu beenden.
 

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Etappe 9: Lingen bis Wippingen

Sonntag, 17. Juli 2022

Wippingen: Salzstöcke Wahn, Lathen, Börger, Teilgebiete der Standortsuche

Die Etappe verläuft durchs Emsland und endet in Wippingen. Die Salzstöcke in der Region könnten bei der aktuell laufenden Standortsuche für ein tiefengeologisches Atommüll-Lager in die engere Auswahl kommen. In Wahn liegt einer der drei Salzstöcke, die schon Mitte der 1970er Jahre neben Gorleben für ein Atommüll-Endlager in Betracht gezogen wurden; Geologen hielten ihn sogar für geeigneter als Gorleben. Die Erkundungsarbeiten und der Plan für eine Wiederaufbereitungsanlage wurden 1976 aufgrund massiver Proteste der Bürger*innen eingestellt. Doch auch eine Studie der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) aus dem Jahr 1995 nannte Wahn im Emsland als eine von vier möglichen Alternativen zu Gorleben. Und die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) hält die drei Salzstöcke in den Samtgemeinden Lathen, Sögel und Dörpen im Emsland für grundsätzlich als Endlagerstandort geeignet. Die Suche geht also von vorne los – und auch der Protest. In den Ortschaften formiert sich bereits der Widerstand, eine Interessengemeinschaft „Kein Atommüll-Endlager im Emsland“ wurde 2021 gegründet.

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Etappe 10: Wippingen bis Bad Zwischenahn

Montag, 18. Juli 2022

Bad Zwischenahn: Salzstock als Teilgebiet der Standortsuche

Von Wippingen geht es weiter nach Bad Zwischenahn. Auch der Salzstock unter dem Zwischenahner Meer wurde bereits 1995 von der BGR als mögliche Alternative zu Gorleben gehandelt. Und wie die Salzstöcke bei Wahn taucht Bad Zwischenahn im „Zwischenbericht Teilgebiete“ der Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) als ein möglicher Standort für das deutsche Atommüll-Endlager auf. Mit einer Resolution, die an das Bundesumweltministerium gerichtet ist, hat sich der Rat der Gemeinde Bad Zwischenahn Anfang 2021 gegen ein mögliches Endlager für Atommüll ausgesprochen.

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Etappe 11: Bad Zwischenahn bis Esenshamm (Brake)

Dienstag, 19. Juli 2022

Esenshamm: AKW-Abriss und Zwischenlager

In Esenshamm wurde nach dem Super-GAU von Fukushima  das AKW Unterweser 2011 für immer abgeschaltet und befindet sich jetzt im Rückbauverfahren. Im Juni 2009 erklommen Aktivist*innen von Greenpeace die Reaktorkuppel, um dagegen zu protestieren, dass große Mengen Abrissmaterial als Bauschutt „freigemessen“ und auf konventionellen Deponien landen sollen.

Neben dem AKW befindet sich ein Standort-Zwischenlager für Castor-Behälter mit hochradioaktiven abgebrannten Brennelementen. Genehmigt ist die Halle bis 2047. Was danach mit den Behältern passieren wird und ob sie so lange dicht bleiben, ist unklar. Die Zwischenlagerung des hochradioaktiven Atommülls wird jedenfalls sehr viel länger dauern als ursprünglich geplant. Weder die Hallen noch die Castoren sind auf derart lange Zeiträume ausgelegt, doch die Politik nimmt das Problem nicht ernst. Der „Arbeitskreis Wesermarsch“ begleitet den Rückbau des AKW und alle Fragen rund um das Zwischenlager kritisch.

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Etappe 12: Esenshamm (Brake) bis Bremen

Mittwoch, 20. Juli 2022

Bremen: Großstadt mit Anti-Atom-Geschichte

Weiter geht es nach Bremen, eine Stadt mit langer Anti-Atom-Geschichte. Bereits Anfang der 1970er Jahre entstanden hier die ersten Bürgerinitiativen gegen Atomkraft und Anti-AKW-Arbeitsgruppen an der neu gegründeten Hochschule. Nach den Super-GAUs in Tschernobyl und Fukushima gingen jeweils tausende Menschen für den Atomausstieg auf die Straße.

Das Land Bremen hat zwar kein eigenes AKW, entwickelte sich aber im Laufe der Zeit mit seinen Häfen zu einer Drehscheibe des Nordens für Atomtransporte. Allein von 2005 bis 2010 liefen 334 Atomtransporte über Bremer Häfen. Auch Castortransporte rollten immer mal wieder durch Bremen, zuletzt im Jahr 2020 sechs Castoren aus der Wiederaufarbeitung in Sellafield mit Ziel Biblis. Auf Beschluss der Landesregierung war der Umschlag von Atombrennstoffen über Bremer Häfen seit 2010 untersagt. Doch 2022 kassierte das Bundesverfassungsgericht das Verbot: Die Regelung sei mit dem Grundgesetz nicht vereinbar, denn die Gesetzgebungsbefugnis für die friedliche Nutzung der Kernenergie stehe ausschließlich dem Bund zu – nicht dem Land Bremen.

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Etappe 13: Bremen bis Taaken

Donnerstag, 21. Juli 2022

Taaken: Salzstock als Teilgebiet der Standortsuche

Weiter geht es nach Taaken. Gleich sieben potenzielle Endlagerstandorte im Landkreis Rotenburg führt die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) in ihrem „Zwischenbericht Teilgebiete“ vom September 2020 auf. Darunter ist auch der 85 Quadratkilometer große Salzstock Taaken/Scheeßel/Ostervesede. Ein Gutachten des Öko-Instituts Darmstadt kam zu dem Ergebnis, der Salzstock sei „nicht besonders geeignet“, weil es Hinweise auf Erdbeben wegen der Erdgasförderung in der Region gebe. Daraufhin gründete sich die Bürgerinitiative „Kein Endlager im Landkreis Rotenburg".

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Etappe 14: Taaken bis Stade

Freitag, 22. Juli 2022

Stade: AKW-Abriss

Ziel der Etappe ist Stade. Das Atomkraftwerk Stade ist ein Druckwasserreaktor der ersten Generation und wurde von 1972 bis zur endgültigen Abschaltung 2003 trotz gravierender Sicherheitsprobleme betrieben. Es war das erste AKW, das nach dem rot-grünen Atomausstieg abgeschaltet wurde. Aktuell befindet es sich noch immer im Abriss, obwohl der schon 2015 abgeschlossen sein sollte. Der schwach- und mittelradioaktive Atommüll, der dabei anfällt – ca. 3.000 Tonnen – soll bis zur Inbetriebnahme von Schacht Konrad im Zwischenlager auf dem Gelände bleiben. Doch der weitaus größte Teil des Abrissmaterials von insgesamt 330.000 Tonnen wird „freigemessen“: Liegt die Strahlung unter bestimmten, politisch festgelegten Grenzwerten, wird das Material wie normaler Müll auf einer Deponie entsorgt. Für den Abriss rechnet der Betreiber mit Kosten von inzwischen einer Milliarde Euro, doppelt so viel wie ursprünglich veranschlagt und mehr als dreimal so viel wie der Bau des AKW einst kostete.

Vor allem der Abtransport der verbrauchten Brennelemente zur Wiederaufarbeitung im Ausland sorgte auch nach dem Abschalten des AKW Stade immer wieder für Proteste. Vor einigen Jahren demonstrierten Bürger*innen zudem gegen die Anlieferung von Bauschutt aus dem AKW auf einer Deponie in Niedersachsen. Daraufhin wurde der Abfall bis nach Sachsen gefahren – wo es ebenfalls Protest hagelte.

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Etappe 15: Stade bis Brokdorf (Glückstadt)

Samstag, 23. Juli 2022

Brokdorf: Abgeschaltetes AKW und Zwischenlager

Das Atomkraftwerk Brokdorf in der Wilstermarsch an der Elbe, das Ziel der Etappe, schrieb schon während der Bauphase Geschichte. Gegen die Planung und den Bau des Kraftwerks fanden ab 1976 zahlreiche Demonstrationen statt. Wenige Monate nach Baubeginn wurde 1977 ein Baustopp verhängt. Als sich abzeichnete, dass der Bau fortgesetzt wird, nahmen am 28. Februar 1981 weit mehr als 80.000 Menschen an einer Großdemonstration in der Wilstermarsch teil – die bis dahin größte Aktion gegen Atomkraft in der Bundesrepublik. Etwa 200 Demonstrant*innen wurden verletzt, rund 10.000 Polizist*innen waren im Einsatz. Im Frühjahr 1981 wurde der Bau unter starken Protesten fortgesetzt. Im Sommer 1986 wurden Hamburger Demonstrationsteilnehmer*innen auf dem Weg zum Kernkraftwerk Brokdorf angehalten, die Polizei machte Jagd auf sie und demolierte ihre Autos. Im Oktober 1986 ging das AKW als weltweit erste Anlage nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl in Betrieb.

Viele Jahre lang demonstrierten jeden Monat Atomkraftgegner*innen von „Brokdorf akut“ für die Stilllegung des Atommeilers in der Wilstermarsch. Eine der größten Aktionen war 2010 die „Kettenreaktion“: Am 24. April nahmen sich 120.000 Menschen an die Hände und demonstrieren in einer Menschenkette von Brunsbüttel über Brokdorf bis Krümmel ihre Ablehnung gegen die von der gelb-schwarzen Bundesregierung geplanten Laufzeitverlängerung für alle deutschen Meiler. Mit der Projektion verschiedener Slogans wie „Dat Ding is ut!“ auf die Kuppel des Meilers feierte .ausgestrahlt, dass das AKW Brokdorf am 31.12.2021 endlich vom Netz ging.

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Etappe 16: Brokdorf (Glückstadt) bis Hamburg-Altona

Sonntag, 24. Juli 2022

Hamburg: Großstadt mit Anti-Atom-Geschichte

Hamburg ist die Heimatstadt von .ausgestrahlt und dem „Anti-Atom-Büro Hamburg“ und hat eine lange Anti-Atom-Geschichte.

Der Hamburger Hafen ist Drehscheibe für Atomtransporte, sowohl von Atombrennstoffen als auch von Atommüll. Dagegen gab es regelmäßig Proteste. Bis zum Wiederaufarbeitungs-Stopp 2005 gab es hier immer wieder auch Widerstand gegen Castor-Transporte aus den norddeutschen AKW in die Wiederaufarbeitungsanlagen ins Ausland. Im März 2011 protestierten unter dem Eindruck der Atomkatastrophe in Japan in Hamburg und vielen anderen Orten insgesamt mehr als 250.000 Menschen für den Atomausstieg. Es handelte sich um die bis dahin größten Anti-Atom-Proteste in Deutschland.

Der „Hamburger Kessel“ war ein rechtswidriger Polizeieinsatz, der im Juni 1986 in Hamburg stattfand. Nachdem es am Vortag nahe den Bauplätzen in Brokdorf und Wackersdorf zu brutalen Polizeieinsätzen gegen Protestierende gekommen war, fanden sich am 8. Juni Menschen zu einer spontanen Demonstration auf dem Heiligengeistfeld in Hamburg zusammen. Mehr als 800 von ihnen wurden von der Polizei eingekesselt und bis zu 13 Stunden lang festgehalten. Im Verlauf des Tages kam es rund um die Demonstration zu schweren Auseinandersetzungen zwischen Sympathisant*innen der Eingekesselten und der Polizei. Wenige Tage später demonstrierten etwa 50.000 Menschen, angeführt von etwa 100 Taxis, gegen Polizeiwillkür in Hamburg. Der Einsatz wurde später vom Verwaltungsgericht Hamburg für unrechtmäßig erklärt.

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Etappe 17a: Hamburg-Altona bis Lübeck

Montag, 25. Juli 2022

Lübeck: Deponie Niemark für Atomschutt

Für diesen Teil der Gruppe geht es von Hamburg direkt nach Lübeck. Das „Freimessen“ von AKW-Abrissmaterial, bei dem strahlendes Material auf Bauschutt-Deponien und in Müllverbrennungsanlagen landet, ist eines der großen Probleme beim AKW-Abriss. Eine der Deponien, die Material aus dem AKW-Abriss aufnehmen sollen, liegt im Stadtteil Lübeck-Niemark. Nachdem sich die Bürger*innen der Stadt Lübeck im November 2020 mit einer deutlichen Mehrheit von 58 Prozent gegen die Deponierung freigemessener Abfälle aus dem Abriss des AKW-Brunsbüttel aussprachen (nur 28 Prozent waren dafür), folgte eine „Zwangszuweisung“ des Atomschrotts durch Jan-Philipp Albrecht, den grünen Umweltminister von Schleswig-Holstein. Die 2020 gegründete Bürgerinitiative „Lübeck ohne Atomschutt“ wehrt sich trotzdem weiter gegen die Deponierung.
 

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Etappe 18a: Lübeck bis Bergedorf (Krümmel )

Dienstag, 26. Juli 2022

Krümmel: AKW-Abriss, Zwischenlager und Ex-Kernforschungszentrum

Nächster Stopp der Anti-Atom-Radtour ist Geesthacht an der Elbe. Hier ging das Atomkraftwerk Krümmel 1983 in Betrieb und war bis 2007 im Leistungsbetrieb. Nach vielen Pannen wurde es 2011 endgültig stillgelegt. Neben dem AKW steht ein Standort-Zwischenlager mit 41 Castor-Behältern. Dessen Betriebsgenehmigung läuft für 40 Jahre bis 2046 – ein Dauerlager für Atommüll wird dann noch lange nicht in Betrieb sein. Das Zwischenlager könnte also, wie auch an anderen Standorten, zum Dauerlager werden.

In der Nähe des AKW steht außerdem das Forschungszentrum Geesthacht, wo früher Atomantriebe für die zivile Schifffahrt entwickelt wurden. Der Rückbau der stillgelegten Forschungsreaktoren FRG-1 und FRG-2 ist geplant und könnte bis 2030 erfolgen. Auf dem Gelände liegt außerdem in einem Betonsarg der Reaktor eines Atomschiffs.

Dass die Häufung von Leukämiefällen bei Kindern in der Region ab 1990 mit Zwischenfällen im AKW Krümmel oder im FRG-1 zusammenhing, konnte nie endgültig wissenschaftlich belegt werden, gilt aber als wahrscheinlich. Es handelt sich um die weltweit höchste erfasste Leukämierate auf kleinem Raum bei Kindern und gleichzeitig um den am besten erfassten und dokumentierten Cluster weltweit.

Bei der 120 Kilometer langen Menschenkette vom AKW Brunsbüttel bis vor das AKW Krümmel am 24. April 2010 protestierten 120.000 Menschen gegen die von der gelb-schwarzen Bundesregierung geplante Laufzeitverlängerung für alle deutschen Meiler. Bei der letzten großen Aktion in Krümmel forderten 2011 am Ostermontag 15.000 Menschen die endgültige Stilllegung des AKW. Der „BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.“ arbeitet zu den drei inzwischen stillgelegten Atomkraftwerken in Schleswig Holstein.

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Etappe 19: Krümmel über Bahlburg bis Lüneburg

Mittwoch, 27. Juli 2022

Bahlburg: Salzstock als Teilgebiet der Standortsuche

Von Krümmel geht es zum Salzstock Bahlburg. Er ist eines der 90 Teilgebiete, die laut Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) grundsätzlich als Standorte für ein Atommüll-„Endlager“ in Frage kommen. Mitte 2021 wurde bekannt, dass die BGE den Salzstock Bahlburg zur Methodenentwicklung bei der Endlagersuche nutzen will, weil er „sehr durchschnittlich hinsichtlich Größe, Beschaffenheit und Datenlage“ sei. Aus diesem Grund sollen dort die Maßstäbe erforscht werden, die künftig an alle anderen potentiellen Standorte dieser Art angelegt werden. Die 2021 gegründete „Bürgerinitiative gegen Atom-Endlager im Salzstock Bahlburg“ befürchtet, dass der Salzstock Bahlburg damit bereits in der engeren Auswahl für das Langzeit-Lager ist.

Lüneburg: An der Castorstrecke, Teilgebiete der Standortsuche

Ziel der Etappe ist Lüneburg. Hier war bis 2011, als der letzte Castor durchrollte, einmal im Jahr absoluter Ausnahmezustand rund um den Bahnhof. Immer wieder fanden in Lüneburg auch größere Anti-Atom-Demos statt, zum Beispiel zum Auftakt der Castor-Proteste 2005. Außerdem gab es bei jedem Castor-Transport im Clamart-Park in Lüneburg ein Camp. Vor dem Landgericht Lüneburg wurden zahlreiche juristische Auseinandersetzungen ausgefochten, darunter der Prozess um die „Blockade von Süschendorf“: Vier Atomkraftgegner*innen gelang es am 27. März 2001 bei Süschendorf, die Bahnstrecke durch Selbst-Anketten zu blockieren. Wie kaum eine andere Aktion zuvor setzte sie Akzente in der medialen Berichterstattung. Das Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom(LAgA) ist bis heute aktiv, unter anderem auch in der Begleitung der Endlagersuche.

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Etappe 20: Lüneburg bis Hitzacker

Donnerstag, 28. Juli 2022

Castorwiderstand

Die Etappe verläuft entlang der eingleisigen Eisenbahnstrecke von Lüneburg Richtung Dannenberg, die speziell für den Transport des Atommülls ausgebaut wurde. An dieser Strecke gab es immer wieder heftige Proteste; auch die Castor-Proteste auf den Schienen konzentrierten sich auf diesen Streckenabschnitt. Hier fanden Sitzblockaden und Ankett-Aktionen in Betonblöcken im Gleisbett oder mit Rohren statt. Wiederholt kam es zu Sabotageaktionen, zum Beispiel wurden zwei Schienenstränge herausgeflext und zu einem X gelegt.

Besonders in Erinnerung geblieben sind die Blockade von Süschendorf im März 2001, die „Castor Schottern!“-Aktionen 2010 und 2011, als sich tausende Menschen über viele Stunden auf die Schienen setzten, und die Blockade 2011 der Bäuerlichen Notgemeinschaft bei Hitzacker, bei der die Polizei vor der aufwendigen Pyramidenkonstruktion aus Beton kapitulierte. Die Etappe endet in Hitzacker.

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Etappe 21: Hitzacker über Dannenberg bis Gorleben (Gedelitz)

Freitag, 29. Juli 2022

Dannenberg: Castor-Verladekran

Von Hitzacker geht es weiter Richtung Bahnhof Dannenberg-Ost, wo der Schienentransport der Castor-Behälter an einem großen Verladekran endete. Dort wurden sie für den Transport auf der Straße auf große LKW-Tieflader umgeladen. Die größte Sitzblockade fand 1997 direkt am Kran statt: 10.000 Menschen saßen als „X-tausendmal quer“ im Nebel der Wasserwerfer. Im selben Jahr wurde die Straße an mehreren Strecken unterhöhlt. Sitzblockaden fanden an vielen Orten statt, zuletzt saßen tausende Menschen zwischen Gorleben und dem Zwischenlager auf der Straße. Immer wieder wurden hunderte Trecker quer geparkt und miteinander verkeilt. In Erinnerung sind auch verschiedene Blockadeaktionen mit Leichenwagen und mit einem Bierlaster von Greenpeace sowie mehrere Pyramiden der Bäuerlichen Notgemeinschaft.

Gorleben: Zwischenlager, verhindertes Atommüll-Bergwerk

Das Ziel der Radtour steht symbolisch für den Protest gegen die Nutzung der Atomenergie in Deutschland. Ausgewählt wurde Gorleben 1977 als Standort eines gigantischen „Nuklearen Entsorgungszentrums“, übrig blieben nach der am Protest gescheiterten Wiederaufarbeitungsanlage immerhin das Erkundungsbergwerk Gorleben, eine nie genutzte Pilotkonditionierungsanlage für die Umverpackung des Abfalls in Endlager-Behälter, ein zentrales Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle mit 113 Castor-Behältern mit Abfällen aus der Wiederaufarbeitung im Ausland und ein Zwischenlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Was mit den Castor-Behältern in Gorleben passieren soll, wenn 2034 die Genehmigung für das Zwischenlager ausläuft, ist offen. Bis das geplante „Endlager“ für hochradioaktive Abfälle in Betrieb geht, entsteht eine zeitliche Lücke von mehreren Jahrzehnten. Klar ist nur, dass die Behälter für derart lange Zeiträume weder ausgelegt noch genehmigt sind. Die „Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg e.V.“  ist vor Ort weiter aktiv.

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Abschaltfest in Gorleben

Samstag, 30. Juli 2022

Nach mehr als 40 Jahren Widerstand gegen die Pläne, im untauglichen Salzstock Gorleben-Rambow ein „Endlager“ für Atommüll zu bauen, wurde Gorleben im September 2020 aus der Suche nach dem Standort für ein Atommüll-Lager ausgeschlossen. Damit wurden die lange bekannten geologischen Mängel des Salzstocks endlich auch von offizieller Seite eingeräumt. Denn die Entscheidung für Gorleben erfolgte nicht wegen günstiger geologischer Voraussetzungen, sondern weil in dem abgelegenen Landstrich mit wenig Protest gerechnet wurde. Stattdessen fanden hier nicht nur einige der größten Polizeieinsätze in der Geschichte der Bundesrepublik statt, es entstand auch eine der größten und wichtigsten Widerstands-Bewegungen in Deutschland, die Maßstäbe für Demokratieverständnis setzte. Dass nach Jahrzehnten der Fokussierung auf nur einen Standort die Suche nach einem Langzeitlager für hochradioaktiven Müll neu gestartet wurde, ist ein Erfolg, der ohne den unermüdlichen Widerstand nicht möglich gewesen wäre. Das Ende für Gorleben: Der Standort ist raus. Das ist ein Grund zum Feiern! Und trotzdem: Aus Gorlebens leidvoller Geschichte wurden noch nicht die richtigen Lehren gezogen. Es mangelt weiter an Transparenz, an Rechten für die von der Standortsuche Betroffenen und an einem Verfahren, das wissenschaftlichen Kriterien eindeutig Vorrang vor politischer Einflussnahme gibt. Gründe genug, sich weiter einzumischen.

 

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