.ausgestrahlt-Blog

Der Präsident der baden-württembergische Landesärztekammer erklärte kürzlich: Abruchmaterial aus Atomkraftwerken mit einer Strahlenbelastung unter zehn Mikrosievert ist ungefährlich. Auch Ministerpräsident Untersteller erachtet das Freigabeverfahren für „sinnvoll“ und hebt den Anlieferungsstopp für Bauschuttdeponien auf. Atomkraftgegner*innen widersprechen und kündigen weitere Proteste an.

Obwohl das Atommüll-Zwischenlager am AKW Brunsbüttel keine Genehmigung mehr hat, will der Energiekonzern Vattenfall dort weitere Castoren mit strahlenden Abfällen einlagern. Das wäre illegal, doch die Politik will das offenbar billigen. Zur Zeit können Einsprüche gegen eine neue Genehmigung für die Lagerhalle gemacht werden.

Die Stromversorgung in Europas Atom-Land Nummer 1 ist zur Zeit akut gefährdet, weil zahlreiche Reaktoren ausgefallen sind. Trotzdem hält Frankreich an der gefährlichen Technik fest: Die EU genehmigte kürzlich ein milliardenschweres Rettungspaket, mit dem der Atomkonzern AREVA gerettet werden soll.

Das bayerische Atomkraftwerk Gundremmingen muss kurz nach Abschluss von Wartungsarbeiten und erfolgter Inbetriebnahme gleich wieder vom Netz. Im Sicherheitsbehälter wurde ein Leck gefunden.

Das niedersächsische Atomkraftwerk Emsland ist seit dem zweiten Weihnachtstag vom Netz. Es werden neue Brennelemente eingesetzt, darunter auch welche, die das Ultragift Plutonium enthalten. Kürzlich gab es einen Störfall. AtomkraftgegnerInnen fordern: Stilllegen statt Plutonium einsetzen!

Im Sommer 2012 blockierten Anti-Atom-AktivistInnen einen Zug, der Atommüll aus der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau ins Ausland transportierte. Das Oberlandesgericht Hamm bestätigte nun die bereits vom Landgericht Münster verhängten Strafen, die unüblich hoch sind. Es handelt sich um den Versuch, politisch aktive Menschen einzuschüchtern, so die Betroffenen.

Jetzt ist es also soweit: zwei atompolitische Konflikte, in denen .ausgestrahlt und viele Anti-Atom-Bewegte in den letzten Jahren kräftig mitgemischt haben, gehen am selben Tag zu Ende: Am 15. Dezember 2016 beschließt der Bundestag das Gesetzespaket in Sachen Folgekosten der Atomkraft und ermöglicht damit den AKW-Betreibern, sich aus der Verantwortung ...