Zwischenlager Nord, Lubmin
Das Zwischenlager Nord in Lubmin bei Greifswald dient der Aufbewahrung von schwach-, mittel- und hochradioaktivem Abfall. Er stammt teilweise aus dem Rückbau der großen Atomanlage, die aus acht Reaktoren besteht. Außerdem wurden in der Vergangenheit Großkomponenten und Atommüll-Behälter aus anderen Anlagen angeliefert.
Im November 1999 erhielt das Zwischenlager die Genehmigung, schwach- und mittelradioaktive Stoffe unbefristet und hochradioaktive Stoffe befristet bis zum Jahr 2039 zu lagern. Die Anlage besteht aus acht Hallen. Halle 8 ist für die Aufbewahrung von Brennelementen in maximal 80 Castor-Transportbehältern vorgesehen. Ein Neubau ist in Planung, da die bestehenden Hallen gemäß der Vorgaben zum Schutz gegen Einwirkungen Dritter (SEWD) nicht ausreichend gesichert werden können.
2019 stellte der Betreiber den Antrag, das neue Zwischenlager "ESTRAL" zu errichten, ein monolithischer Stahlbeton-Bau mit 1,8 m Wandstärke. Nicht vor 2027 ist mit der Inbetriebnahme des dann robustesten Zwischenlagers in Deutschland zu rechnen. Alle 74 Castor-Behälter am Standort sollen dorthin umgelagert werden.
Proteste anlässlich von Atommülltransporten
Für Proteste sorgte in der Vergangenheit die Einlagerung von Atommüll in das Zwischenlager Nord. So wurden Ende 2010 unter teilweise massiven Behinderungen Castor-Behälter mit der Bahn aus dem französischen Cadarache und im Februar 2011 aus der Atomanlage Karlsruhe angeliefert. Mehrere tausend Menschen beteiligten sich an Demonstrationen.
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Zwischenlager werden Jahrhundert-Lager
Der hochradioaktive Atommüll in Deutschland muss deutlich länger zwischenlagern als ursprünglich geplant. Heimlich, still und leise werden aus Zwischenlagern Jahrhundertlager – obwohl Sicherheitsfragen ungeklärt sind.