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15.08.2013 | von Redaktion

Asse II: BfS beginnt mit Verfüllarbeiten

BfS betoniert den Zugang zur Atommüllkammer 10 auf der 750-m-Sohle

Der Asse II-Koordinationskreis ist empört über die Art und Weise, wie das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) entgegen eigenen Absprachen mit der Bevölkerung umgeht. Wie jetzt durchsickerte, hat das BfS am Dienstag, den 13.8. damit begonnen, den Zugang zur Einlagerungskammer 10 und den Bereich davor zu verfüllen. Das BfS steht nicht zu seinem Wort, der Bevölkerung erst ein konkretes Rückholungskonzept vorzulegen, bevor Maßnahmen eingeleitet werden, die die Rückholung behindern. „Es ist schon erstaunlich, wie das BfS Transparenz lebt: Pressemeldungen zu jedem Einsatz ihres Info-Mobiles auf Wochenmärkten, aber keine Meldung über diese einschneidende Maßnahme der Verfüllung auf der 750-m-Sohle. Hat hier jemand etwas zu verbergen?“ hinterfragt Udo Dettmann das Vorgehen des Betreibers. „Wie geht das BfS mit eigenen Zusagen um? Die Schaffung von Vertrauen sieht anders aus! Hier fehlt die Zuverlässigkeit!

BfS reduziert weiteren Handlungsspielraum

Sie reden von Rückholung, aber sie planen konsequent die Verfüllung!“ Neben der Einlagerungskammer 10 liegt der Abbau 9, in den Lauge aus dem Lösungszutritt der Südflanke läuft. Diese durchströmt auch die östlich neben ihr gelegene Einlagerungskammer 8 und tritt in der Abbaubegleitstrecke davor wieder aus. Es besteht die begründete Befürchtung, dass in die Einlagerungskammer 10 ebenfalls Lösung eintritt. „Somit ist mittelfristig die Abbaubegleitstrecke vor Kammer 10 auf  kontaminierte Lösungsaustritte zu überwachen, statt diese zu verfüllen. Denn sonst verteilt sich radioaktive Lauge auf der Sohle – Wasser sucht sich seinen Weg.“ begründet Heike Wiegel die Kritik an den Arbeiten. „Zielführend wäre ein sauber konzipiertes Drainagesystem, um das Wasser kontrolliert von den  Einlagerungskammern und dem Atommüll fern zu halten. Das wird nach den Verfüllungen sehr schwer! Man nimmt sich doch jegliche Handlungsmöglichkeit!“

Dettmann: „Das Zubetonieren mit sogenanntem ‚Stützenden Versatz‘ ist ein Bestandteil des Flutungskonzeptes des alten Betreibers Helmholtz-Zentrum München. Eines Konzeptes, dessen Verfolgung dazu geführt hatte, ihn von seiner Aufgabe als Betreiber der Schachtanlage Asse II zu entbinden. Und jetzt, direkt nach den Sommerferien, mitten im Bundestagswahlkampf, werden diese Arbeiten vom BfS durchgeführt – ohne das versprochene Konzept für die Rückholung der Öffentlichkeit vorgestellt zu haben.“

Redaktion

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