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Atomkonzern Areva in der Miese

Das Festhalten am Glauben an die Atomkraft hat dem französischen Konzern Areva im Jahr 2013 einen Verlust von einer halben Milliarde Euro beschert. Zwar war der Umsatz um vier Prozent auf 9,2 Milliarden Euro gestiegen, der ursprünglich angepeilte Gewinn wurde mit 494 Millionen Euro Verlust aber gründlich verfehlt. Im Jahr 2011 betrug das Rekordminus gar 2,5 Milliarden Euro. Das Festhalten an der Atomtechnik ist also auch wirtschaftlich fatal.

Grund bei AKW-Neubau

Der vom französischen Staat kontrollierte Konzern begründet den Verlust v.a. mit mit hohen Rückstellungen wegen der jahrelangen Probleme und Pannen beim Bau des Europäischen Druckwasserreaktors im finnischen Olkiluoto. Wegen Bauverzögerungen und steigender Kosten befindet sich der Atomkonzern im Streit mit dem künftigen Betreiber, dem finnischen Stromkonzern TVO, mit dem ursprünglich ein Festpreis vereinbart worden war. Auch für das laufende Jahr rechnet Areva mit weiteren Umsatzrückgängen. Ein Umdenken für die eigene Atompolitik in Frankreich scheint aus dem wirtschaftlichen Misserfolg aber nicht zu resultieren.

Noch immer kein Zeitplan für Olkiluoto

Zwar wurden bei der EPR-Einheit Olkiluoto-3 gerade Dichtheitstests erfolgreich abgeschlossen (vergleiche Bericht beim Nuklearforum) – wann die Stromproduktion aufgenommen werden soll, konnte TVO aber nach wie vor nicht abschätzen. Ein aktualisierter Zeitplan des deutsch-französischen Baukonsortiums Areva-Siemens liege noch nicht vor.

Matthias Weyland

Matthias Weyland, Jahrgang 1979, ist seit 2006 bei .ausgestrahlt dabei. Beim BUND Baden-Württemberg, für den er bis Ende 2012 arbeitete, kämpfte er unter anderem für die Energiewende und gegen den Bau eines weiteren klimaschädlichen Kohlekraftwerks in Mannheim. Seit 2013 arbeitet er als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim Umweltbundesamt.

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