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26.05.2015 | von Jan Becker

Großdemonstration gegen Gorleben

Die „Kulturelle Widerstandspart(y)ie“ mutierte zur größten Anti-Atom-Kundgebung im Wendland seit dem letzten Castor-Transport im Jahr 2011: Etwa 8.000 Menschen demonstrierten vergangenen Freitag für die Aufgabe des Plans, Gorleben als Atommüll-Lager zu nutzen.

Zwischen dem Areal des atomaren Zwischenlagers und der „Endlager“-Festung drängten sich Tausende an Info- und Verkaufsständen. Auf drei Bühnen spielten Bands zur Unterstützung des Gorleben-Widerstands oder luden zu Theatervorstellungen ein. Rund 50 Traktoren der Bäuerlichen Notgemeinschaft waren aufgefahren und umrundeten mit unzähligen BesucherInnen das Bergwerksgelände, berichtet die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg (BI). Am Rande überwanden einige Hundert BesucherInnen den äußeren Begrenzungszaun des Salzstocks und hinterließen an Gebäuden und Mauern unmissverständliche Forderungen.

„Niemand glaubt, dass in der Endlagerkommission des Deutschen Bundestages die Weichen auf ein Ende des Gorleben-Kapitels gestellt werden“, so BI-Sprecher Wolfgang Ehmke auf einer der Kundgebungen. Das treibe die Menschen auf die Straße.

Eindrucksvoll habe dieser Aktionstag belegt, dass sich auch der Widerstand gegen diesen Standort nicht lege. Denn darauf setze die Politik, so die BI: In Gorleben gibt es unter Tage zwar einen Erkundungsstopp, das Bergwerk wird jedoch als mögliches „Endlager“ offen gehalten.

weiterlesen:

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  • Castortransporte: 20 Jahre Atommüll in Gorleben
    27. April 2015 — Am 25. April 1995 war es soweit: Der erste Castor traf in Gorleben ein. Er kam aus Philippsburg und enthielt abgebrannte Brennelemente. 15.000 Polizisten “sicherten” den Transport. Seitdem rollten über 100 weitere Behälter in das Wendland. Was als Niederlage für die Anti-Atom-Bewegung erscheint, hat politisch viel verändert: Heute sind die Transporte verboten.

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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