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Artikel von Jan Becker

Atomkraftgegner*innen fordern schon lange, den mit hochangereichertem Uran betriebenen Forschungsreaktor bei München stillzulegen. Nun ist der Streit eskaliert, und der Meiler ist abgeschaltet, weil es keinen Brennstoffnachschub aus Frankreich gibt.

Atomkraftgegner*innen forderten schon vor drei Wochen nach dem Ausfall eines Notstromgenerators die Abschaltung des baden-württembergischen Meilers. Der Betreiber hat Philippsburg-2 jetzt vom Netz genommen, weil der Vorfall „vertieft technisch geprüft werden“ müsse.

Einmal im Jahr werden Atomkraftwerke abgeschaltet, um Brennstoff zu wechseln und Wartungsarbeiten durchzuführen. Dabei werden immer wieder  Störfälle gemeldet - so wie die aktuellen aus den AKW Gundremmingen und Emsland. Fachleute warnen, dass Defekte mit dem Alter der Anlagen zunehmen und schwere Unfälle wahrscheinlicher werden.

Nicht nur der laufende Betrieb eines Atomkraftwerks verseucht mit dem Kühlwasser den angrenzenden Fluss. Auch während der Abrissphase können große Mengen Radioaktivität aus dem Kraftwerk emittiert werden. Atomkraftgegner*innen protestierten mit Erfolg gegen diese Pläne des AKW-Konzerns Vattenfall - und setzen nun Maßstäbe für bundesweite Abrissprojekte.

Der kürzlich veröffentlichte Report „Energiesysteme der Zukunft“ (ESYS) beschäftigt sich mit der Frage, welche Rolle die Atomkraft künftig in der Weltstromerzeugung und fürs Klima spielt. Der Bau neuer AKW sei „politisch motiviert“, denn künftige Meiler seien wirtschaftlich nicht konkurrenzfähig, sagen die Expert*innen.

Eine „Schnellabschaltung“ in einem Atomkraftwerk ist eine Notfallmaßnahme, die alle betroffenen Komponenten aufs Äußerste beansprucht. Das AKW Leibstadt musste jetzt gleich zwei Mal in Folge diesen Belastungen standhalten. Atomkraftgegner*innen sprechen vom „unzuverlässigsten AKW mit den größten nuklearen Risiken“.

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