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Artikel von Jan Becker

„Alles soll raus“, heißt es seit mehr als zehn Jahren. Doch aus dem havarierten Atommülllager Asse-2 bei Wolfenbüttel ist bisher kein einziges Faß mit schwach- oder mittelaktivem Abfall geborgen worden. Das wird auch noch eine Weile so bleiben, bekräftigt jetzt der Betreiber.

Es ist eine einfache Rechnung, die das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) aufstellt: Die Anzahl der AKW, die bis 2030 aus Altersgründen vom Netz gehen müssen, übersteigt die Zahl der AKW-Neubauprojekte um ein Vielfaches. In allen Ländern, die erstmals ein AKW bauen wollen, mangelt es an Demokratie.

Die Vorbereitungen waren schon sehr konkret: Rund um Nordenham und entlang von Eisenbahnabschnitten zum Atomkraftwerk Biblis wurde für Ende März und Anfang April ein Flugverbot erlassen, tausende Polizisten sollten die Transportstrecke schützen. Wegen der Infektionsgefahr wurde der Termin nun abgesagt.

Erneut haben Atomkraftgegner*innen diese Woche gegen den Betrieb der Urananreicherungsanlage Gronau protestiert. Neue Atommülltransporte nach Russland zeichnen sich ab. Gemeinsam erinnerten 30 internationalen Initiativen daran, dass vor genau 50 Jahren ein Vertrag zum Aufbau der Uran-Industrie geschlossen wurde.

Aus „geostrategischen Gründen“ soll in direkter Nähe zum Atomkraftwerk Brunsbüttel an der Elbe ein Erdgasterminal errichtet werden. Das Projekt ist sicherheitstechnisch unverantwortlich, weil neben dem abgeschalteten AKW hochradioaktiver Atommüll gelagert wird - in einer Halle, die wegen Sicherheitsrisiken ihre Aufbewahrungsgenehmigung verloren hat.

Ein wichtiger, lang versprochener Anfang ist gemacht: Block 1 des französischen Atomkraftwerks Fessenheim ist seit Samstag endgültig vom Netz. Block 2 soll Ende Juni folgen. Damit beginnt eine neue Ära: die des Atommüll-Desasters.

Mit jährlich jeweils 150 Millionen US-Dollar über zehn Jahre lang will der amerikanische Präsident die landeseigene Uranproduktion ankurbeln, um unabhängiger von Importen zu werden. Der internationale Uranmarkt gebe das her, behaupten die USA. Doch die Wirklichkeit sieht etwas anders aus, weiß Günter Wippel vom Uranium Network.

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