.ausgestrahlt-Blog

05.10.2015 | von Jan Becker

60.000 Menschen fordern: Belgische Riss-Meiler nicht wieder anfahren!

Mit einer Menschenkette wurde am Sonntag die Zentrale des Atomkonzerns GDF-Suez (Electrabel) in Brüssel umzingelt. AtomkraftgegnerInnen protestierten gegen das angekündigte Wiederanfahren zweier Reaktoren in Belgien, in deren Reaktorbehälter tausende Risse gefunden wurden.

Laut der belgischen Atomaufsicht FANC dauern die Prüfungen der Reaktoren Tihange-2 und Doel-3 weiter an und beide sollen zunächst bis zum 1.1.2016 vom Netz bleiben. Eine abschließende Entscheidung über die Zukunft der Meiler soll nach Auskunft von AtomkraftgegnerInnen in Kürze von der FANC getroffen werden.

Tihange 2 wurde im August 2012 wegen tausender Risse im Reaktordruckbehälter abgeschaltet. Trotz vieler offener Fragen fuhr Electrabel den Reaktor im April 2013 wieder an. Auf Anordnung kam es nach weiteren Untersuchungen im März 2014 zur erneuten Abschaltung. Im Dezember 2014 zeigten neue Analysen zusätzliche Defekte im Stahl des Reaktors.

Über 60.000 Unterschriften konnten AtomkraftgegnerInnen mit einer Online-Petition gegen das Wiederanfahren der Rissereaktoren Doel 3 und Tihange 2 sammeln. Auch mehrere deutsche Kommunen schlossen sich der Forderung an.

weiterlesen:

  • Risse in Reaktoren: Belgien warnt die Welt vor bislang unterschätzen Korrosionsaspekten
    19. Februar 2015 — Die belgische Atomaufsicht spricht von einem „Problem für den ganzen Nuklearsektor“: In den Reaktordruckbehältern der beiden Atomkraftwerke Doel-3 und Tihange-2 waren bereits im Sommer 2012 tausende Risse gefunden worden. Eine neue Analyse ergab, dass es sich um noch größere Schäden handelt als bislang bekannt. AtomkraftgegnerInnen fordern nun weltweite Untersuchungen.

Quellen (Auszug): grenzecho.net,oekonews.at; 1./3.10.2015

Jan Becker

Jan Becker hat jahrelang die Webseite www.contrAtom.de betrieben und täglich aktuelle Beiträge zur Atompolitik verfasst. Seit November 2014 schreibt der studierte Umweltwissenschaftler für .ausgestrahlt. Jan lebt mit seiner Familie im Wendland. Mit dem Protest gegen regelmäßig durch seine Heimatstadt Buchholz i.d.N. rollende Atommülltransporte begann sein Engagement gegen Atomenergie, es folgten die Teilnahme und Organisation zahlreicher Aktionen und Demonstrationen.

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