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Den kommenden Generationen mehr vermachen als ewig strahlenden Atommüll – das ermöglicht die von .ausgestrahlt gegründete Stiftung

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Die kommenden Generationen werden riesige Mengen Atommüll und somit eine über Jahrtausende hinweg lebensbedrohliche Gefahr für Mensch und Umwelt erben. Das ist bittere Realität. Die Anti-Atom-Bewegung hat Jahrzehnte dafür gekämpft, diese atomare Erblast zu verhindern. Zum Teil ist dies gelungen: Ohne diesen Protest wäre der Atommüll-Berg noch viel größer. Dennoch, der Müll ist da und muss nun für unvorstellbar lange Zeiträume möglichst sicher verwahrt werden. Er lässt sich nicht mehr aus der Welt zaubern. Das Ziel muss also sein, die am wenigsten schlechte Lagermethode zu finden und dafür den (oder die) am wenigsten ungeeigneten Ort(e).

Realistisch betrachtet kann die Anti-Atom-Bewegung zwar heute engagiert für einen fairen und verantwortungsbewussten Umgang mit diesem Müll in der Zukunft streiten, damit sich die Fehler der Vergangenheit wie in der Asse nicht wiederholen. Niemand aus der Bewegung wird es aber selbst noch erleben, dass das strahlende Erbe an den am wenigsten schlechten Orten dauerhaft gelagert wird.

Kritische Einmischung auch in Zukunft nötig

In den kommenden Jahrzehnten besteht die Gefahr, dass Entscheidungen über die Lagerung nicht anhand der Anforderungen an die Sicherheit erfolgen, sondern vielmehr an politischen oder ökonomischen Interessen ausgerichtet werden. Deshalb wird es auch zukünftig nötig sein, dass Betroffene, unabhängige Wissenschaftler*innen und gesellschaftliche Organisationen sich in Fragen der Atommüll-Lagerung kritisch einbringen, um mehr Sicherheit bei der Atommüll-Verwahrung durchzusetzen.

.ausgestrahlt möchte die kommenden Generationen damit nicht allein lassen, sondern sie bei diesen enormen gesellschaftlichen und technischen Herausforderungen unterstützen.

Aus diesem Grund versucht .ausgestrahlt seit Jahren, den Prozess der Lagersuche nicht nur kritisch zu kommentieren, sondern auch zu dokumentieren, damit kommende Generationen darauf zurückgreifen können. Doch damit allein ist es nicht getan.

Generationentransfer, auch finanziell

Es stellt sich die Frage: Wie kann die Generation, die den Atomausstieg in Deutschland erstritten hat, ihren Nachkommen finanzielle Mittel hinterlassen, damit diese gut ausgerüstet weiter dafür streiten können, dass bei der Lagerung des Atommülls die Sicherheit an erster Stelle steht?

.ausgestrahlt hat im Hinblick darauf die „Stiftung Atomerbe" gegründet. Sie soll sicherstellen, dass die Menschen, die die Last des Atomerbes tragen müssen, ihre Schutz- und Sicherheitsinteressen gegen nachlässige Atommüll-Politik verteidigen können – nicht nur jetzt, sondern auch in Zukunft.

Aufgrund der Vorteile einer schnellen und unbürokratischen Gründung sowie einer effizienten und günstigen Stiftungsverwaltung ist die „Stiftung Atomerbe" als Treuhandstiftung angelegt. Treuhänderin ist die gemeinnützige Stiftung „Stifter für Stifter" in München.

Das Finanzamt München hat die „Stiftung Atomerbe" im Oktober als gemeinnützig anerkannt. Nun kann es losgehen: .ausgestrahlt sucht Menschen, die gemeinsam durch Zustiftungen oder Spenden, aber auch durch ihr Testament oder ein Vermächtnis für einen verantwortungsvollen Umgang mit dem strahlenden Atomerbe in die Zukunft hinein sorgen möchten.

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Dieser Artikel erschien zuerst im .ausgestrahlt-Magazin Ausg. 46 (Anfang 2020)

Ute Bruckart, Dr. Nora Lohmeyer und Jochen Stay

Gründungsvorstand der Stiftung Atomerbe

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