Explosion einer Atombombe
Foto: Pitopia

Bombenrisiko Atomkraft

Zivile und militärische Nutzung der Atomenergie lassen sich nicht eindeutig trennen. Atomkraftwerke, Forschungsreaktoren, Anreicherungs- und Wiederaufarbeitungsanlagen sind immer auch ein Weg, an die zum Bau einer Atombombe nötigen Materialien zu gelangen und militärische Atomprogramme zu kaschieren.

Urananreicherungsanlagen, die Uran zu niedrig angereichertem AKW-Brennstoff verarbeiten, können ebensogut waffenfähiges, hoch angereichertes Uran herstellen. Mit ein paar Kilo dieses Materials können im Prinzip schon Oberstufenschüler eine Atombombe bauen.

Atomreaktoren sind zudem die einzige Möglichkeit, das ultragiftige Bombenmaterial Plutonium zu erzeugen. Es entsteht bei der Kernspaltung und kann in einer Wiederaufarbeitungsanlage aus den abgebrannten Brennelementen extrahiert werden.

Noch immer ist die Option auf die Atombombe einer der bedeutendsten Gründe, warum Staaten auf die zivile Nutzung der "Kernenergie" setzen. Doch auch jenseits von Atomwaffen stellt Atomkraft eine Gefahr für den Frieden dar. Mit steigender Nachfrage wächst die Gefahr von militärischen Auseinandersetzungen um den immer knapper werdenden Rohstoff Uran. Ein Atomkraftwerk ist zudem ein risikoreiches Angriffsziel für Terroranschläge: Mit seinem radioaktiven Inventar birgt es wie kaum ein anderes Objekt das Potenzial, Millionen Menschen zu töten und ganze Regionen unbewohnbar zu machen. Und Munition aus abgereichertem Uran (depleated uranium, DU), einem Abfallprodukt der Urananreicherung, verursacht bei ihrem Einsatz zusätzliche Gesundheits- und Umweltschäden.

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