Erinnerungen an Jochen Stay

Liebe Freundinnen und Freunde,

wir bedanken uns von ganzem Herzen für Eure vielen mitfühlenden Nachrichten und anrührenden Erinnerungen. Es tut gut zu lesen, wie sehr Jochens Arbeit geschätzt wird und wieviel er Euch bedeutet hat.
Wir schaffen es leider nicht, alle Eure Zusendungen zu veröffentlichen, und manches müssen wir ein wenig kürzen.
Aber wir freuen uns sehr über jede einzelne tröstliche E-Mail in dieser traurigen Zeit.

Erinnerungen an, Erlebnisse mit und Gedanken zu Jochen kannst Du an jochen[at]ausgestrahlt.de mailen. Bitte schreib jeweils dazu, ob wir – ggf. mit Namen oder anonym – veröffentlichen dürfen oder nicht.

Danke!

Das ganze .ausgestrahlt-Team

 

 

Erinnerungen, Erlebnisse und Gedanken zu Jochen Stay

  • Von: Stevie Schmiedel von Pinkstinks
    Am: 20.01.2022

    Menschen wie dich gibt es nicht so oft. Dein Bärenlachen zu hören, deinen Sturkopf und deine Schnelligkeit im Denken zu erleben und viele großartige Ratschläge von dir zu bekommen waren eine große Freude und ein Riesengeschenk. Danke, dass du bei uns warst und so viel Großartiges angestoßen hast! Wenn ich an dich denke, werde ich dich immer lachend sehen.

     
  • Von: Miriam Block
    Am: 18.01.2022

    Liebe Familie, Freund*innen und politische Verbündete,

    ich bin tief traurig über Jochens Tod und sende euch alle erdenkliche Kraft. Jochen war für mich einer dieser Menschen, der den utopischen Gedanken spürbar in den Augen hatte. Mich hat - als ich gerade mein Abi schrieb - die Energie, der Kampfesgeist und Mut angesteckt an die Möglichkeit der Menschenkette gegen Atomkraft sowie die politische Wirksamkeit die Laufzeitenverlängerungsdebatte zu verhindern zu glauben und dahin zu arbeiten.
    Im Zuge der Mobilisierung gab es ein Presseinterview und ich wurde gefragt, ob ich als Vertreterin des Jugendbündnis sprechen mag. Der Fotograf wollte gern wütend, energische, traurige Fotos. Jochen allerdings wollte auch bildlich deutlich machen, dass unser Protest bunt fröhlich und durchsetzungsstark wird. Auf dem Weg zu einem Shooting flüsterte er mir zu „einfach immer lächeln, dann müssen sie ein fröhliches Foto von uns nehmen.“ Und so war es dann auch. [1]
    Vieles an „so läuft das halt“ zu hinterfragen und zu ändern, habe ich aus meinen wenigen Begegnungen mit Jochen mitgenommen. Dafür, aber vor allem für all die Bewegungsarbeit, bin ich unendlich dankbar. Er wird sehr fehlen. Und mir fehlen absolut die Worte mehr als das zu beschreiben.

     
  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Ich bin geschockt.
    Das Gesicht unser aller Anti-Atomkraft Bewegung ist abgetreten.
    Ich habe Jochen als Mensch erlebt, der andere Leute nie brachial bekehren wollte, sondern unaufgeregt mit Wissen aufklären und so überzeugen konnte. Es ist ein Jammer für ihn, sein persönliches Umfeld und die ganze Menschheit, daß ein derart positiver Anführer so früh sterben musste.

  • Von: Anja
    Am: 13.03.2022

    Ich möchte dir noch etwas mit auf den Weg geben. Nämlich meinen unendlichen Dank. Du bist es, der mir etwas über Macht oder besser Ermächtigung beigebracht hat. Wie mächtig habe ich mich gefühlt, wenn ich mit x-tausend anderen Menschen auf der Schiene gesessen habe und Nacht für Nacht in der Kälte ausgeharrt habe. Mein heißes Herz und unsere Überzeugung wärmten von innen.

    Ermächtigung. Was für ein tolles Wort. Da ist so viel von aufstehen und aufrecht sein drin. Genauso habe ich dich und dann auch mich erlebt. Der Flyer von x-tausendmal quer mit dem kleinen Text zur Gewaltfreiheit ist in mein Leben eingeschlagen wie ein Feuerwerk welches mir den Weg zur Macht eröffnete. Zwar war ich nur eine – und keine Bundeskanzlerin – aber eine von vielen, die mit ihrem Einsatz die Räder der Welt beeinflussen. Ende diesen Jahres gehen in Deutschland die letzten AKWs vom Netz. Die Macht der Vielen.

    Kein anderer wie du konnte so groß denken um diese Macht zur Entfaltung zu bringen. Du hast es mit den Menschen, die eng um dich herum waren geschafft, die Massen und damit die Politik und die Geschicke der Welt zu bewegen. Und dass bei so einem großen Thema wie der Atomkraft, wo man meinen könnte, dass man eh keinen Einfluss nehmen kann. Kann man aber und ich werde dir mein Leben lang dankbar sein, dass du mir nicht nur gezeigt hast, wie es geht, sondern ich es mit dir erlebt habe.

    Danke Jochen.

    Ohne Eure Entscheidung eine gewaltfreie Strategie zu wählen, statt in den Untergrund zu gehen, wäre ich in meinem Leben niemals da wo ich jetzt bin. Die Gewaltfreiheit hat sich in meinem Leben ausgebreitet wie ein Teppich auf dem alles Weitere entstanden ist, was ich jetzt bin. Mein Leben wäre ohne dich ein ganz anderes.

    Jetzt sind mir die Ideen von King und Gandhi und Hildegart Goss-Mayer in Fleisch und Blut übergegangen und spiegeln sich in meiner Haltung zur Welt wider. Mit dir habe ich Widerstand gelernt, gegen Dinge, die scheinbar nicht zu beeinflussen sind, um festzustellen, dass sie es doch sind.

    Dann kam die Nachricht deines Todes und mein erster Impuls war: NEIN – WIDERSTAND.

    Um sofort darauf zu erkennen, dass dem Tod gegenüber Widerstand zwecklos ist. Und doch hätte ich mich an jedem Widerstand beteiligt, wenn er auch nur die kleinste Aussicht auf Erfolg gehabt hätte. Aber der Tod lächelt nur müde darüber.

    Also suche ich dich und deine Überzeugungen und deine Willensstärke und Visionskraft in meinem Herzen, in meinen Worten und in meinen Taten. Danke Jochen, dass du mit mir ein Stück des Lebensweges gegangen bist. Deiner Wirkung wird nicht vergehen. In tiefer Liebe und Dankbarkeit.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 11.03.2022

    Ich kann Jahre (Jahrzehnte) des gemeinsamen "Kampfes" unmöglich in wenige Worte fassen. Jochen war ein unvergleichliches Genie im klugen, listigen (teilweise hinterlistigen) Organisieren von großen, wirklich großen! Bündnissen. Die Menschenkette war dabei sicher sein Meisterstück.
     
    Der langsame, unvermeidlich auch schwerfällige Weg der Beschlussfindung unserer Basis/Bezugsgruppen über DelegiertenTreffen- Diskussionen in den Gruppen; Regionaltreffen und bundesweiten Treffen war seine Sache eher nicht.
    Das hat widerholt zu Spannungen mit dem "autonomen" Teil der Anti-Akw-Bewgung geführt.
    So entstand wohl der kalauer-Spruch: "Da sind unsere Todfeinde!" - "Die Bullen?"-  "Nein,  X-Tausend!"
    Jochen war indes überhaupt kein Dogmatiker, er hatte bei aller Ernsthaftigkeit immer auch den "Schalk im Nacken", konnte wunderbar selbstironisch sein. Wofür ich ihm besonders dankbar bin:
    Während der Zug mit blutbeschmierten Rädern einfach weiter Richtung Dannenberg fuhr, eine BI-Sprecherin sich reflexartig von Schienenaktionen distanzierte, war es Jochen, der in Hitzacker vor tausend oder mehr betroffenen, wütenden, wie fassungslosen Menschen angemessene Worte zum Tod des jungen Sebastien fand, der von dem, zu schnell fahrenden, Castor-Zug überrollt worden war, Jochen begann seine Rede damals mit einer Frage: "Wie ist das, wenn einer stirbt?"
     
    So wie ich damals über den Tod des blutjungen Sebastien, den ich gar nicht kannte, so tief ershüttert war, dass ich einfach nur geweint habe, so unsagbar traurig war und bin ich über den Tod von Jochen. 

  • Von: Gabriele Bischoff, geschäftsführende Vorständin der Bewegungsstiftung
    Am: 31.01.2022

    Mein herzliches Beileid für den Verlust Eures Kollegen, Mitstreiters und Freund Jochen. Jochens Klarheit, seine Überzeugungskraft, seine Aufmerksamkeit für Zwischentöne und vieles mehr werden auch hier in der Stiftung fehlen.

    Ich bin Jochen in den vergangenen beiden Jahren in Arbeitsrunden und Austauschrunden begegnet. Seine Präsenz und Meinungsstärke haben mich nachhaltig beeindruckt. Sehr gerne hätte ich ihn besser kennengelernt. Dafür ist es nun zu spät.

     

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 21.02.2022

    Jochen ist nicht mehr da. Ich konnte es erst nicht glauben, als ich das las. Ich bin traurig mit Euch.

    Ich kannte Jochen Stay nicht persönlich und er mich auch nicht, aber ich bin ihm bei jedem Castor-Transport irgendwann begegnet, und wir haben uns gegrüßt, und in den vergangenen Jahren bekam ich regelmäßig Briefe von ihm wie alle Förderer von ausgestrahlt.

    Früher oder später sah man ihn bei jeder Demo, ob im Wendland oder Berlin, man hörte ihn, er drückte einem etwas in die Hand - zum Beispiel das Schild „Gorleben 21", das hinterher noch Jahrelang in der Heckscheibe meines Autos hing.

    Er war so etwas wie ein Fels in der Brandung, eine Konstante, einer der einen erinnerte: Ihr steht auf der richtigen Seite, Euch wird nichts passieren, wir können etwas erreichen. Einmal habe ich mich mit einem Foto revanchiert, das ich bei einer Demo
    in Gorleben im Jahr zuvor von ihm gemacht hatte.

    Und wenn ich in einem November mal nicht ins Wendland fahren konnte, dann hörte ich Jochen spätestens nach der Ankunft der Castoren im Zwischenlager Gorleben irgendwann im Deutschlandfunk - oft, weil am Ende wieder mal Polizisten über die gesamte Frust an ihm ausgelassen hatten…

    Erst jetzt habe ich von Euch erfahren, dass Jochen auch schon meinem Vater begegnet sein könnte bei den Friedensdemonstrationen in den 1980er Jahren.

    Wenn ich im November in Gorleben war, dann habe ich bei guten Freundinnen übernachtet auf der Proitzer Mühle, die den Widerstand gegen die Atomkraft stets mit Eifer, Freude und Phantasie unterstützt haben. Auch sie sind mittlerweile viel zu früh gestorben. Es scheint, dass im Wendland die Besten als Erste gehen - von dieser Welt in eine andere, in der wir uns hoffentlich wiedersehen - ohne Kriege und Atommüll.

  • Von: Philipp Brandt, Sven Franke, Torsten Gieselmann, Uda Lübben, Steffi Gariseb, Jan Henning Overhoff im Namen des Fördervereins der ESG Oldenburg

    Am: 16.02.2022

    Der Widerstand der Anti-Atom-Bewegung gegen die Atomkraft war und ist seit Jahrzehnten eines der wichtigen Themen in der ESG Oldenburg. Vor allem der Widerstand im Wendland, für den Jochen ein ganz wichtiges Gesicht war, hat zu vielen Begegnungen geführt, auch mit ihm selber.

    Einer der großen Erfolge von Jochens Arbeit war sicher, die Identifikation mit dem Widerstand angesichts der scheinbar so
    unbesiegbaren Mächtigen zu ermöglichen, weil er eben so war, wie er war, authentisch atomkritisch, kreativ, und dabei voller Hoffnung. Das hat uns geprägt und tief beeindruckt.

    Jochen war für die ESG jemand, der in seinem Tun und in seiner Hoffnung immer präsent war, ohne sich als Person aufzudrängen. Dabei befand er sich auf Augenhöhe mit seinem Gegenüber. Wir haben Jochen da keineswegs als dogmatisch, sondern immer wertschätzend und ganz direkt interessiert am Gegenüber erlebt, völlig egal, wie weit oder wie tief derjenige selbst an Themen wie z.B. "Nein zu Gorleben als Endlager" interessiert oder eingearbeitet gewesen ist.

    Einige in der ESG hat Jochen auf diese Weise direkt prägen können, indem sie ihn auf Veranstaltungen im Wendland und auch in Oldenburg, wohin er auf Einladung gerne gekommen ist, kennengelernt haben. Diejenigen werden ihn nicht vergessen. Manche in der ESG hat er vielleicht auch geprägt, ohne dass ihnen bewusst war, welches Gesicht z. B. hinter den Plakaten und Aktionen von «X-tausendmal quer» steckte, oder einfach, indem er Vorbild, Vordenker für andere gewesen ist, die in seinen Fußstapfen andere motiviert haben, sich am Widerstand im Wendland zu beteiligen. Und auch für all diese wird er in ihrem Handeln und in der Hoffnung weiterleben.

  • Von: Josef Baumann für die BI Bayrischer Wald gegen Atomanlagen
    Am: 12.02.2022

    Ich habe Jochen Stay erstmals richtig bewußt bei der großen X-tausendmal-quer Castor-Blockade wahrgenommen. Seine Stimme, die uns von der Nacht bis zu unserer Räumung am Vormittag begleitete, war für unsere Gruppe ungemein hilfreich, tröstlich und kraftgebend. Dass die Blockade so erfolgreich war und weitgehend gewaltfrei blieb, war zum großen Teil ihm zu verdanken!

  • Von: Ellen und Friedhelm Bütow
    Am: 10.02.2022

    Wir sind seit 22 Jahren Stromkunden von Schönau. Zu den dort jährlich stattfindenden Stromseminaren gehört zum festen Programm auch die Wahl des "Stromrebellen" des jeweiligen Jahres. Dort lernten wir Jochen Stay (auch persönlich) kennen, der sich in einer Rede für die Wahl (2015) bedankte. Was wir als charismatisch an ihm wahrgenommen haben, kann man etwa so beschreiben: Uneitel, als "echt" erkennbare Zuwendung, offen, Klare Sprache (!), kompetent, glaubwürdig. Man merkte ihm an, dass er sich von Schwierigkeiten, die er realistisch einschätzte, nicht abschrecken ließ. Sein sympathischer Hang zur Abenteuerlust für eine gute Sache sowie seine Fähigkeit, Menschen zu motivieren, erinnert an Persönlichkeiten wie Fridtjof Nansen, Noam Chomsky oder auch Hermann Scheer von Eurosolar und Familie Sladek in Schönau. Durch sie wachsen Hoffnung, Zuversicht und Mut zum Mitmachen. Danke, Jochen Stay!

  • Von: Gila
    Am: 09.02.2022

    Lasst uns alle in Jochens Sinne weitermachen. Ich war sehr traurig, diese Nachricht zu lesen. Wir sind uns so oft persönlich begegnet Gorleben, Fördertreffen und nicht zuletzt bei Friday for future. Wir "Oldies" haben tapfer unsere Anti Atomkraft Fahne geschwenkt und uns breit angelächelt. Das ist meine schöne Erinnerung an ihn.

  • Von: Tom
    Am: 01.02.2022

    Nach wie vor bin ich tief betroffen vom frühen Tod unseres MitAKTIVem Jochen Stay.

    AKTIV habe ich dabei groß geschrieben, weil ich ihn als unermüdlichen, unruhenden und unendlich engagiertem Menschen gegen die unsägliche Nutzung der Atomkraft und deren Folgen erlebt habe. Z.B. als wir mit ihm zusammen in Ulm in einem Café saßen, um die vergleichende Photoausstellung mit Bildern aus Prypjat und deren Entsprechungen aus der Gegend um das AKW Gundremmingen zu planen...(die leider nicht realisiert wurde). Oder anlässlich eines Informations- und Meinungsaustausches in Kassel zur Postionsbestimmung und Koordinierung der weiteren Aktivitäten der BI´s und sonstigen Gruppierungen im Anti-AKW-Kontext. Nicht immer waren wir dabei der selben Meinung, nicht immer haben wir dabei mit unserem Emotionen hinter dem Berg gehalten, nicht immer waren wir emphatisch und achtsam mit- und untereinander und trotzdem oder gerade deswegen:

    Lieber Jochen, es hat Spaß gemacht und Früchte getragen und ohne Deinem und unserem Engagement wären wir jetzt nicht da, wo wir heute stehen! Hierfür Danke ich Dir und uns allen, die wir gemeinsam dafür eingetreten sind und weiterhin eintreten werden.

    Namaskara

  • Von: Stefan Diefenbach-Trommer, Bewegungsstiftung
    Am: 18.01.2022

    Jochen Stay ist gestorben, mein Freund, Kollege und Stiftungsgefährte, mit gerade mal 56 Jahren.

    Jochen gehört zur Gründungsgeneration dieser Stiftung - und gehörte als Bewegungsarbeiter zu den ersten Geförderten dieser Stiftung. Er war auch der erste angestellte Projektbegleiter. Er saß bis zu dieser Anstellung im Stiftungsrat und gehörte später erneut für die geförderten Projekte dem Stiftungsrat an. Bis ich ihn 2016 ablöste. Jochen war weiter Teil der Stiftungsgemeinschaft, der Versammlung der geförderten Projekte. Diese Funktionen beschreiben Jochens Platz in der Stiftung und in sozialen Bewegungen nur sehr unzureichend. Er hat angetrieben und inspiriert, vernetzt und geplant, gefördert und motiviert. Wenn er von einer Idee und wenn er von Menschen überzeugt war, hat er seine volle Unterstützung gegeben und in das tun von Menschen vertraut. Für die Idee der Bewegungsstiftung, ihre Prinzipien der Gewaltfreiheit und des Vertrauens in die Kraft der Bewegungen, hat er gestritten.

    Wenn ich an Jochen denke, dann sehe ich ein freundliches zugewandtes Gesicht - und ich denke auch an seine Beharrlichkeit und sein Insistieren. Wie oft habe ich von Jochen Anrufe oder Mails bekommen, die einen fertigen Text, ein abgestimmtes Vorgehen in Frage gestellt haben.

    Jochen hat manchmal genervt - auch Parteien, Politiker:innen und Konzerne. Zu Jochens Lebensleistung gehört, dass in Deutschland Atomkraftwerke abgeschaltet werden und kein einziger Castor in Gorleben versenkt wurde. .ausgestrahlt ist die Organisation, die Jochen 2008 quasi neu geschaffen hat als _die_ Anti-Atom-Organisation in Deutschland. Ohne dass Jochen, .ausgestrahlt und zigtausende Menschen tüchtig genervt hätten, wären nicht vor wenigen Wochen die vorletzten drei AKW in Deutschland abgeschaltet worden. Jetzt sind es nur noch drei, und die werden spätestens Ende dieses Jahres ihren Betrieb beenden.

    Jochen war Anti-Atom-Aktivist, Friedensaktivist, Verleger, Autor und vieles mehr. Und er war Mensch, Freund, Vater, Partner - ein zugewandter Vater, ein zuhörender Freund.

    Über sein öffentliches Auftreten hinaus, über Tagesschau-Auftritte zum Castor-Transport und Aufrufe per Mail habe ich Jochen erst kennengelernt, als er für die Stiftung das Förderprojekt "Bahn für Alle" beraten hat, in dem ich beschäftigt war. Die Kampagne war zu Ende und Jochen hat mich und andere zusammen geholt, weil er fand, die Anti-Atom-Bewegung braucht einen neuen Stups. Gemeinsam haben wir danach .ausgestrahlt groß gemacht. Er hat mir die Stiftung erklärt, mit vielen Perspektiven. Erst habe ich ihn in der AG Evaluation als Projektbegleiter begleitet, später bin ich ihm im Stiftungsrat nachgefolgt. Wir waren nicht immer einer Meinung. Aber ich habe sehr viel von ihm gelernt - menschlich, fachlich, organisatorisch, bewegungslogisch.

    Krankheiten haben ihn begleitet. Nicht nur, aber auch als Preis eines Bewegungslebens, als viel zu unermüdlicher Aktivist. Ich habe mich über Jochen geärgert, wenn er meinte, auf seine Gesundheit keine Rücksicht nehmen zu müssen. Ich habe versucht ihm zu erklären, dass es nicht egal ist, wenn er umkippt oder bei einer nächtlichen Heimfahrt ins Wendland gegen einen Baum prallt - weil das andere Menschen sehr traurig machen würde.

    Heute bin ich sehr traurig. Und viele Menschen mehr: Silke, seine Liebe; Jochens zwei Kinder und Silkes zwei Kinder; Jochens Schwester, Jochens Mutter; viele Mitstreiter:innen und Kolleg:innen; viele Menschen mehr, deren Leben er mal lang, mal kürzer geteilt hat.

    Jochen ist tot, obwohl sich seine Haltung zur Selbstausbeutung geändert hat. Diese Veränderung hat auch mit der Bewegungsstiftung zu tun, darum möchte ich Euch diese Geschichte erzählen. Dass Jochen milder geworden ist, vor allem zu sich selbst, ohne seine Ideale irgendwie einzudampfen, hat mit seiner Partnerschaft mit Silke zu tun. Bei einer gemeinsamen Projektbegleitung hatte Jochen, der Bewegungsstiftungs-Mensch und Bewegungsorganisator, die Stifterin Silke Freitag kennengelernt. Als Aktivistin, Bewegungsfrau, Supervisorin. Jochen sagte: Das war seine Lebensliebe.

    Und eine zweite Bewegungsstiftungs-Geschichte sagt viel über Jochen und über die Stiftung: Als Jochen als Bewegungsarbeiter die erste Diagnose zu einem Leberschaden bekam und pausieren musste, schrieb er seinen Pat:innen und erklärte, sie könnten natürlich die Patenschaften derweil umwidmen. Und die meisten antworteten: Das tun wir natürlich nicht. Wir lassen Dich nicht im Stich. Denn wir schätzen Dich, weit über Deine konkrete Aktivität hinaus. Und wir sind auch für Deine Familie da.


    Ich bin unfassbar traurig.
    Jochen hat bewegt und er war bewegend.

  • Von: Kai Sommer
    Am: 30.01.2022

    Ich habe Jochen im Rahmen von Castor-Protesten zweimal im persönlichen Gespräch erlebt und war beeindruckt von seiner Entschlossenheit und Klarheit. Er war mir sympathisch - und mitten im Trubel noch gut gelaunt.
    Jochen war der Motor des Anti-Atom-Widerstands, der Alptraum der Atomlobby und ein unglaublich engagierter Kämpfer für uns alle. Wenn es solche Menschen in der Regierung gäbe, müßte uns nicht bange sein. Das Bundesverdienstkreuz hat er verdient, aber es würde niemals reichen, seine Verdienste um unsere Gesellschaft zu würdigen. Ich bin sehr traurig und wünsche seinen Angehörigen Kraft, diesen Verlust zu verarbeiten.
    Er möge in Frieden ruhen und uns allen ein Beispiel sein. 

  • Von: Andrea Schultz-Wild
    Am: 26.01.2022

    Das darf doch nicht wahr sein!

    Am 13.1. ein langer Artikel auf der Meinungsseite der taz. "Tabuthema Atomkraft" im Sinne von "CO2 ist schlimmer" und "Atomkraft doch eigentlich gar nicht soo gefährlich". Zum Teil himmelschreiend schief argumentiert. Und während ich das lese und mir die Haare raufe denke ich: "hoffentlich schreibt Jochen einen Gegentext." Er ist einfach DER kompetente Mensch, der mir einfällt, der sofort, faktensicher, einleuchend und in verständlichen Sätzen jeden Blödsinn zum Thema Atom zurechtrücken kann. Ein paar Tage später sehe ich sein Bild auf der Titelseite und freu mich schon. Und dann das.
    Keine Antwort. Nie wieder eine Antwort von Jochen.

    Ja ich heule. Ja, er wird fehlen, wird nicht so leicht zu "ersetzen" sein. Aber:
    auch wenn es x-tausend braucht um einen/diesen Jochen zu ersetzen, gemeinsam werden wir das doch wohl schaffen!
    Jochen ich Danke dir für alles was du für deine/meine/unsere Überzeugung getan hast. Und in Gedanken an dich gilt weiterhin, wenn es Not tut: wir stellen uns quer!

  • Von: Wolfgang Wedel
    Am: 25.01.2022

    Nach einer Woche Schock möchte ich mich mit diesen Zeilen von Jochen verabschieden. Ich bin tief traurig und kann es immer noch nicht fassen, dass ich nie mehr von Jochen etwas hören und sehen kann. Ich habe ihn bei Demos erlebt und sogar einmal bei einem Vortrag in Nürnberg persönlich kennen lernen dürfen. Welch ein unbeschreiblicher Verlust. Meine Gedanken sind bei seiner Familie. Euch bei ausgestrahlt wünsche ich ganz viel Kraft diese schmerzliche Traurigkeit zu überwinden.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 25.01.2022

    Die Nachricht vom Tod von Jochen Stay hat mich sehr betroffen. Obwohl wir uns nicht persönlich kannten, war er für mich ein Freund und Verbündeter im Kampf um eine lebenswerte Zukunft, für die er sich mit all seiner Kraft eingesetzt hat. 
    Meine aufrichtige Teilnahme gilt seiner Familie, seinen Freunden und Wegbegleitern. 
    Ich bin mir sicher, dass seine Ideale und Initiativen über seinen Tod hinaus von seinen Mitstreitern wirkungsvoll weitergetragen werden.
    Dazu wünsche ich allen viel Kraft, Mut und Zuversicht!

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 24.01.2022

    Du fehlst mir.

  • Von: Anti-Atom-Büro Hamburg
    Am: 24.01.2022

    Jochen, alter Weggefährte und Mitstreiter. Unsere Sonne trägt schwarz. Wir sind traurig! Wie oft haben wir mit Dir gezankt? X-tausendmal gefühlt. Über das Für und Wider von Demo-Mitmachschnipseln und Mitmach-Kommissionen, über das Sich-Setzen, Sich-Widersetzen, Querstellen oder -legen, über Straße oder Schiene, über den richtigen Weg. Häufig lagen unsere Linien über Kreuz und wir wählten verschiedene Routen. Doch nur bis zur nächsten Gabelung. Denn über das Ziel war wir uns einig:  Eine Welt ohne Atomanlagen!
    Gerade scheint dieses Ziel wieder weiter in die Ferne zu rücken und manchmal wirkt es, als seien wir im Kreis gelaufen. Doch das stimmt nicht. Hinter uns liegen wichtige Wegmarken und Teilsiege. Dazu, dass wir sie erreicht und erstritten haben, hast Du mit viel Energie beigetragen. Dafür danken wir Dir! Deinen Angehörigen und Freund*innen gehört unser Mitgefühl, Dir schicken wir letzte Grüße. Bestell auch ein paar an Silja, Joachim und die anderen. Falls Du sie triffst. Wer weiß das schon?

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  • Von: Marita und Guido vom Aktionsbündnis "Stop Westcastor"
    Am: 25.01.2022

    Im Sommer 2019 haben wir Jochen beim evangelischen Kirchentag in Dortmund persönlich kennengelernt. Wir wussten schon sehr viel über ihn und über seine Arbeit. Sein großer Erfahrungsschatz, seine gut durchdachten Argumente sowie sein beeindruckendes politisches Gespür und Wissen waren beachtlich. Am ".ausgestrahlt-Infostand" ließ Jochen nie den Chef raushängen, sondern auch uns Gespräche mit Interessierten führen, dabei strahlte er eine Ruhe aus, die uns Sicherheit gab.

    Wir vom Aktionsbündnis „Stop Westcastor“ und alle anderen in der Bewegung verlieren einen großen Freund. Wir kämpfen weiterhin für eine Welt ohne Atomenergie. Jochen bleibt ein großes Vorbild für alle.

  • Von: Charlotte (Réseau "Sortir du nucléaire")
    Am: 01.02.2022

    Zusammen mit den Mitstreiterinnen und Mitstreitern des französischen Netzwerks Réseau "Sortir du nucléaire" möchte ich der Familie und allen Mitstreiter*innen von Jochen mein herzliches Beileid aussprechen.

    Die Menschen in Frankreich, die ihn (z.B. bei Castor-Aktionen) trafen, können einschätzen, wie riesig sein Beitrag zur Anti-Atom-Bewegung war – durch seine Vision und der Fähigkeit, so viele unterschiedliche Menschen zu inspirieren und zu mobilisieren.

    Ich habe Jochen zum ersten Mal im Herbst 2010 getroffen, bei einer tri-nationalen Demo gegen das AKW Cattenom. Ich erinnere mich, wie er vor den dort versammelten Menschen auf die Bühne getreten ist. Er hat kein großes politisches blabla geäußert, sondern einfach ein T-Shirt entfaltet - mit Abbildung von Frosch und Storch und dem Satz « Gib niemals auf! » - und dieses kurz kommentiert. Auch wenn die Situation hoffnungslos aussehen mag, solle man nicht ablassen und meinen, es sei alles verloren. Erfolgreiche Kämpfe sind möglich!

    Nicht aufgeben, nach vorne sehen, weiter mobilisieren, und zwar konstruktiv, aufrichtig und mit großer Wertschätzung für die Menschen. Dieses Bild werde ich von Jochen behalten.

    mit Anti-Atom-Grüssen aus Frankreich,

    Charlotte
    (Pressesprecherin des Réseau "Sortir du nucléaire")

  • Von: Team des Umweltinstituts München
    Am: 18.01.2022

    Jochen ist viel zu früh von uns gegangen. Wir verlieren einen der engagiertesten Mitstreiter für den Atomausstieg und die Energiewende. Wir erinnern uns an viele gemeinsame Aktionen und Proteste. Zu gerne hätten wir mit Jochen das Abschalten der letzten AKW in Deutschland gemeinsam gefeiert. Denn zu diesem Erfolg hat er unglaublich viel beigetragen. Unsere Gedanken sind bei Jochens Familie, seinen Kolleg:innen und Freund:innen.

     

Anti Atom Euskirchen
Foto: Privat
Anti Atom Euskirchen
Foto: Privat
  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 24.01.2022

    Mein aufrichtiges Beileid an das ganze Team, das einen unermüdlichen Kämpfer (und Freund) verloren hat, so wie an seine Familie, die noch mehr verloren hat.

    Ich kann leider wenig beitragen, dennoch möchte ich das Wenigste tun.
    Für mich als Französin, die 1987 nach Norddeutschland kam, später nach Bayern, war Jochen DAS Gesicht der deutschen anti-AKW-Bewegung schlechthin. Seine sympathische, wilde Mähne, seine profunde Kenntnis der Sache, sein unermüdliches Engagement haben für mich sozusagen immer den Wert einer Richtschnur gehabt.
    Er war für mich das solide, unerschütterliche „Urgestein" von .ausgestrahlt und ich wusste gar nicht, dass er so krank ist.

    Ich habe ihn nur einmal kurz in München erlebt im Eine-Welt-Haus, wo ihn die Grünen eingeladen hatten. Während er referierte, saßen in der vorderen Reihe Mitglieder der jüngeren Garde der Münchner Grünen und tippte unaufhörlich ins Smartphone. Das hat mich richtig geärgert, dass man vor seinem Gast so wenig Respekt zeigt. Er hat es sicherlich wahrgenommen, hat sich aber nichts anmerken lassen. Ich habe ihn bewundert, ich glaube, ich hätte an seiner Stelle ein Donnerwetter rausgelassen ;-)

  • Von: Rasmus Grobe
    Am: 23.01.2022

    Es gibt Menschen, die kämpfen einen Tag, und sie sind gut.
    Es gibt andere, die kämpfen ein Jahr und sind besser.
    Es gibt Menschen, die kämpfen viele Jahre und sind sehr gut.
    Aber es gibt Menschen, die kämpfen ihr Leben lang:
    Das sind die Unersetzlichen.

    - Bertolt Brecht

    Ach, Jochen. Ich wollte es erst gar nicht glauben: Du kannst doch nicht plötzlich einfach so nicht mehr da sein. So aus dem Leben gerissen: Da waren doch noch so viele Pläne. Noch so viel zu tun. Noch so viel zu leben.
    In diesem Jahr sollen die letzten deutschen Atomkraftwerke vom Netz. Okay, viel zu spät, würdest du vielleicht sagen. Aber dass das passiert - daran hast du einen Anteil. Nur einer der vielen Kämpfe in deinem widerständigen Leben.

    Mir kommen so viele Bilder in den Kopf: X-tausendmal quer-Sitzblockaden bei Eiseskälte und Regen, mit Strohballen und heißem Tee; endlose Strategie-Treffen in irgenwelchen Tagungshäusern mit Wollsocken und zu wenig Schlaf; Kontakte mit der Staatsgewalt - manche heftig und schmerzhaft; unfassbar gute Reden - besonnen-leidenschaftlich-mitreißend. Du warst an vielen Orten, in vielen Bewegungen - und gefühlt manchmal sogar gleichzeitig - und es war so wichtig und gut, dass du da warst, wo du warst.

    Jochen, du hast mich immer beeindruckt mit deiner Leidenschaft, deiner Entschlossenheit, deinem In-Bewegung-sein, aber auch mit deiner Ehrlichkeit und Verletzlichkeit.
    Du fehlst. So sehr.

    -
     

  • Von: Monika Letzel
    Am: 23.01.2022

    Jochen Stay ist .ausgestrahlt
    .ausgestrahlt ist Jochen Stay
     
    Jochen Stay war das Gesicht von .ausgestrahlt. Er war die Personifizierung des Engagements und der Arbeit von .ausgestrahlt! Mit großer Betroffenheit habe ich von seinem Tod erfahren. Meine aufrichtige Anteilnahme gilt seiner Familie.

  • Von: AntiAtomBerlin
    Am: 18.01.2022

    Mit großer Betroffenheit haben wir bei der Anti Atom Bewegung in Berlin die Nachricht vom Tod von Jochen Stay aufgenommen.

    Seit den ersten Aktionen 2009 von Anti-Atom-Berlin begleitet uns die Arbeit von Jochen Stay und .ausgestrahlt. Die großen Klima- und Anti-Atom-Demos hier in Berlin haben zu einer engen Zusammenarbeit geführt.

    Ein wacher Geist, treffend formulierend, den Kern des Problems aufzeigend, früh die Schwachpunkte benennend, und Themen aufgreifend bevor alles beschlossen ist (siehe Taxonomie)! Wir in der Anti Atom Bewegung haben davon profitiert.
    Oft haben wir uns auf seine Arbeit und Engagement verlassen, auf die Zusammenfassungen von stundenlangen zermürbenden Sitzungen, denen wir uns selbst nicht ausgesetzt haben. Als Beispiel sei genannt: die Kommission „Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ des Deutschen Bundestages und Deutschen Bundesrates.

    Unsere Gedanken sind bei seinem privaten Umfeld, seiner Familie. Auch wir trauern und schon bald werden wir ihn vermissen, denn seine Stimme fehlt uns dann, wenn es um klare Worte und Einschätzungen geht.

    Jochen, Du ziehst weiter - und wir kämpfen weiter!

  • Von: Ute
    Am: 23.01.2022

    Ich habe Jochen Stay 2006 bis 2008 näher kennen gelernt, als er mich als Hauptamtlicher der Bewegungsstiftung für eine Kampagnenbegleitung und -evaluation im friedenspolitischen Bereich angefragt hatte. Die Kampagne wurde vom "Fonds
    Zivilcourage" gefördert, das Begleitteam bestand aus Jochen als Vertreter der Bewegungsstiftung, einer Vertreterin der Stifter:innen und mir als fachkundiger Person für friedenspolitische Basisaktionen - ich war damals Co-Vorsitzende des Bundes für Soziale Verteidigung. Ich habe in dieser Projektbegleitung viel von Jochen gelernt und seine gelungene Balance
    zwischen Verständnis für die Basisaktivist:innen und seiner Rolle als Vertreter des Geldgebers sehr bewundert.
    Ein zweites Mal intensiver begegnet sind wir uns im Herbst 2015, als wir zusammen mit einer dritten Person vom Lebenshaus Schwäbische Alb zur jährlichen Tagung "We shall overcome" eingeladen waren. Auf diesen Tagungen berichten immer drei Personen aus ihrer friedens- und bewegungspolitischen Biografie. Ich war damals SPD-Bundestagsabgeordnete und war immer wieder froh, wenn ich auf Tagungen in meine friedenspolitische Rolle, die ich vor und nach den vier Bundestagsjahren
    immer ehrenamtlich wahrgenommen habe, zurück durfte. Dass Jochen genauso offen und freundschaftlich mit der Bundestagsabgeordneten umgegangen ist wie acht Jahre vorher mit der ehrenamtlichen BSV-Vorsitzenden hat mich sehr gefreut.

  • Von: Karin Hartmann für die Umweltgewerkschaftsgruppe Lübeck
    Am: 24.01.2022

    Tief bestürzt haben wir von der Umweltgewerkschaft Ortsgruppe Lübeck vom Tod des Umweltaktivisten und Atomkraftgegners Jochen Stay erfahren. Jochen war das Gesicht von .ausgestrahlt. Er spielte bei vielen Aktionseinheiten gegen die Lagerung von Atommüll, Castortransporten und Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke eine wichtige Rolle. Wir erinnern auch daran, dass Jochen bei den Sitzblockaden gegen Atomwaffen in Mutlangen dabei war. Auf seine Jahrzehnte lange Erfahrung und konsequente Haltung war Verlass. Er wird uns fehlen und die Lücke, die sein viel zu früher Tod reißt, wird schwer zu füllen sein.
    Wir von der Umweltgewerkschaftsgruppe Lübeck und von den Montagsdemonstrant*innen hoffen, dass die Zusammenarbeit im Kampf für die sofortige Abschaltung aller Atomkraftwerke und den Atommüll mit .ausgestrahlt fruchtbar fortgesetzt wird.  

    Im Mitgefühl für seine Familie.

  • Von: Rudolf Görlich-Hansen
    Am: 22.01.2022

    Die Nachricht, dass du nicht mehr bei uns bist, hat mich erschüttert – obwohl wir uns gar nicht persönlich kennen. So schreibe ich dir denn einen Abschiedsbrief als einem bekannten Unbekannten, mit dem ich mich im Geist sehr verbunden fühle.
    Die kämpferischen und ermutigenden AUSGESTRAHLT – Nachrichten waren immer sehr differenziert und informativ und haben mich daran gemahnt, die Risiken der Atomkraftnutzung nie zu vergessen. Und das AUSGESTRAHLT–T-Shirt hat manche meiner Radtouren begleitet und belebt  :-) . Widerstand kann auch humorvoll, lustvoll und sehr konstruktiv sein, das habe ich oft erlebt auf Demos und bei Veranstaltungen. Für diese Erfahrung danke ich dir (und deinen MitkämpferInnen) von Herzen - wie wohl tausende anderer AKW-GegnerInnen auch.
    Am 29.12.2020 hast du einen „persönlichen Brief zum Jahreswechsel“ verschickt, der mich sehr berührt hat. Diese persönliche Offenheit eines „politischen Menschen“ habe ich in meinen fast 74 Lebensjahren selten erlebt, solidarisch, offen, aufbauend, ehrlich und ohne das übliche EGO-Tamtam vieler Politik-Profis.
    Deine Einlassungen kamen offensichtlich buchstäblich von Herzen. Nun liest du selbst diese dankbaren Worte nicht mehr, aber der Geist und die Motivation, die dich leiten, lebt weiter, und deine GefährtInnen lesen diesen Dank – so sind wir verbunden in den Aufgaben, die – nie endend – vor uns liegen.
    Ruhe in dem Frieden, den du dir wünschst.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 23.01.2022

    Ich war sehr erschrocken und dachte, das kann nicht sein, als ich die Mail vom so frühen Tod von Jochen Stay las.

    In der Anti-Atomkraftbewegung ging es dank Jochen Stay enorme Schritte vorwärts, bishin zum Atomausstieg in Deutschland. Ein befreites Aufatmen einerseits, bleibende Sorgen weiterhin (wohin mit dem Atommüll?) und dann der Schlag ins Gesicht. Greenwashing. Die Nachbarländer bauen weiterhin Atomkraftwerke und nennen das dann auch noch grüne Energie. Wird Deutschland auch wieder einknicken? Das geht einem ans Herz, gell. Es wird ein bleibender Kampf gegen die Atomenergie sein.

    Ich bin erleichtert zu lesen/hören, dass Jochen Stay es geschafft hat, durch _ausgestrahlt, _Stiftung und Bürgerinitiative, eine bleibende, aktive Anti-Atom-Bewegung hinterlassen zu haben.

    Er schaffte es, durch den Alltag der passiven Unterstützer von _ausgestrahlt _mit mahnenden Worten_ _zu dringen, um sie zu ermuntern, mehr Geld zu spenden, weil der Bedarf nach wie vor hoch ist. Er zeigte sich immer initiativ, kommunikativ, ideenreich und motivierend, aber auch verständnisvoll, wenn man eben nur zu den passiven Unterstützern gehört.

    In diesem Sinne bleibt Dankbarkeit für sein Lebens-Werk, chapeau! Gute Reise, Jochen Stay, geh in Frieden. Gott hab dich selig.

    Möge seine Familie ihren Frieden finden mit diesem Schicksalsschlag. Gott segne sie.

    Mögen alle von _ausgestrahlt, der Stiftung und der BI _die nötige Kraft, Energie, Unterstützung, die nötige Kommunikationsbegabung und den nötigen Ideenreichtum bekommen, um die Anti-Atombewegung als Herzenssache weiterzuführen, ohne sich selber dabei zu vergessen, ohne sich die Bewegung zu sehr ans Herz gehen zu lassen. Gott segne euch.

    In diesen Sinne viel Trost in der Zeit des Trauerns, viel Kraft für die damit verbundenen Aufgaben sowie alles Liebe und Gute für die Zukunft, mit Gottes reichem Segen!

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 22.01.2022

    Immer noch zu tiefst bedrückt/betroffen und geschockt von dieser Nachricht fehlen mir eigentlich nach wie vor die Worte ...

    Ich persönlich habe mich am/zum heutigen Tag entschlossen eine brennende Kerze über Nacht ins Fenster zu stellen: Für alle die, die mich/uns über Jahre und Jahrzehnte auf diesem Weg begleitet haben und nicht mehr unter uns weilen

    Meine Kontakte/Begegnungen mit Jochen waren eher kurzfristig, aber sie haben (auch) mich sehr geprägt. Seine Art die Dinge anzugehen, die Ruhe / Besonnenheit die er ausstrahlte und sein Handeln / Wissen konnte ich nur bewundern. Ein großer Verlust 

    Die Menschheit hat, in meinen Augen, einen wahren Menschen verloren.

    Der Familie, den Angehörigen, den Freund(inn)en und Weggefährt(inn)en wünsche ich ganz viel Kraft und Verbundenheit auf diesem schwierigen Weg.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 22.01.2022

    Soeben noch wollte ich mich auf .ausgestrahlt über ein Thema informieren und sehe die erschütternde Nachricht zum Tod von Jochen Stay. Ich habe ihn nicht persönlich gekannt, fühlte mich aber immer mit meiner eigenen Atomkraftablehnung bei ihm bestens informiert und vertreten. Es ist unfassbar, dass ausgerechnet ein entscheidender Wegbereiter des Atomausstiegs in Deutschland das Laufzeitende der letzten AKW nicht mehr miterlebt. Ich bin zutiefst erschrocken und traurig über den großen Verlust für die Anti-Atom-Bewegung.

  • Von: Lüder Möller für die MLPD Lübeck
    Am: 21.01.2022

    Wir waren sehr erschrocken, als wir die Nachricht von Jochens plötzlichem Tod am 15.1.22 erhielten.
    Wir trauern mit euch und möchten euch unser Mitgefühl ausdrücken. Sein Tod ist ein großer Verlust für die Anti-AKW-Bewegung.
    Wir haben Jochen in Erinnerung als unermüdlichen Kämpfer gegen die unverantwortliche Nutzung der Atomkraft durch den Betrieb der AKW´s und gegen die gefährliche Lagerung von Atommüll. Er hat sich gemeinsam mit dem Team .ausgestrahlt auch völlig richtig weiter engagiert, als mit dem Beschluss der Merkel-Regierung für die Stilllegung der letzten Meiler bis Ende 2022 scheinbar „alles gelaufen“ war.
    Wir von der MLPD sind von Anfang an gegen den Bau von Atomkraftwerken zusammen mit allen Atomkraftgegnern auf die Straße gegangen. Auch in Lübeck sind wir aktiv bei den Montagsdemos seit der geplanten Laufzeitverlängerung 2010 auf der Straße. Und wir unterstützen den Kampf gegen die geplante Einlagerung von Abrissmüll aus dem AKW Brunsbüttel auf unsere Hausmülldeponie Niemark.
    Diese Kämpfe haben uns verbunden. Auch wenn unser Kontakt zu Jochen manchmal nicht einfach war, weil er offenbar Vorbehalte gegen Marxisten-Leninisten hatte, schätzen wir ihn als einen unermüdlichen Kämpfer gegen die radioaktive Verseuchung unserer Umwelt und der Menschen.
    Wir hoffen, mit dem Team .ausgestrahlt weiter zusammen zu arbeiten zu können. Die in bürgerlichen Medien propagierte Renaissance der Atomkraft zielt auch in Deutschland darauf ab, dass Atomenergie – möglicherweise als Minireaktoren – weiter genutzt wird.
    Meinungsverschiedenheiten sollten unter uns offen ausgetragen werden, uns aber nicht davon abhalten, gemeinsam die Bewegung gegen die Atomkraftwerke und die militärische Nutzung der Atomenergie zu stärken, bis alle Atomanlagen abgeschaltet sind und der strahlende Müll möglichst sicher gelagert wird.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 21.01.2022

    Gerade habe ich sehr betroffen vom Tod von Jochen Stay gelesen. Ich kenne ihn nur vom Foto, aber seine warme Ausstrahlung, seine Herzenskräfte haben mich immer sehr berührt. Ich fühle das er sehr , sehr viel für die Atombewegung geleistet hat. Dafür spüre ich eine tiefe Dankbarkeit. Solche Menschen sind so wichtig. Ich wünsche Euch für alles weitere alles erdenklich Gute.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 21.01.2022

    Lieber Jochen, ich war immer fasziniert, mit welcher positiven Art Du unsere jahrelanges gemeinsames Ziel in vorderster Reihe und gegen alle Widerstände verfolgt hast. Dafür ganz herzlichen Dank! Umso bedauerlicher, dass Du das Erreichen dieses greifbar nahen Ziels nun nicht mehr miterleben kannst. Ich werde bei den nächsten Meilensteinen auch immer an Dich denken und hoffe, dass Du diese von irgendwo her trotzdem noch mitbekommen wirst.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 21.01.2022

    Ich habe Jochen natürlich im Wendland kennengelernt und wir haben uns dann immer wieder bei Konferenzen und Demos getroffen. Nicht immer waren wir der gleichen Meinung was Bewegungsfragen und Aktionsformen angeht, aber ich hatte sehr gehofft ihn bei dem Fest im Sommer zu sehen und in Erinnerung zu schwelgen - mach es gut, lieber Jochen, gute Reise

  • Von: Markus Beinhauer
    Am: 21.01.2022

    Ich habe Jochen schon früh in Mutlangen während einem Blockadewochenende kennengelernt. Später habe ich als Anti-Atom-Aktivist am Standort des AKW Mülheim-Kärlich mit Jochen eine Veranstaltung zu Atomtransporten organisiert. Dies führte dazu, daß wir nicht mehr nur gegen das AKW angerannt sind, sondern unser Aktionsspektrum erweiterten. Fortan waren wir viel damit beschäftigt die Atommülltransporte durch Neuwied zu skandalisieren. Wir konnten letztlich erreichen, dass der Stadtrat beschloss, dass keine weiteren Transporte mehr durch das Stadtgebiet rollten. Das AKW wurde ebenfalls später stillgelegt. Einige Jahre später begann ich mein Studium in Münster mit der Überzeugung 15 Jahre Anti-Atom-Arbeit seien gernug und ich wollte mich in einem anderen politischen Bereich fortan betätigen. Dann las ich einen Artikel von Jochen in der Graswurzelrevolution worin er in seiner unnachahmlich-motivierenden art zum Widerstand gegen der Castor in Gorleben aufrief. Fortan war ich in der örtlichen Anti-Atom-Gruppe und arbeitete weiter neben den Castortransporten nach Gorleben auch zu denen ins Zwischenlager in Ahaus. In den folgenden Jahren kreuzten sich unsere Wege immer wieder ob auf Bundeskonferenzen, Demos, Widerstandscamps oder auf den Schienen und natürlich bei x-tausend mal quer. Auch während seiner Zeit als Redakteur der Graswurzelrevolution stand ich immer wieder mit Jochen in Kontakt. Ich werde Jochen nie vergessen, seinen unbändigen Aktivismus, seine positive Ausstrahlung und sein markantes Lächeln bei dem er auf unverwechselbare Art den Mund verzog.
    Ein Lächeln wird es sein das siegt! Ich vergesse dich nicht, Jochen.

Castor Transport
Foto: Günter Zint
  • Von: Nicole
    Am: 21.01.2022

    Unglaublich. Jochen ist tot. So früh gegangen. Kennengelernt haben wir uns Ende der 1980er/Anfang der 1990er Jahre in Mannheim/Heidelberg und waren zusammen gegen Atomkraft aktiv. Manchmal haben wir auch in den damaligen Kellerräumen der graswurzelrevolution diskutiert und gestritten. Ich wollte immer noch 5 Bücher zum Thema lesen und du wolltest gleich auf die Straße. Dann bist du ins Wendland und hattest deinen Ort gefunden. Unser Kontakt hat sich verloren. Wir waren weiterhin an gemeinsamen Orten, bei jedem Castor-Transport; ich sah dich aus der Ferne, involviert, zutiefst engagiert, aktiv, immer zuvorderst...Aber direkt gesprochen haben wir tatsächlich nie mehr miteinander. Und nun lese ich von deinem so frühen Tod. Du hast so viel erreicht, so viele inspiriert. Dein Erreichtes/deine Idee/deine Träume leben definitiv weiter, Dafür hast du zuviel und zu viele bewegt. R.I.P.

  • Von: Dr. Matthias Miersch, stellv. Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion für die Bereiche Umwelt, Klima, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
    Am: 21.01.2022

    Die Nachricht vom Tod von Jochen Stay erfüllt mich mit tiefer Trauer. Sein Tod ist ein großer Verlust. Er war einer der engagiertesten Kämpfer gegen Atomkraft, dessen visionäre Tatkraft fehlen wird. Ich werde den gemeinsamen Weg gegen Atomkraft weitergehen und zolle Dir, Jochen, meine Hochachtung.

     
  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Ich bin geschockt.
    Das Gesicht unser aller Anti-Atomkraft Bewegung ist abgetreten.
    Ich habe Jochen als Mensch erlebt, der andere Leute nie brachial bekehren wollte, sondern unaufgeregt mit Wissen aufklären und so überzeugen konnte. Es ist ein Jammer für ihn, sein persönliches Umfeld und die ganze Menschheit, daß ein derart positiver Anführer so früh sterben musste.

  • Von: Juan Romero
    Am: 21.01.2022

    Mein Weg kreuzte den von Jochen vor 25 Jahren, am 4. März 1997, beim dritten Castortransport ins Zwischenlager Gorleben. Es war meine erste Blockadeerfahrung. Ich habe Jochen damals nicht gesehen, nur seine besonnene und eloquente Stimme gehört, die aus dem Lautsprecherwagen von X-tausendmalquer uns auf der Bocklade am Verladebahnhof in Dannenberg im Angesicht der Wasserwerfer mit seinen Durchsagen Mut zusprach. Diese klare Stimme ist jetzt verstummt, aber ich höre sie immernoch.

  • Von: Uli
    Am: 21.01.2022

    Ich schicke Euch eine lebendig nachwirkende Erinnerung an eine meiner Begegnungen mit Jochen Stay.

    Viele Male war ich mit FÖJ-Gruppen oder auch mit ijgd-Gruppen (Internationale Jugendgemeinschaftsdienst) für Seminare im Wendland. Es war naheliegend, sich mit dem Wendland, der Atomenergie und dem Widerstand dagegen zu beschäftigen.
    Häufig haben wir bei der BI Lüchow-Dannenberg nach Referent*innen angefragt. Ganz besonders habe ich mich gefreut, wenn wir eine Zusage von Jochen selbst bekamen. Warum? Weil er wie kein anderer so viele Details, Zusammenhänge und Entwicklungen auf so lebendige Weise schildern konnte. Weil so viel Engagement, Hoffnung, Klarheit und Vision verbunden mit Tiefe, Fürsorge und Lebensfreude in seinen Worten lag. So viel Aufmerksamkeit für die Fragen und Anliegen der Teilnehmenden, so klare Antworten. Und es muss wohl auch ein unglaubliches Gespür dafür gewesen sein, wie viele und welche Informationen für die Fragenden zu erfassen sind.

    Bei einem Seminar machten wir ein Zeitexperiment: Wir legten alle unsere Uhren ab, verabredeten uns in der Seminargruppe ohne Uhrzeiten. Pausen waren entweder eine Tasse Tee lang oder ließen Zeit für einen Spaziergang. Das ging erstaunlich gut, nur wenn um die Verabredung mit "Außenkontakten" kam wurde es schwieriger. So saßen wir auch noch beim Abendessen, als er in unser Seminarhaus kam, um mit uns den Abend zu gestalten. Ich erklärte ihm kurz die Situation und entschuldigte mich. Jochen war so gelassen damit, setzte sich zu uns, mit aller Geduld, Aufmerksamkeit und Interesse für die jungen Erwachsenen. Später sagte er: Als wir dann entschieden haben, dass es jetzt losgehen soll, seien alle gleich dabei gewesen. Und dann war da Raum für Begegnung, Verbindung, Vertrauen, neue Erfahrungen, Inspiration und Gewissheit, dass es lohnt sich einzusetzen - für das Leben.

    Ich bin sehr dankbar für all sein Wirken und meine persönlichen Begegnungen mit ihm.

    Mein tiefes Mitgefühl für seine Familie, seine Freunde und Wegbegleiterinnen.

  • Von: Bernd Redecker für das Lüneburger Aktionsbündnis gegen Atom
    Am: 21.01.2022

    Jochen Stay ist verstorben.

    Mit tiefer Betroffenheit und Trauer nehmen wir Abschied von Jochen Stay. Sein unermüdlicher Kampf für eine Welt ohne Waffen und Atom hat auch im Landkreis Lüneburg viele Menschen berührt und im wahrsten Sinne bewegt.

    Immer wieder hat er als Redner Menschen in den Bann gezogen. Der Bogen spannt sich dabei vom März 2001 auf der Auftaktkundgebung  im Clamartpark anlässlich des anstehnden Castortransportes, mit über 18.000 Teilnehmer*innen die größte Demonstration in Lüneburg überhaupt, bis zur E-Ventschau 2018 auf der er über seine Sicht auf die Suche nach einem Atommülllager berichtete.

    Im März 2001 hat er als Sprecher der Initiative X-tausendmal quer in Wendisch Evern eine Sitzblockade auf der Castor-Transportstecke von Lüneburg ins Wendland mitorganisiert. Das gewaltfreie Aktionskonzept lud Menschen ein, sich am Protest gegen die Castor-Transporte auch im eigenen Landkreis zu beteiligen. Viele Lüneburger*innen haben sich dem damals angeschlossen.

    2009 nach der atompolitischen Rolle rückwärts mit der Laufzeitverlängerung, regte sich bundesweit der Unmut gegen die Pläne der damaligen Bundesregierung. Aber erst Jochens Vision, einer 120 Kilometer langen Menschenkette vom AKW Brunsbüttel bis zum Pannenmeiler Krümmel, schaffte den Rahmen, um aus diesem Unmut auch politischen Druck entstehen zu lassen. Wie sehr er mit dieser Idee richtig gelegen hat, haben wir als Organisatoren des „Lüneburger Abschnitts“ daran gemerkt, dass wir ständig neue Busse zu unserem Sammelpunkt bei Geesthacht anmieten mussten, weil uns die Tickets quasi aus der Hand gerissen wurden.

    Als politischen Streiter zeichneten ihn eben diese visionären Ideen für Aktionsformen, seine Hartnäckigkeit, sein rhetorisches Talent und sein großer fachlicher Sachverstand aus.

    Vor allem wird er aber allen, die ihn persönlich kannten, mit seiner positiven oft ungestümen Kraft in Erinnerung bleiben. Auch als mit dem Ende der Hochrisikotechnologie in Deutschland nicht zu rechnen war, hat er an einen Erfolg der Anti-Atom-Bewegung geglaubt. Er sah in diesem Erfolg den Beweis, “dass, wenn sich die scheinbar Ohnmächtigen zusammenschließen und sich wehren, es die scheinbar Mächtigen unendlich schwer haben, ihre Pläne durchzusetzen”.

    Mit dem Abschalten der letzten drei Atomkraftwerke zum Ende diesen Jahres ist ein Meilenstein seines lebenslangen Kampfes erreicht. Wie bitter, dass wir das nun ohne Dich feiern müssen.

    Ich persönlich habe in den zurückliegenden Corona-Monaten vielen Stunden mit Jochen in Videokonferenzen verbracht. Es wurde fasst schon zur vertrauten Gewohnheit, wenn sein Bild in der Kachel aufleuchtete. Endlagersuche, das Risiko der Zwischenlagerung, die KONRAD-Kampagne, die Anti-Atom-Radtour für den Sommer 2022. So viele Themen, die wir gemeinsam besprochen haben, an der wir weiter politisch arbeiten wollten. Wie schön war es, wenn man sich wie bei der BI Gründung in Bahlburg einmal in echt und nicht nur auf dem Bildschirm sehen konnte.

    Jochen, Du wirst der Anti-Atom-Bewegung und mir ganz persönlich fehlen!

  • Von: Elsbeth Benning
    Am: 21.01.2022

    Jochen Stay..., ein Name..., ein Mensch, der mich so viele Jahre begleitet hat. Nun musste ich von seinem viel zu frühen Tod erfahren und bin tief betroffen! Das Ausgestrahlt-Team und insbesondere seine Familie und Angehörigen haben meine aufrichtige von ganzem Herzen kommende Anteilnahme.

    Alles begann für mich 2006 mit dem Bündnis „Atomausstieg selber machen“. Durch die Überzeugungskraft, besonders vom Jochen und die Wege, die mir aufgezeichnet wurden, bin ich damals bei den Stromrebellen EWS gelandet und habe es bis heute nicht bereut, ganz im Gegenteil. Dann kam 2008 die Organisation von „Ausgestrahlt“ und ich durfte seit der ersten Stunde dabei sein.

    Aufgrund meines Alter, 73, wäre es natürlich gewesen, wenn Jochen Stay und seine Bewegung mich bis zum letzten Atemzug begleitet hätte...Das Schicksal hat es anders gewollt.

    Durch seinen unermüdlichen Kampf für eine gesunde Welt, frei von durch Menschen verursachte Gefahren habe ich die Gewissheit, dass es Jochen auf der anderen Seite des Weges sehr gut gehen wird. Seiner Familie und allen, die ihn lieben wünsche ich viel Kraft, dieses schwere Leid zu ertragen.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 20.01.2022

    Puh ! Ich dachte heute Abend beim Durchblättern der gestrigen Elbe-Jeetzel-Zeitung, ich guck nicht richtig, als ich Jochens Bild und die Meldung seines plötzlichen und frühen Todes sah. Wie schnell kann es gehen, ohne äußere Gewalteinwirkung ... Ich erinnere mich an alle gemeinsam durchgestandenen Anti-Castor-Demos und Blockaden hier im Wendland. Jochen war manchmal penetrant und zu laut, aber eben dadurch auch motivierend und gut in der unbedingten Unnachgiebigkeit. Alle hatten irgendwann Differenzen mit ihm in der politischen Analyse, waren aber wie ich auch angetan von seinen unbeirrbaren Macherqualitäten, wie sie sich ja auch in den letzten Jahren in Eurer Organisation wiederfinden.
    Ich erinnere mich an die Jahre hier, als er noch kleine Kinder hatte und sich kümmerte, dann die offensichtliche Familientrennung und seinen Umzug nach Hamburg - lange ist's her. Besonders seinen Kindern gegenüber möchte ich meine große Wertschätzung für seine Zivilcourage und meine tiefe Betroffenheit und Mitgefühl ausdrücken.

  • Von: BI "wohin damit" mit Angelika, Anita, Benjamin, Bettina, Chady, Clemens, Gabi, Jason, Jost, Jutta, Lutz, Matthias, Natalie
    Am: 20.01.2022

    Mit Fassungslosigkeit und Bestürzung haben wir die Nachricht von Jochens Tod erhalten. Wir sind in Gedanken bei Ihnen als Familie und allen Freunden und Arbeitskollegen und wünschen aufrichtiges Beileid.

    Wir haben Jochen in der Zeit der aktuellen Endlagersuche kennenlernen dürfen und nicht zuletzt hat uns seine freundliche, hilfreiche, analytische und motivierende Art sehr dabei unterstützt, die BI „Wohin damit“ hier in der Prignitz zu gründen und uns für das Thema zu engagieren.

    Sein Ableben wird auch bei uns, die wir ihn nur kurz kennengelernt haben, eine große Leere hinterlassen.

    Auf der anderen Seite sind wir dankbar dafür, ihn und seine Art erlebt haben zu dürfen, und werden auch weiterhin aus seinem Antrieb und seiner Motivation Kraft für unsere weitere Arbeit schöpfen.

    Und dafür ein ganz großes Dankeschön lieber Jochen! Ein Riesenrespekt für deinen Einsatz und für alles, was Du erreicht und bewirkt hast.

  • Von: Robert Hinkes
    Am: 20.01.2022

    Ich bin sehr betroffen von Jochens plötzlichem Tod! Seit Jahren bin ich sehr mit (und für) Euch und Eurem Einsatz gegen die Kernenergie verbunden. Dafür spende ich, lese Eure Beiträge und bin hin und wieder auch immer in der Sache unterwegs und vor Ort oder am Rechner,...aktiv gewesen - mit Freunden und auch meiner Familie, z.B. in der Menschenkette... . Jochen war dabei für mich immer eine zentrale Person in ganz positiven, besten Sinne, wobei ich selbst immer in flachen Hierarchien denke - so wie Ihr auch, denke ich.

    Auf einer der Veranstaltungen sind wir uns mal am Weg begegnet, haben uns begrüßt, mit einem Lächeln zugenickt und haben ein paar Worte gewechselt - irgendwo auf dem Weg hin oder zurück (das weiß ich leider nicht mehr so genau). Ich bin zufälligerweise auch vom selben Jahrgang.

    Mein Eindruck: Jochen war ein Mensch, der alle Wertschätzung verdient und daher möchte ich sagen:

    'Jochen Stay with us' !!!

    Sein Nachname und die englische Bedeutung des Wortes sind mir beim Lesen der Nachricht fast sofort in den Sinn gekommen und ich meine das auch in der Bedeutung von "weiter so" in seinem Sinne, mit seiner Tatkraft und Kompetenz sowie im Gedenken an Jochen!

  • Von: Susanne
    Am: 20.01.2022

    Ich habe Jochen im Wendland kennengelernt bei den alljährlichen "November-Protesten" aus Anlass der Castor-Transporte. Egal, zu welcher Aktion ich kam, ob groß oder klein und egal zu welcher Zeit, ob Tag oder Nacht, Jochen war schon da. Einmal hatte er ein dynamobetriebenes Handyladegerät, an dem er unermüdlich kurbelte, da er keine Zeit hatte, es an einer Steckdose zu laden. Wann immer bei den Aktionen Unruhe aufkam, die Situation zu eskalieren drohte, beruhigte er mit seiner charismatischen Art die Gemüter.

    Für mich war Jochen der Ghandi der Anti-Atom-Bewegung. Mit ihm verliert die Welt einen sehr besonderen Menschen, einen, der nicht zu ersetzen ist. Wir hätten ihn weiterhin gebraucht, nun müssen wir ohne ihn sein Werk vollenden, es gibt noch viel zu tun.

    Viel zu früh musste er gehen. Ich bin sehr traurig und fühle mit den Angehörigen und Freunden.

  • Von: Elfi Halbig
    Am: 20.01.2022

    Ich lese gerade, dass Jochen Stay so plötzlich verstorben ist. Das ist für mich unfassbar traurig!
     
    Schon seit vielen Jahren unterstütze ich finanziell .ausgestrahlt und bin begeistert, dass eine "handvoll" Leute so großartige Arbeit machen. Ich habe noch den Rundbrief 29 vom Okt/Nov/Dez 2015 hier liegen, in dem ich einen Artikel zur Abschaltung des Kernkraftwerkes Grafenrheinfeld markiert habe und der Studie von .ausgestrahlt, dass wir auch ohne Atomkraftwerke genügend Strom haben. Der Name Jochen Stay ist für mich mit dem Logo .ausgestrahlt untrennbar verbunden.
     
    Durch Eure Arbeit und die Artikel, die ich immer erhielt hatte ich das Gefühl, dass ich viel besser Bescheid weiß über die Atomlügen, als mein Umfeld und hatte gute Argumente die Falschmeldungen, die so im Umlauf sind, zu korrigieren.
     
    Sehr schade, dass wir so früh einen so gewichtigen Mitstreiter verloren haben.

  • Von: Marlies
    Am: 20.01.2022

    Eine Deiner tollen Fähigkeiten war es, Menschen für Deine Ideen zu begeistern.

    Hier exemplarisch ein Gruppenfoto mit Atomkraftgegner:innen aus Wegberg am Abend des 25. Juni 2017 (aus zwei von elf Bussen, die wir aus dem Kreis Heinsberg nach Tihange mobilisiert hatten). Im Moment dieses Fotos hattest Du mich angerufen und wolltest wissen, wie es gelaufen sei. Ich erklärte Dir ein wenig geknickt, warum der Luftbildfotograf leider nicht wie geplant die Menschenkette von Tihange bis Aachen abfliegen und für die Tagesschau filmen konnte. Da hast Du mich mit den Worten getröstet: „Du kannst doch nichts für schlechtes Wetter; und wenn jeder wie Du neun voll besetzte Busse auf den Weg gebracht hätte, dann wären noch weit mehr Menschen auf der Straße und die Menschenkette überall ganz dicht gewesen. Wir haben es geschafft, und das allein zählt.“

    Jochen, Du hast so unvorstellbar viel geschafft und hinterlässt riesige Fußstapfen für uns Atomkraftgegner:innen - leider müssen und werden ab jetzt ohne Dich weiterkämpfen.

    Danke, dass es Dich gab.

    Aufrichtiges Beileid und tiefes Mitgefühl für Familie, Freunde und das .ausgestrahlt-Team von ehemaligen Wegberger Montagsspaziergängern gegen Atomkraft, die Du und das gesamte Team immer unterstützt und motiviert habt.

kette-marlies.jpg
Foto: Privat
  • Von: Heide Hartje-Huss
    Am: 20.01.2022

    Ich kannte Jochen , von vielen Demos auch persönlich , es hat mich immer sehr fasziniert mit welchem Elan und Kraft er sich diesen unendlichen Kampf gestellt hat. Sein Wirken hat viel bewegt.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 20.01.2022

    Du wirst der Welt fehlen! Es gibt noch so viele zu groß wirkende Aufgaben.

    Du hast bei den ersten Castor-Transporten in den 90ern und auch nach dem Transportstopp ab 2001 riesige Sitzblockaden organisiert. Ich habe mich in der Zeit mehr in kleinen und größeren Blockadeaktionen engagiert, zuletzt auf den Gleisen beim Süschendorfer Betonblock. In der Widerstandsszene gab es damals viele heftige Diskussionen über die verschiedenen Widerstandsformen. Ich fand den Austausch darüber mit Dir immer sehr angenehm, nie hatten die Begegnungen einen Anflug von Konkurrenz. Es ging Dir um den Erfolg in der Sache. Um den Ausstieg aus der Atomtechnologie, nicht mehr und nicht weniger! So oft gab der Erfolg Dir recht.

    Leider dürftest Du das Abschalten der letzten Anlagen in Deutschland nicht mehr erleben. Aber dass wir soweit gekommen sind und das Ende der Atomkraft in Deutschland jetzt so greifbar ist, verdanken wir zu einem großen Teil Deinem unermüdlichen Engagement.

    Ich verneige mich vor einem großen und großartigen Menschen.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 19.01.2022

    Jochen musste uns verlassen für immer - das ist schwer anzunehmen. Sein Kampf war frei von Macht, Pflicht, Eitelkeit, es war reiner Idealismus und ist für uns weiterhin Mahnung und Ansporn. Ich sehe ihn noch, wie glücklich er mal in Hannover war, als unverhofft viele Demonstranten seinem Ruf gefolgt waren. Er saß ganz bescheiden und verhalten winkend, aber zufrieden lächelnd auf einem Stein, während wir an ihm vorbeizogen.

    Aufbauend waren immer die Jahrestreffen dank seines Engagements und das seines Teams. Tief betroffen ist Vera Choulant, auch im Sinn von Dorothea Neumann gest. am 20.7.21. Auch für sie war er und sein Team der einzige Halt und die einzige Hoffnung,  ihr ganzes Denken galt wegen seiner Beharrlichkeit stets  . ausgestrahlt.

  • Von: Ulrike und Volker Hamel
    Am: 18.01.2022

    Wir sind Unterstützer von .ausgestrahlt von Anfang an, haben für zahlreiche Protest-Aktionen mit mobilisiert (und natürlich selber teilgenommen), unzählige Unterschriften gesammelt und Diskussionen geführt ...     Jochen Stay war dabei für uns gefühlt das Gesicht von .ausgestrahlt. Auch wenn wir natürlich wissen, dass es immer ein Team war, das hinter der Impulsgabe und Koordinationsarbeit von .ausgestrahlt stand - Sein Tod geht uns sehr nahe. Dankbarkeit bleibt für sein Wirken, dass die deutsche Atomenergie-Widerstandsbewegung so stark wurde. Wer weiß welch schrecklicher weiterer "GAU" möglicherweise so verhindert wurde.

    Alles Gute für Jochens Familie und für .ausgestrahlt und dessen weiteres noch immer unverzichtbares Engagement!

  • Von: Tobias Schoene
    Am: 19.01.2022

    Ich hatte nur wenige Male die Möglichkeit mit Jochen direkt ins Gespräch kommen zu können. Im Rückblick finde ich viel zu wenige Male. Sein Blick auf die Dinge in Reden und Texten habe ich immer gerne und interessiert verfolgt. Sein konsequenter Einsatz für die Anti-Atomkraft-Bewegung war bewundernswert. Er hat immer darauf hingewiesen, dass die Anti-Atomkraft-Bewegung von vielen Schultern getragen wird und wir dieses Thema wie ein Staffelstab weiterreichen müssen. Dennoch ist die Lücke, die er hinterlässt immens und sie ist viel zu früh gerissen worden.

    Ich bin in Gedanken bei seiner Familie, der mein Mitgefühl gilt. Mach es gut, Jochen wo und wie auch immer du jetzt bist. Wir werden dich vermissen!

  • Von: Anne vom 'BüEnBü' ('Bündnis Energiewende Bülstedt und Umzu')
    Am: 19.01.2022

    Ich bin zutiefst erschüttert und konnte es gestern kaum glauben, als ich die Mail von Euch las. Jochen war für mich immer ein großes Vorbild und ich werde ihn immer in Erinnerung behalten...

    Im ähnlichen Alter und schon sehr lange als Atomkraftgegnerin aktiv verfolgte ich seit vielen Jahren sein Tun - wahrscheinlich bin ich ihm damals schon in Wackersdorf das erste Mal begegnet??? 2012 durfte ich ihn dann auch persönlich kennenlernen. Darüber bin ich sehr dankbar. Er kam in unser Dorf für einen Vortrag, den wir als kleine BI von zehn Menschen vor Ort organisiert hatten. Wir rechneten mit 20-40 Gästen. Es imponierte mir, dass er trotzdem kommen wollte. Am Ende waren es tatsächlich über 60 Gäste - für unsere kleine BI ein voller Erfolg, aber Jochen war ja ganz andere Zuschauerzahlen gewohnt. Es war mir etwas peinlich, als wir hinterher im Auto auf der Rückfahrt zum Bahnhof darüber sprachen. Aber er war ehrlich begeistert von der lebhaften Diskussion nach seinem Vortrag und von unseren Aktivitäten vor Ort. Das rührte mich sehr. Dieses große Engagement, seine präzisen Analysen und sein enormes Fachwissen und seine Fähigkeit andere mitzureißen, hat uns in unserer BI bis heute beeindruckt. Seitdem riss unser Kontakt nie ab. Ich durfte so - wenn auch jeweils nur bei ganz kurzen persönlichen Gesprächen am Rande von Veranstaltungen - auch den Menschen Jochen Stay ein kleines bisschen kennenlernen und der hat mir von Anfang an sehr imponiert. Seine Klarheit, seine emotionale Beteiligung und seine Bodenständigkeit (trotz seines großen Erfolges!) hat mich immer wieder begeistert. Ich habe auch gesehen, dass er für seine Sache immer regelrecht 'brannte'. Dass das nicht immer gesund ist, wusste er sicher auch. Trotzdem entschied er sich fürs Weitermachen. Dass er nun so früh gestorben ist, macht uns alle hier in Bülstedt sehr traurig und fassungslos. Wir wünschen seiner Familie alles erdenklich Gute und genug Zeit und Raum für ihre persönliche Trauer. Dem Team von .ausgestrahlt wünsche ich viel Kraft und Ausdauer für die weitere Arbeit! Dieses Jahr des endgültigen Ausstiegs aus der Atomkraft in Deutschland werden wir hier besonders im Gedenken an Jochen feiern!

  • Von: Jakob Blankenburg
    Am: 20.01.2022

    Der Tod von Jochen Stay macht mich traurig. Als Aktivist und unermüdlicher Kämpfer hat er entschieden zum Atomausstieg beigetragen. Als Vorstandsmitglied der BI Lüchow-Dannenberg hat er auch in meiner Region deutliche Spuren hinterlassen. Jochen Stay konnte Menschen organisieren und mitnehmen, er war immer informiert und hatte ein sehr gutes politisches Gespür. Leider konnte ich ihn in der kurzen Zeit, die seit der Bundestagswahl und meiner Ernennung als Mitglied des Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz vergangen sind, nicht mehr kennenlernen. Sein kritischer Geist wird auch im politischen Berlin fehlen.

    Seiner Familie und seinen Weggefährt*innen spreche ich mein tiefes Beileid aus.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 20.01.2022

    Das ist so unendlich traurig und schockierend! Die Nachrichten von Euch mit seinem Namen haben mich jahrzehntelang in jeglicher medialen Form begleitet, ich habe die Antiatomkraft-Bewegung von Anfang an verfolgt und bin schon sehr lange Fördermitglied. Ich hoffe sehr, dass sein Erbe so lange nachhallt, bis alle Atomkraftwerke dieser Welt abgeschaltet sind! Und darüber hinaus! Mein aufrichtiges Beileid an alle, die ihn persönlich kannten!

  • Von: Anja Inés Hasselbring
    Am: 19.01.2022

    Das erste Mal Mal begegnete ich Jochen Stay in Grohnde, dies muss im Jahr 2010 oder 2011 gewesen sein, denn ich erinnere mich noch sehr genau, dass ich damals mit einigen anderen Aktivisten*innen auf dem Kartoffelacker (jeder in seinem eigenen Zelt) ein oder fast zwei Tage übernachtet habe! Am früheren Abend, (...) begegnete mir Herr Stay dort, nachdem er dort eine meines klaren Erachtens nach sehr gute und vor allem kluge Rede auf sehr guter intellektueller Ebene gehalten hatte! (...)
    Jochen Stay ist sich (...) auf menschlicher Ebene treu geblieben, ist auch in wirklich sehr harten politischen Zeiten seinen sehr klaren Weg gegangen, und jenes unbeirrt! Das Gespräch damals mit Herrn Stay war wirklich sehr bereichernd, und ich war sehr dankbar, ihm begegnet zu sein! (...)
    In Respekt, Achtung, und Hochachtung vor Jochen Stay und Ihrem ganzen .ausgestrahlt - Team! Voller Aufrichtigkeit und ehrlicher Anteilnahme!

  • Von: Jörg
    Am: 20.01.2022

    Ich bin damals in meinem alten Rettungsboot mit „Atomkraft - Nein Danke“-Fahne sowie einem Spruchband („Eine Technik, die den unfehlbaren Menschen erfordert, ist unmenschlich!“) auf der Spree zum Reichstag geschippert  und hatte nach kurzer Zeit das Boot voll mit engagierten Gleichgesinnten. Sicher war Jochen damals auch in der Hauptstadt – nur zu gern hätte ich ihn getroffen (wie viele Male vorher in Gorleben) und zum Mitfahren eingeladen. Es gibt nämlich eine ganz besondere Verbindung zwischen meinem Boot und ihm: Das Boot heißt (seit nunmehr 50 Jahren): JOCHEN !  Leider ist der Name am Bug aus perspektivischen Gründen auf dem Bild nicht lesbar. Deshalb hier ein fotografischer Beweis.

     Namensgeber für mein Boot war, wie man sich denken kann, nicht Jochen Stay – er war gerade mal 6 Jahre alt, als ich das (ehemalige Rettungs-) Boot in Hamburg-Oevelgönne kaufte. Aber ab jetzt wird mich mein alter Kahn immer an den .ausgestrahlt-Jochen erinnern! Und bei der nächsten Anti-Atom-Demo wird JOCHEN wieder dabei sein!

boot-joerg-bieger-1.jpeg
Foto: Privat
boot-joerg-bieger-2.jpeg
Foto: Privat
  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 19.01.2022

    Dass Jochen so früh von uns gehen musste, hat mich zutiefst erschüttert. Ich kenne ihn seit Jahrenden als "unverwüstlichen" Streiter des Widerstandes! Ich erinnere mich daran, als wir des Nachts durch den Wald "schlichen", unbemerkt von den Polizisten; damals war die Technik noch nicht so weit, um uns ausfindig zu machen. Wir sassen auf den Schienen und sangen,
    als die Polizisten endlich eintrafen. ...
     
    Auch an unser Treffen an der "bekannten" Tankstelle denke ich ...wir teilten alle Lebensmittel, und Jochen munterte uns immer auf, wenn wir nachts müde aus dem Stroh krochen, um dem Castor irgendwo entgegen zu treten......
     
    Mutlangen, das Wendland,  Berlin, Hannover, Lüneburg...überall  konnte man Jochen antreffen.... immer voller Schwung, Mut und grosser Begeisterungsfähigkeit und Sachverstand.   "Ansteckend" für uns alle!!
     
    Ja, er wird uns fehlen...aber wir machen weiter! Wir bleiben "wachsam"!
     
    Jochen, Du hättest es gewollt!

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 19.01.2022

    Du hast mich kurz vor den ersten Castortransporten zur Anti-AKW-Bewegung gebracht. In Brokdorf bei den Castorblockaden prägst du pragmatischen einen Satz, beim Streit um das besprühen der Transpis (es gab eine große Diskussion ob das umweltgerecht ist) Atomkraftgegner sind nicht immer Umweltschützer. Du hast mir beim Aufbau des Atomplenums Minden geholfen. Hast bei den Stuttgarter Strategiegesprächen zur Gentechnik Deine Erfahrung mit eingebracht, so dass die freiwillige Feldbefreiung Gendreck weg entstanden ist. Danke dafür. Ich hätte Dich dieses Jahr zu meinem 50. eingeladen und mich auf ein Wiedersehen gefreut. Du bleibst in meinem Herzen.
    Wir machen weiter.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 19.01.2022

    Mich hat die Information sehr betroffen gemacht, dass der unermüdliche Kämpfer gegen Atomkraft so schnell von uns gegangen ist. Gerade jetzt, wo die Atomkraft wieder hoffähig wird und es sogar junge Leute gibt, die sich FÜR Atomkraft einsetzen zum Klimaschutz. Ich hätte es nie geglaubt, dass auch bei Umfragen wieder 50% der Bevölkerung sich für AKWs aussprechen. Und das, wo die Faktenlage so klar ist - nur das Beispiel Hinkley Point sagt alles!

    Ich wünsche allen einen langen Atem.

  • Von: Henning Rust
    Am: 19.01.2022

    Jochen, die Anti-Atom-Bewegung hat mich Anfang der 00er in Ihren Bann gezogen und mich persönlich nachhaltig geprägt. Ja, es gabt da viele Menschen, die irgendwie alle ein wenig gezogen und geprägt haben. Aber wenn ich spontan ein paar Namen sagen müsste: Jochen Stay wäre ganz vorne dabei! Ich habe all die Jahre nicht nur Deine Energie bewundert, sondern auch Deine eleganten und treffenden Analogien, kluge Gedanken, verrückte Ideen, Deine Sicherheit austrahlende Ruhe und Deine Ausdauer!

    Mein erster Castor-Transport nach Gorleben war 2001, Blockade in Wendisch-Evern. Kalt, kein Schlafplatz. Durchalten! Am Morgen in der Schlange stehen für einen heißen Tee. Vor mir ein Typ singt von bunten Blumen nicht nur im August. Vertreibt die Kälte, hebt die Laune. Irgendwann saß ich auf den Schienen oder war auf dem Weg dahin; 5 Finger sind eine Hand. Plötzlich Aufruhr. Von den vielen vielen Menschen pickte sich ein hektisch agierender Trupp Polizisten einen Mann raus und führte ihn ab. Mir war völlig unklar was das sollte. Der Stand vorhin vor mir in der Schlange beim Tee an und sang. Wieso nehmen die den denn mit und lassen die anderen hier sitzen? Mir erklärte jemand, dass das Jochen Stay sei. Die Polizei nehme den mit, damit der Rest hier führerlos sei und aufgibt. Der Rest aber stellte sich quer, jetzt erst recht!

    Danke Jochen! Wir sehen uns wieder!

  • Von: Olaf
    Am: 19.01.2022

    Als ich zu einer meiner ersten Demo ins Wendland gefahren bin kannte ich Jochen Stay aus dem Fernsehen. Als Sprecher der X-Tausendmal Quer Initiative hat er die Gründe für Zugblokaden schlüssig und nachvollziehaber in die Kameras gesprochen. Das war ein großer Teil meiner Motivation am Protest teilzunehmen. Als ich von der Abschlußkundgebung zurückkam, stand Jochen an einer Kreuzung und verkaufte Plakate mit dem "X" drauf für 1€ das Stück. Ich fand das sehr beeindruckend das der Kopf der Bewegung sich nicht zu schade ist, bis zum Schluß und darüber hinaus Plakate zu verkaufen. Auch wenn ich zu Hause schon gut ausgestattet war mit entspr. Material, habe ich ein Plakat gekauft und zu Hause stolz erzählt, ich hätte es direkt von Jochen Stay gekauft!

  • Von: Rolf für die BI „Kein Endlager im Landkreis ROW“
    Am: 19.01.2022

    Im Oktober 2018 machte „ausgestrahlt“ in Person von Jochen Stay unsere Region auf die geologischen Voraussetzungen für ein Atommüll-Endlager in der lokalen Presse aufmerksam. Seitdem waren wir mit Jochen und seinem Team in ständigem Kontakt und Austausch. Wertvolle Informationen und Kenntnisse zum Thema Endlager hat Jochen uns zukommen lassen. Wir haben von seinem Wissen profitiert. Die Nachricht von seinem Tod hat uns zutiefst getroffen und erschüttert.

    In unserer Motivation und in unseren Gedanken wird Jochen weiterleben. Unser Mitgefühl gilt seiner Familie und dem „ausgestrahlt“-Team

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 19.01.2022

    Als ich neu in die Bewegungsstiftung gekommen bin und das 1. Mal bei der Strategiewerkstatt war, ist meine bleibendste Erinnerung an Jochen, seine Kraft, sein Temperament, für seine Überzeugungen einzustehen und sie Anderen zu vermitteln.

    Er konnte Alle begeistern, mitziehen  und das mit verständlichen Worten und Temperament.
    Durch ihn fand meine schon immer bestehende Ablehnung von Atomkraft wieder neue Energie.

    Er war ein ganz außergewöhnlicher Mensch, und ich war traurig, dass er nicht mehr im Mittelpunkt bei der Bewegungsstiftung war und man ihn deshalb nicht mehr jedes Mal bei der Strategiewerkstatt erleben konnte.

    Er gab uns Allen immer wieder neue Kraft in diesem manchmal sehr zermürbenden Kampf um unsere Welt.

    Dass seine Kraft nicht länger reichte, ist für uns Alle, vor Allem natürlich seine Familie und die engsten Freunde ein extrem schwerer Moment, der sicher noch lange nachwirken wird.

    Fur seine Familie und alle Freunde wünsche ich mir, dass wir die Energie, die er uns vermittelt hat, nicht vergessen und weiterkämpfen.

  • Von: Wam
    Am: 19.01.2022

    Danke Jochen,

    Vor mir auf mein Tisch steht ein Geschenk, was ich letzte Woche von Ausgestrahlt bekommen habe, die Kalender zum Abschaltjahr 2022, worüber ich mich echt sehr gefreut hatte. Das was vor 12 Jahren noch als unerreichbare traum gesehen wurde wird dieses jahr abgerundet. Wer hat das denken können, die atom riese (gesehen aus Niederlände) steigt eher aus als mein heimat, wer hat das getraumt. Glaube selbst Jochen hat das nicht ankommen sehen damals.

    Ich muss lang nachdenken, aber ich bin mich nicht sicher ob ich ihm damals in Wackersdorf oder Mutlangen schon gesehen haben. Glaube eher nicht. Als einer von Rampenplan war ich viel mehr beschäftigt wie kriegt mensch deutsche aktivisten mit vegetarisch essen satt. Und die noch wichtiger fragen wie kocht mensch für soviel menschen wenn du null erfahrung hat. Ob da zwischen alle die gesichten die versuchte zu begreifen was ich stammelte. Ich hat gelernt einfach niederländisch zu reden mit ein deutsche akzent, dann verstehen die dich, nicht ganz.

    Aber dann kam Castor, bei die erste zwei war ich nicht dabei, war noch im krieg im Balkan, aber bei nummer 3 habe ich stolz kartoffel geschnitten bei Rampenplan. Von unsere kochzelt konnte mensch genau die verladenkraan zien und tausenden die sich dort auf die straße gesetzt hatte.

    Langsam wurde es dunkel und kälter, aus unsere küche zelt kamen dampfwölke die nach suppe und kaffee rochen und langsam alles um die küche im nebel veränderte. Von die straße für die verladenkran schwappte geräusche von lachende und singende menschen herüber. Und am ende von die straße das hellverlichte gelände mit die 6 Castoren.

    In einmal gingen dort die scheinwerfer von polizei an und einige wasserwerfer fuhren richtung blockade. Innerhalb von kürze zeit saßen tausende menschen oder ein deken von landbaufolien wie ein  riese schwarze schlange in der landschaft. Die wasserwerfer fingen an, das singen wurde läuter und die polizei fing an die menschen von der straße zu tragen. Es dauerte stunden und wir haben hunderte liters kaffee und tee zum die schlange gebracht.

    Es dauerte deutlich zu lang und mehr und mehr wurde die polizei aggresiever und das singen ging über im schimpfen und schreien. Das alles wurde immer lauter und chaotischer, der dampfvon die viele menschen unter plastik und de rauchwolke von lagerfeuer vernebelte immer das licht von die scheinwerfer. Und durchnasse menschen wurden im camp gebracht und langsam hatte ich das gefuhl ich bin wieder in Balkan, aber dann stand in mitte von dieses theater ein herde von journalisten und die mitte ein bär von kerl, mit wilde locken, die ruhig alles überblickte ob es die normalste sache der welt war, das war Jochen.

     So habe ich ihm kennen gelernt. Und so bleibt er in mein herinnerung. Als ein fels in der brandung, jemand die immer wusste was die nächste schritte sein könnte. Der regisseur hinter x-tausend, die mit immer neue chorografien die bewegung und der polizei überraschte. Und gerade wenn mensch gedacht hat jetzt kann es nicht noch verrückter zauberte Jochen wieder ein neues stuck aus sein trickkiste. Ob das ein menschenkette von 120.000 menschen zwisschen Krümmel und Brunsbüttel ob viele kleine boten auf der Spree war.

    Jochen wir werden dich vermissen, dein ruhige unruhe, dein art immer wieder aufs neues dafür zu sorgen das niemand vergessen wurden das der streit erst dann vorbei ist wenn die letzte atom zentrale in Europa geschlossen ist, der letzte atombombe entscharft und verschrotet ist und das letzte grammchen radioaktive abfall für die ewigkeit sicher aufbewahrt. Und auch wenn die erste etappe, Deutschland ohne atommeiler, fast erreicht ist, der weg wird noch lang sein. Schade das du nicht dabei bist als am ende dieses jahr die letzte 3 geschlossen werden.

    Und deshalb genau in deine sinne versprech ich dich, Jochen, der streit geht weiter.

    Ljubav i Mir

  • Von: Saskia Ishikawa-Franke
    Am: 19.01.2022

    Wie wenn ein naher Verwandter gestorben waere, so traf mich der Schlag in Otsu am Bisasee, bei Kyoto, als ich diese traurige Nachricht vom ploetzlichen Tod von Jochen Stay erfuhr. Ich habe ihn leider nie persoenlich kennengelernt, da ich 1972 einen Japaner, auch Atom-Gegner, heiratete und seit 1974 an Universitaeten arbeitete voll und spaeter als Gastdozentin, bis 2015. Wie hocherfreut war ich, als ich <ausgestrahlt > kennenlernte, als Gedrucktes und auch Online. Jochens Artikel, seine Energie, seine Planung, gefielen mir, ich stiftete jaehlich vom deutschen Konto, konnte leider keine Aktionen in Deutschland mitmachen.
    Von 1966-67war ich, nach einem Ingenieurstudium(heute Dipl.Ing) als Redakteurin beim Verein Deutscher Ingenieure(VDI) in Duesseldorf angestellt. Unter anderem war ich fuer die aufkommenden Kernkraftwerke zustaendig. 1966 fand auch die erste internationale Kernkraftmesse in Basel statt. Ueberall herrschte grosse Euphorie, nur nicht bei mir, ich fragte nach sicheren Aufbewahrungsweisen der verbrauchten Brennstaebe. Alte Salzbergwerke wurden genannt, und mir bedeutet, dass das jetzt keine aktuelle Frage sei, billig,sauber und sicher und in grossen Mengen koenne man Energie produzieren, so wichtig fuer den wirtschaftlichen Aufschwung.
    Ich stand alleine mit meiner Meinung, merkte, dass ich die Meinung anderer in der Wochenzeitung, damals in Hochbluete, vertreten musste. So beendete ich nach einem Jahr meine gut bezahlte Laufbahn, war noch ein Jahr an einem Wirtschaftsgymnasium fuer Mathe und Physik zustaendig, und studierte dann Philosophie, Archaologie und europaeische Kunstgeschichte bis 1973. Nach der Promotion arbeitete ich dann weiter in Japan. Das Problem der Kernkraftwerke liess mich aber nie los.
    Seit 2000 bin ich Lehrerin fuer die Vipassana-Meditation.
    Waehrend ich einen 10 Tage-Kurs  in  dem ersten Zenrum Japans, etwa 100 Km von Kyoto  im Norden liegend, leitete, passierte am Tag 1 der Super Gau von Fukushima.Noch 5 Tage konnten wir weiter meditieren, wir lagen ja 700km entfernt von Fukushima, aber man wusste vom Chernobyl-Gau, dass die Verstrahlung  ueber 1000km sein kann, wie man noch jahrelang bei Pilzen in der Muenchner Umgebung feststellen konnte. So wurde nach der Explosion der Kurs abgebrochen, konnten aber noch 3 Tage bleiben, bis alle eine Unterkunft gefunden hatten, bzw etwa 12 Auslaender/innen ihre Fluege umgebucht hatten.
    In Japan gab es kurzzeitig Erschrecken und Hilfe, ueberall wurden Spendekassen aufgestellt, alle Kraftwerke abgestellt ,
    aber es gab wenig Demonstrationen. Immer wieder fragten mich Japaner/innen, warum so viele Deutsche so stark reagieren, demonstrieren und so viel Hilfe leisten.
    Nach und nach wurden die Sammlungen eingestellt, wenig in der verseuchten Gegend  Hergestelltes verkauft. Die Regierung versuchte , so weit wie moeglich, alles zu verharmlosen. Noch immer koennen viele  Menschen  und wollen auch nicht, in die noch immer verseuchten Gegenden zurueckziehen. Einige Reaktoren sind wieder in Betrieb, der Widerstand wird durch RiesenSummen Zuwendung teilweise gebrochen. Desolat hier.  Umsomehr habe ich mich immer wieder aus der Ferne erfreut ueber die vielen oft von Erfolg gekroenten Aktivitaeten in Deutschland  und da war natuerlich meistens ein guter Artikel  von Jochen Stay als Bericht im Zentrum. Wieviel  Jochen  mit Ideen einbrachte, kann ich aus der Ferne nur ahnen. Ich hoffe, dass viele andere nun diese wichtige Arbeit in Harmonie  erfolgreich weiterfuehren.
    Gerade jetzt ists wichtig, die Atomenergie und fossile Verbrennung NICHT als  unterstuetzungswuerdig einzustufen und unsere Waelder und Luft  zu schuetzen.
    Vielleicht waere eine Publikation ,ein historischer Rueckblick  ueber gelungene Aktivitaeten , ein nachhaltiges Mittel, andere Menschen zum Beitragen zu bewegen, damit auch die nachfolgenden Generationen noch auf dieser Erde leben koennen. Weg von Geldgier, Machtgier, Hin zur verantwortlichen Gemeinsamkeit fuer eine gute Zukunft.

  • Von: Gerd Otten für den Elternverein Restrisiko Emsland e.V.
    Am: 19.01.2022

    Wir möchten uns noch einmal bei Dir bedanken für die Unterstützung im Kampf gegen die Atomenergie. Nachdem ich Dich auf einem Windbrangentag in Hannover kennen gelernt habe, hast Du nach einer krankheitsbedingten Pause am 22.11.2018 in Lingen einen Vortrag über die Endlagerung gehalten. Dieser Einsatz wird uns immer in Erinnerung bleiben.

    DANKE

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Foto: Privat
  • Von: Christa Völk
    Am: 18.01.2022

    Jochen Stay habe ich einmal bei einer "Sicherheitskonferenz" in München als Redner - beinahe - erleben dürfen. Es war ein nasskalter Februartag und er war der letzte Redner der Kundgebung. Statt zu reden, sagte er, dass wir nun genug in der Kälte waren, wir sollten lieber nach Hause gehen, damit wir nicht krank würden.

    Was für eine Größe! Er verzichtete auf seine Rede in einer Warmherzigkeit, die ich nie vergessen werde.

    Der Familie mein Beileid. Für die Anti-AKW-Bewegung ist er viel zu früh gestorben, wie muss es da erst für Sie sein!

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 19.01.2022

    Es ist für mich unvorstellbar, dass Jochen nicht mehr lebt. Persönlich gesehen hatten wir uns auf der Demo 2013 in Berlin.
    Als er mal in Kiel war in der ehemaligen Muthesius-Schule zu einer Info-Veranstaltung über Rückbau von AKWs und Entsorgung hatte ich diesen hoch motivierten Menschen ganz nah kennengelernt. Er wirkte auf mich, wie ein Fels in der Brandung. Ich werde Jochen nie vergessen.
     
     

  • Von: Gisela Notz Am: 19.01.2022

    Ich kann es gar nicht begreifen, dass Jochen, an den ich jetzt schreibe, das gar nicht mehr lesen kann. Ja, er ist viel zu früh gestorben. Ohne ihn wären wir in der Anti-Atompolitik nicht da, wo wir heute sind. Er war ein wirklicher Experte. Ich hatte lange die Sonne von "Gewerkschafter gegen Atom" an meinem Auto, als ich noch ein Auto haben mußte. Das war nicht Jochens Gruppe, aber die gab es auch und in der Stadt, in der ich arbeitete, war es für mich eine wichtige Gruppe, in der ich aktiv war. Sie war freilich beeinflußt von den Menschen in Gorleben, Grohnde, Wackersdorf und anderswo. Erst später lernte ich Jochen durch meine Arbeit im Stiftungsrat der Bewegungsstiftung, dem ich seit der Gründung 2002 angehörte, kennen und schätzen.

    Zwölf Jahre lang hatte ich im Stuftungsrat mit Jochen zu tun. Er kam und ging in den verschiedenen Positionen, aber er war immer präsend. Das hat Stefan bereits beschrieben. Das war inspirierend und manchmal auch anstrengend. Wenn Jochen etwas durchsetzen wollte, ließ er nicht locker. Er war eine "Nervensäge", schrieb Manfred Kriener in der taz. Und ja, er organisierte das "Nein" zur Atomkraft. Ich habe ihn mal eine "Krawallschachtel" genannt. Das ist ein fränkischer Ausdruck. Und er ist anerkennend gemeint. Denn Jochen war nicht nur beharrlich und ein "Gorleben-Urgestein". Er war überzeugt von seiner Mission. Das beeindruckte mich sehr. Denn diese Überzeugung machte sein Wirken aus. Mensch muß sie für sich gewonnen haben, erst dann kann er sie an andere weitergeben und sie mitreißen. Das ist Jochen gelungen.Sein Einsatz galt stets dem gewaltfreien Widerstand.

    In der Bewegungsstiftung hat er uns nun alleine gelassen. Nun müssen wir weiter kämpfen, solange die Kraftwerke noch irgendwo stehen. Bis sie wirklich alle "ausgestrahlt" haben. So einen Menschen wie Jochen vergißt man nicht. Er konnte lachen und schimpfen und weinen und auch "nett" sein. War aber immer beharrlich und an unseren gemeinsamen Vorhaben orientiert. -

    Gisela Notz

    2002-2014 Stiftungsrätin der Bewegungsstifung. anschließend im Rat der StifterInnen

  • Von: ein*e Freund*in Am: 18.01.2022

    Jochen Stay hat als damaliger Redakteur meine ersten Artikel  für die Zeitschrift graswurzelrevolution redigiert. Wir haben deshalb hin und wieder telefoniert (Mails gab es noch nicht). Bei Treffen der Föderation Gewaltfreier Aktionsgruppen haben wir uns in den 1990er öfter getroffen, zuletzt sind wir uns, glaube ich,  irgendwo auf den Feldern von Ahaus begegnet, auf denen wir aus Protest gegen das dortige sogenannte Zwischenlager unterwegs waren. Er war so ein netter und kompetenter, verbindlicher Typ, wir haben uns dann persönlich aus den Augen verloren, politisch aber  nicht. Sein Tod mit nur 56 Jahren ist wirklich ein Verlust und macht mich traurig.

  • Von: ein*e Freund*in Am: 18.01.2022

    Jochen Stay ist und war immer für mich eine bestimmende Größe bei ausgestrahlt. Er hat bei mir einen so positiven Eindruck hinterlassen, so dass sein plötzlicher Tod nicht zu fassen ist. Es gibt Menschen mit Charisma und einer besonderen Ausstrahlung wie sie Jochen Stay auszeichnete. Diesen Verlust wird die so wichtige Organisation von ausgestrahlt nicht so leicht wettmachen können. Ich wünsche Euch Allen und vor allem der Familie das Beste für die Zukunft.

  • Von: ein*e Freund*in Am: 19.01.2022

    Bewegen und keine Angst vor Mammutaufgaben. Geht nicht, gibt’s nicht! So habe ich dich 2010 bei der Mobilisierung für die Menschenkette zwischen Krümmel und Brunsbüttel kennengelernt. Und auch danach die Jahre bei ausgestrahlt, gab es regelmäßig Tage, wo morgens ein etwas chaotischer Jochen ins Büro gestürmt kam, mit einem Lächeln im Gesicht und einem genauen Plan, was jetzt unbedingt zu tun ist, um den Druck auf die Regierung zu erhöhen. Es war immer zu groß, zu viel, zu wenig Zeit, aber meistens genau richtig!

    Ich habe von deinen Visionen und Mut profitiert und viel gelernt. Danke, dass du die Welt ein bißchen besser gemacht hast und vor allem Menschen den Mut gegeben hast, aufzustehen und zu protestieren.

    Dein Tod, viel zu früh! Meine Gedanken sind bei deiner Familie.

  • Von: Anne und Karlheinz Duda Am: 19.01.2022

    Die Nachricht von Jochens Tod hat uns erschüttert. Er war und ist für uns das Gesicht der Anti-Atomkraft-Bewegung, Vorreiter und Mitstreiter, Mutmacher und Unterstützer, Initiator und ein wunderbarer Mensch. Wir durften ihn persönlich kennenlernen und haben ihn immer mal wieder in Hamburg, Berlin, Kassel, Lingen, Gorleben oder Grafenrheinfeld getroffen.

    Auch zu uns nach Langen ist er mehrmals gekommen, um unseren kleinen Verein „ByeByeBiblis“ bei Informationsveranstaltungen und Podiumsdiskussionen zu unterstützen.

    Unsere Gedanken sind bei seiner Familie, der wir Kraft zum Trauern und Loslassen, aber auch für glückliche Erinnerungen wünschen.

  • Von: ein*e Freund*in Am: 19.01.2022

    Ich bin sehr traurig über den Tod von Jochen Stay, den ich bei der Verleihung des Stromrebellenpreises vor einigen Jahren in Schönau persönlich kennenlernte. Er war ein großartiger und mutiger Vorkämpfer für eine atomfreie Energiezukunft. Er wird uns sehr fehlen.

  • Von: Iris Traudisch Am: 19.01.2022

    "Warum müssen so oft ausgerechnet die Besten und Engagiertesten so früh gehen?" dachte ich beim Lesen der Todesnachricht. Viele Jahre lang war Jochen Stays Stimme in meinem Emailaccount verlässlich und kompetent präsent! Danke dafür! Das, was er begründet hat, wird weiterleben! Den Hinterbliebenen wünsche ich Kraft und Trost!

  • Von: ein*e Freund*in Am: 19.01.2022

    "Wir verlieren so lange, bis wir gewonnen haben!" Das ist mein Lieblingssatz von Jochen. Ich meine, mich zu erinnern, dass er mit diesem Satz Medien kommentierte, die die Castor-Proteste im Wendland für gescheitert erklärten, weil die Castor-Transporte trotz stundenlanger Verzögerungen ja am Ende doch immer ihr Ziel - das Zwischenlager Gorleben - erreichten.

    Ich habe mir diesen Satz von Jochen oft geliehen: in verschiedenen politischen Kämpfen und in juristischen Auseinandersetzungen für Gleichberechtigung und gegen Diskriminierung. Danke, Jochen, für deinen Mut, deine Klugheit und deine Inspiration. Du wirst fehlen!

  • Von: Olli Rausch Am: 19.01.2022

    Unglaublich. Diese Nachricht. Jochen ist tot.
    Fast 30 Jahre her ist die erste Begegnung, in Ahaus auf der Herbstkonferenz. Wirklich näher gekommen sind wir uns 1997 in Splietau auf dem x-tausend-mal quer camp. Damals war ich auf der Walz mit 3 anderen Reisenden Gesellen ganz vorne beim Aufbau mit dabei, haben den großen Doppelturm gebaut, Zelte errichtet, Kabel verlegt und für Struktur gesorgt. Und wir waren die einzigen Bewohner der ersten Nacht. In der zweiten Nacht waren wir schon 30, in der dritten hundert und in der vierten Nacht 3000. Mit Jochen in der Camp-Organisation, auf den täglichen Treffen. Diese Kraft, die Fähigkeiten, gemeinsam ein so großes Camp zu erfinden und zu beleben, das war atemberaubend und berauschend. Und dann die Blockade, 9000 Leute! Die Räumungsnacht, diese Kälte. Und die noch eiskältere Stimme bei den Ansagen aus dem Wasserwerfer: Dies ist die dritte Aufforderung, Null ein Uhr fünfundzwanzig. Und Jochen am Lauti, die ganzen Stunden, mit dieser Kraft in seiner Stimme, mit der Klarheit und Stärke, unaufgeregt meistens. Direkt die Polizei ansprechend, immer die besseren Argumente, uns alle ansprechend, egal ob Neulinge oder alte Blockier-Hasen. Unglaublich, diese Nacht und den Vormittag werde ich nie vergessen, Etliche Male wurde ich abgeräumt, und immer setzte ich mich hinten wieder hin. Nach Beginn des Einsatzes von Wasserwerfern dann erst einen kurzen Zwischenstopp an einem der vielen Lagerfeuer auf der Wiese, um die Klamotten ein bißchen anzutrocknen. Dann wieder rein. Und immer war Jochen dabei, immer zu hören, immer an der Seite von mir, von allen. Unglaublich. Am Nachmittag, nach erschöpftem Zusammenbruch und Auferstehung begegnete ich ihm dann im Camp wieder und dankte ihm von ganzem Herzen für sein Werk, seine Leistung, über so viele Stunden zu 100% für alle da gewesen zu sein. Er lächelte, war sichtlich gerührt und ich konnte ihm anmerken, wie stolz er war, daß ihm diese so wichtige Aufgabe so mitreißend und wundervoll gelungen war. Er war noch immer ganz ausgelaugt und langsam in seiner Mimik und Artikulation und dabei so glücklich. Und mir erging es genau so.
    Ich habe noch viele Blockaden und Aktionen mit ihm gemacht in den folgenden Jahren und fast Jahrzehnten und im Herbst 2020 haben wir uns an den Gorlebener Anlagen gegenseitig gratuliert zu dem Erfolg des Ausscheidens des Salzstockes. Das war meine letzte Begegnung mit ihm. Im Dezember hatte ich Jochen zu meinem 50. Geburtstag eingeladen, so wie er mich 6 Jahre zuvor zu seinem. Ich mußte natürlich verschieben wegen der Pandemie und ich habe noch seine sms, daß er im Mai gerne mit dabei ist. Dann wären es auch 25 Jahre Camp Splietau gewesen für uns. Jochen, du fehlst mir jetzt schon. Deine Klarheit, deine Kraft. Ich mach weiter! Nicht ohne Dich, mit Dir. Im Herzen und im Geiste bleibst du dabei! Danke für alles!

  • Von: Michael Lamparter Am: 18.01.2022

    Mit Jochen Stay verlieren wir alle, verliert .ausgestrahlt einen großen Menschen und einen Titan im Kampf gegen Atomkraft.
    Mit dem Gesicht von Jochen Stay war für mich immer die Gewissheit verbunden, dass der Widerstand gegen Atom
    in mutigen, engagierten, beharrlichen und klugen Händen ist. Der Mensch Jochen Stay und .ausgestrahlt haben mich immer motiviert, auch hier weit weg von Deutschlands Norden selbst tätig zu werden und den Kampf vor Ort (mit-) zu führen und zu unterstützen.

    Ich bin schockiert und tief traurig und ich möchte den Angehörigen von Jochen Stay und Euch Allen meine tiefe Anteilnahme aussprechen. Diese Anteilnahme mischt sich mit einem tiefen Gefühl von Dankbarkeit für den riesengroßen Beitrag den Jochen für uns alle geleistet hat!

  • Von: ein*e Freund*in Am: 18.01.2022

    Gerade lese ich vom Tod dieses umtriebigen Menschen Jochen Stay. Und es macht mich traurig, weil er so jung (was sind in dieser Zeit 56 Jahre??) geht. Vor etwa einem Jahr hatte ich ihm im Rahmen einer Anfrage zu Atommülltransporten meine Bewunderung und meinen Respekt gezollt. Ich denke, er weiß um sein Verdienst! Wie auch .ausgestrahlt weiß, dass ihre aufklärerische und unsere Interessen vertretende Arbeit immens wichtig ist im Hier und Morgen.
     
    Jochen Stay hat erst im Dezember 2021 zur Feier Pfingsten im Wendland eingeladen. Statt mit ihm zu feiern, werden wir seiner gedenken. Insofern muss es uns alle sehr belasten, dass dennoch weitere Produktionsstätten (Brennelementefabrik Lingen, Urananreicherungsanlage Gronau) weiterhin in Betrieb sind, dass Atomkraft nun wahrscheinlich grüngewaschen wird.
     
    Ich mag das Wort "betroffen" nicht, aber es macht mich betroffen, seine Energie, seine Visionen hinter .ausgestrahlt nicht mehr zu wissen. Doch weiß ich auch, das Leben geht weiter, und er hat engagierte Mitstreiter und Mitstreiterinnen!

  • Von: ein*e Freund*in Am: 18.01.2022

    Auf einer Jubiläumsfeier einer relativ bekannten NGO, zu der Jochen Stay eingeladen war, durfte ich hören, wie er in seiner Rede zu Ehren der Gastgeber, diese als ,,uneitel" bezeichnete. Dieses Kompliment hörte sich, von ihm gesprochen, wie eine sehr große Auszeichnung an. Und außerdem dachte ich in dem Moment, dass er selbst die Verkörperung von Uneitelkeit schlechthin darstellt. Mein Beileid an seine Familie und Freunde und Mitstreiterinnen und Mitstreiter.

     

  • Von: Hans-Peter Karrer Am: 18.01.2022

    „Immer wieder Neues wagen.

    Licht geht Dir voran, am Ende bleibt nichts, wie es ist –

    der Himmel kommt Dir entgegen.“

                                                    Christa Spilling-Nöker

  • Von: Barbara und Ursula Roos Am: 18.01.2022

    Es tut mir sehr leid, von Jochen’s Tod zu hören. Die Anti-AKW-Bewegung ist seit vielen Jahren Teil unseres Lebens, und das über Generationen. Besonders meine Mutter Ursula Roos war eine der frühen Aktiven der Bewegung. So verbrachte ich beispielsweise 1977 mit ihr Sommerferien in Gorleben, um vor Ort aktiv zu sein. Damals war ich in der 7. oder 8. Klasse und meine Mutter brachte mir viel bei – über Demokratie, Widerstand und originelle Aktionen. Nun ist sie Mitte 80 und ist noch immer eine glühende Umwelt- und Klimaschützerin. Sie erzählt immer wieder auch von Jochen, mit dem sie manche Aktion besprochen und abgestimmt hat.

    Mit Jochen ist eine der zentralen Persönlichkeiten der Anti-AKW-Bewegung gegangen. Er wird mit seiner Energie, seinem Sachverstand und seinem wunderbaren langjährigen Engagement sehr fehlen.

  • Von: ein*e Freund*in Am: 18.01.2022

    Die Anti-Atom-Organisation ausgestrahlt, die Anti-Atomkraft-Bewegung und letztlich der Atomausstieg haben für mich ein Gesicht: Jochen Stay.

    Ich bin sehr bestürzt und traurig, dass er so plötzlich und so jung mitten aus seinem Leben herausgerissen wurde und gestorben ist.

    Es tut mir sehr, sehr leid.

  • Von: Monika vom Aktionsbuendnis Energiewende
    Am: 18.01.2022

    Auch ich bin tief erschüttert über den plötzlichen und viel zu frühen Tod von Jochen. Ich kann es gar nicht fassen und fühle mit euch und seiner Familie mit.

    Heute, genau vor einer Woche saßen wir noch per Zoom zusammen um die Anti-Atom-Radtour hier unten im Süden gemeinsam zu planen. Ich hatte das Gefühl, dass er sich so richtig darauf freut. Es ist die Tragik des falschen Moments, dass er das endgültige Ende und  Abschalten der letzten drei Meiler nicht mehr erleben durfte. Gerade das Neckarwestheimer Atomkraftwerk bei uns und der Versuch mittels Klage eine früheren Abschaltung herbeizuführen hat ihm bestimmt viel Kraft, Zeit und Nerven gekostet.

    Kleine Erinnerung: Im Juni 2017 war Jochen anlässlich der Neckar-Castortransporte hier in Heilbronn und hat bei uns im Gästezimmer übernachtet. Er war ein sehr unkomplizierter und bescheidener Gast, hatte kaum Zeit zum Ausruhen: Pressearbeit, Absprachen, Anrufe… und frühmorgens schon wieder im Aktionsmodus.  Am 28. 6. demonstrierten wir quer durch Heilbronn zum Neckar. Auf der Otto-Konz-Brücke kam es dann zu einer spontanen Sitzblockade, bei der auch Jochen mitten drin war (siehe Foto im Anhang). Ich werde diesen Tag nie vergessen, da ich zum ersten mal von der Polizei abgeführt und erkennungsdienstlich  behandelt wurde -  oh weia… heraus kam ein Platzverweis für mehrere Stunden für alle Neckarbrücken im Umkreis.

    Wir vom Aktionsbuendnis Energiewende werden weiter im Sinne von Jochen, mit aller Kraft gegen Atomkraft kämpfen und unser Wissen soweit wie möglich an die jüngere Generation weitergeben, denen wir leider den Müll als Erbe zurücklassen werden.

    Jochen ist und war für mich immer das Gesicht der Anti-Atom-Bewegung. Mit ihm geht unfassbar viel Wissen und ein großartiger Motivator verloren.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Ich bin geschockt.
    Das Gesicht unser aller Anti-Atomkraft Bewegung ist abgetreten.
    Ich habe Jochen als Mensch erlebt, der andere Leute nie brachial bekehren wollte, sondern unaufgeregt mit Wissen aufklären und so überzeugen konnte. Es ist ein Jammer für ihn, sein persönliches Umfeld und die ganze Menschheit, daß ein derart positiver Anführer so früh sterben musste.

Neckar Castorfrei Aktion
Foto: Aktionsbündnis Energiewende Heilbronn
  • Von: ein*e Freund*in Am: 18.01.2022

    Ich lebe jetzt in Saarbrücken, habe aber in meiner Zeit in Kiel, Jochen in der "Antiatomratschlag"-Gruppe erstmalig erlebt, den die Grünen im Landtag von Kiel ins Leben gerufen haben. In der Gruppe waren viele Antiatomgruppen aus Schleswig-Holstein vertreten, u.a auch die IPPNNW Kiel durch meine Person.
    Jochen hat mich tief beeindruckt durch sein Fachwissen um alles, was mit der Atomenergie zu tun hat. Ich glaube, dass kaum jemand so ein umfassendes Wissen darüber hat wie er es hatte. Es gefiel mir auch sehr, wie er hartnäckig und trotzdem immer freundlich, nie feindlich oder verletzend, seinen, bzw. unserern Standpunkt z.B. auch gegenüber Habeck vertrat, der zeitweise zugegen war. Ich bin wirklich erschüttert und traurig, dass ausgerechnet jemand wie er durch seinen frühen Tod der gesamten Bewegung verloren geht. Ich möchte auch meine Anteilnahme an euch aussprechen, die ihr mit ihm zusammen gearbeitet habt und bin gleichzeitig froh, das die ausgestrahlt Gruppe sich so verstärkt hat in den letzten Jahren. Ich hoffe, dass ihr die Themen und Aktionen weiter vorantreiben könnt trotz des Verlustes. Menschen wie Jochen treiben Bewegungen an. Sie sind besonders. Wir brauchen sie.

  • Von: Ula Wenglorz und Arnold Korn Am: 18.01.2022

    Jochen Stay, ein Name den man der Spitze einer großen Bewegung zuordnet.

    Mut, Beharrlichkeit und Sachverstand werden ihm für immer zugesprochen sein.

  • Von: ein*e Freund*in Am: 18.01.2022

    Dein Name war und ist Programm :
    STAY - wir stehen weiter zusammen -
    STAY - du stehst unauslöschlich mit
    uns in .ausgestrahlt für immer zusammen -
     
    Es treibt mir die Tränen in die Augen, obwohl ich dich nicht persönlich, aber von den unzähligen treu und pünktlich ankommenden Emails kenne -
     
    Mein tiefstes Beileid sende ich an die ganze Familie STAY - ich wünsche euch, liebe Familie STAY, viel Kraft und Mut, diesen enormen Verlust zusammen zu überwinden -

  • Von: Christoph Dembowski Am: 18.01.2022

    Die Nachricht, dass Jochen so plötzlich gestorben ist, hat mich sehr erschüttert.

    Er war für mich eine so wichtige Orientierung im Kampf gegen die todbringenden Gefahren der Atomenergie. Zuerst bin ich ihm begegnet bei einem der Kongresse der IPPNW (Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkrieges). Mich beeindruckte die Klarheit seiner Sprache und seine Willensstärke, die dabei zum Ausdruck kam. Und ich erinnere mich an zwei Podiumsdiskussionen mit ihm bei uns hier im Landkreis zum Thema Entsorgungsfrage, zuletzt bei dem Bundestagswahlkampf 2013. Seine dabei vorgebrachten Argumente spiegelten enormes Wissen und waren durch und durch überzeugend.

    Zuverlässiger Wegbegleiter waren für mich seine Beiträge auf den ausgestrahlt-Seiten und in der Gorleben-Rundschau. Sein Tod hinterlässt eine große Lücke. Aber sein Vermächtnis bleibt.

  • Von: Horst Pfefferle Am: 18.01.2022

    Die Nachricht von Jochens Tod hat mich sehr betroffen und traurig gemacht. Ich habe ihn persönlich auf einem Seminar der EWS in Schönau kennengelernt.

    Er war für mich eine absolut bescheidene und vor allem integre Persönlichkeit. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich mich in der Anti-AKW Bewegung wiedergefunden habe. Er war es, der - ohne, dass er mich sonst näher kannte - durch seine Mitteilungen und Aktionen motiviert hat, Widerstand gegen eine lebensverachtende Technologie zu leisten.

    Dass Deutschland aus der Atomtechnik aussteigt ist zu großen Teilen sein Verdienst. Ich bin ihm außerordentlich dankbar dafür! Seiner Familie mein herzliches Beileid und viel Kraft und Trost.

  • Von: ein*e Freund*in Am: 18.01.2022

    Bin geschockt und traurig, die Besten gehen immer viel zu früh!! Vielleicht auch eine kleine Warnung, auch wenn man/frau noch so sehr für eine Sache eintritt,kämpft, wichtig aber auch immer ein bisschen auf sich selbst zu achten! Ausgestrahlt und Jochen sind für mich eins. Mein tiefes Mitgefühl für Familie und Freunde.

  • Von: ein*e Freund*in Am: 18.01.2022

    Ich bin tief betroffen! Er war in meinem Alter, und äußerst sympathisch...
    Er kam zu uns nach Stuttgart, als es noch was zu verhindern gab, vor dem Volksentscheid und den  Regierungs-Grünen

    Herzliches Beileid an alle, denen er jetzt fehlt!

  • Von: ein*e Freund*in Am: 18.01.2022

    Ich kenne Jochen noch aus der gemeinsamen Zeit in Mannheim. Wir sind beide der gleiche Jahrgang, machten aber an unterschiedlichen Schulen unser Abi. Der Arbeitskreis Mannheim Schülervertreter, den ich maßgeblich mitbegründete, war unser erstes gemeinsames politisches Bestätigungsfeld. Die Bundeswehr sollte an den Schulen mittels Jugendoffiziere Reklame machen für Ihre Zunft, die DFG/VK (Deutsche Friedensgesellschaft/ vereinigte Kriegsdienstgegner – für die, die es vergessen haben) blieb aber außen vor.

    Das gefiel mir nicht und u.a. auch Jochen nicht. Zu diesem Anlass trafen wir das erste Mal zusammen. Dann verlor sich die Spur. Jahre später wollte ich die Anti-Atom-Kraft Bewegung finanziell etwas unterstützen und traf auf x-tausend mal quer und Jochen Stay.

    Es gibt in meinem weitläufigen Bekannten Kreis kaum jemand, der sich so hartnäckig, nachhaltig und vehement der guten Sache des Atomausstieg verschrieben hat wie er. Es war sein Lebensziel und Inhalt. Die Anti-Atom-Kraft Bewegung verliert einen seiner bedeutenden Köpfe. Die Bewegung wird ihn nicht vergessen.

  • Von: Walter-Georg Panhans Am: 18.01.2022

    Meine Begegnungen mit Jochen Stay waren mit einer Ausnahme anonym; immer wieder habe ich ihn auf Anti-Atom-Veranstaltungen erlebt, als Kundgebungsredner und/oder als (Mit-)Träger des Banners an der Spitze des Demonstrationszugs in Berlin, Heilbronn und sonstwo. Zu einem persönlichen Gespräch ist es 2015 in Mainz gekommen, es war die letzte Veranstaltung im KUZ (Abkürzung für Kulturzentrum) vor dessen Sanierung, ein denkmalgeschütztes Backsteingebäude am Mainzer Winterhafen. Neben aktuellen und allgemeinen Aktivitäten der Anti-Atom-Bewegung kam zur Sprache, daß ich mit 66 Jahren an einer Castor-Blockade teilgenommen hatte, aber inzwischen (70) mich nicht mehr körperlich fit genug fühle, um etwa an "Ende Gelände" in den Braunkohle-Tagebauen teilnehmen zu können. Er entgegnete, daß ich solche Aktionen doch besser jüngeren Leuten überlassen sollte, die über die erforderliche Kondition verfügen. Es gäbe genug Möglichkeiten des Engagements für Menschen, die nicht oder nicht mehr an vorderster Stelle agieren können. Er selbst habe sich da auch zurücknehmen müssen. Worauf sich meine Enttäuschung über meine Unzulänglichkeit gelegt hat.

  • Von: Rebecca Kleinheitz
    Am: 18.01.2022

    Jochen hat mir Mut gemacht. Zu diesem Zeitpunkt kannte seinen Namen nicht mal, hatte ihn noch nie gesehen. Und trotzdem hat er mir Mut gemacht: Ich saß auf der Straße, Verladekran Gorleben, es war kalt. Strohsack, dicke Jacke, Schokolade in der Tasche und eine wilde Mischung aus Entschlossenheit und Angst im Bauch. Mein erstes Mal Sitzblockade. Wir waren viele, vor uns, hinter uns wurde seit Stunden geräumt. Scheinwerfer, Uniformen, Helikopter und die empörten Rufe und Schreie mischten sich zu einer bedrohlichen Kulisse, die mit „nur Stillsitzen“ schwer auszuhalten war. Es tat gut zu reden, Scherze zu versuchen, zu singen und uns aneinander zu halten. In diesem bangen Ausharren waren es Jochens Worte, über das Megaphon auch bei uns zu hören, die immer wieder aus der wilden Mischung in meinem Bauch die Gewissheit wiederherstellte: Es ist wichtig, dass ich genau jetzt genau hier bin. Und es ist richtig (für mich).
    Und ich bin sicher, es ist dieser Gewissheit zu verdanken, dass ich nicht nur die Schläge und Tritte, die dem folgten innerlich unbeschadet überstanden habe, sondern selbst beim Durchfahren der Castor-Behälter in mir auch ein ganz eigenes kleines Glücksgefühl bewahren konnte: Das Gefühl, den Widerspruch zu dem was hier passiert, zumindest auch mit ins Bild gemalt zu haben.  
    Ich habe den Jochen hinter den Worten später kennengelernt. Es hat noch ein zwei Jahre gedauert, dann fand ich mich in einer ähnlichen Situation an einer ähnlichen Straße plötzlich selbst mit dem Megaphon in der Hand wieder( es war Jochen, der es mir mit ein paar aufmunternden Worten in die Hand gedrückt hatte). Und noch ein, zwei Jahre, dann habe ich mit ihm und vielen anderen zusammen die nächsten Aktionen diskutiert und geplant. Wir haben viele Momente geteilt, Pläne gemacht und verworfen und neue gesucht.
    Ich weiß nicht, ob Jochen „der Held der Anti-Atom-Bewegung“ sein wollte, wie jetzt eine Zeitung schrieb. Ich habe ihn erlebt, als jemand der viel mehr wollte: Wege bereiten, wie die stillen Überzeugungen in den Köpfen vieler nicht nur sichtbar, sondern unübersehbar gemacht werden können. Als jemand, der Mut gemacht hat.
    Wann, wenn nicht jetzt? Wo, wenn nicht hier? Wie, wenn nicht mit Liebe? Wer, wenn nicht wir?

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Ich bin geschockt.
    Das Gesicht unser aller Anti-Atomkraft Bewegung ist abgetreten.
    Ich habe Jochen als Mensch erlebt, der andere Leute nie brachial bekehren wollte, sondern unaufgeregt mit Wissen aufklären und so überzeugen konnte. Es ist ein Jammer für ihn, sein persönliches Umfeld und die ganze Menschheit, daß ein derart positiver Anführer so früh sterben musste.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Ich bin einfach erschüttert. Das ist hart für die Familie und die Bewegung.

    Mein tief empfundenes Beileid!

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 19.01.2022

    Das Foto zeigt, wie Jochen während einer der Blockaden von Gorleben 365 2012 mit Freude auf seinen Geburtstagstisch nahe des Endlager-Bergwerks zu geht. Auch als Dank für Jochens immenses Engagement wollen wir in seinem Sinne weiter aktiv beliben.

wolfJochen.jpg
Foto: Privat
  • Von: Josef Huber
    Am: 18.01.2022

    Die Nachricht, dass Jochen Stay verstorben ist, hat mich tief bestürzt und traurig gemacht. Er wird wahrlich eine große Lücke hinterlassen. In Gedanken bin ich bei euch und den Angehörigen.
    Macht in seinem Sinne weiter.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Die Bewegung in Belgien trauert mit Euch !

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Präsent doch still wenn es nichts zu sagen gab
    Laut mit dem will und offen zur ehrlichen Tat

    Ich glaubte tief in mir, ihn und das .ausgestrahlt Büro wiederzusehen und erinner mich mit Freude an das schöne und prägende Praktikum bei euch 2016. Mein Beileid für Freunde und Familie
    Auf das sein Geist durch euch alle lebt und zur Blüte trägt

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Tief traurig habe ich soeben vom Tod von Jochen Stay erfahren. Im Wendland habe ich Jochen noch perrsönlich kennengelernt vor wenigen Jahren. Mein aufrichtiges Mitleid seiner Familie. Du bleibst in meiner Erinnerung. Du hattest schon etliche Erfolge errungen.

  • Von: Brigitte Makosch
    Am: 18.01.2022

    Jochen wird auf ganzer Linie fehlen. Er ist in seiner Einzigartigkeit unersetzbar. Er war einer der besten Politiker – im besten Sinne und mit den richtigen Zielen – die ich leider nur als Unterschriftengeber*in kannte.

  • Von: Ole Eggers, Landesgeschäftsfüher BUND LV SH
    Am: 18.01.2022

    Mit Jochen verlieren wir einen großartigen Menschen sowie eine der stärksten und authentischsten Stimmen in der Diskussion gegen die Atomkraft. Seinem engeren Umfeld war seine Herzschwäche schon länger bekannt. Trotzdem erschüttert mich sein plötzlicher, viel zu früher Tod. Zusammen mit ihm und der von ihm geführten Organisation "ausgestrahlt" sind wir gerade intensiv in der Planung einer gemeinsamen Anti-Atom-Radtour durch Schleswig-Holstein in diesem Sommer.
    Jochens charismatische, ruhige, manchmal etwas grantelige aber im menschliche und zugewandte Art, seine glasklaren Analysen, seine unbedingter Wille zur Initiative, seine strategisches Denken wird uns sehr fehlen. Jochen hat von uns allen und immer wieder den gewaltfreien Widerstand und die Kommunikation auf Augenhöhe eingefordert. Sein Lebenswerk ist bewunderungswürdig - ein Gesamtkunstwerk. Der BUND hat ihm und seiner kritischen Auseinandersetzung mit dem Verband sehr viel zu verdanken. Ich persönlich werde ihn als ein nicht ersetzbaren Ratgeber vermissen.
    Seiner Familie gilt unser tiefes Mitgefühl.

    Fare well Jochen

  • Von: Dieter Kaufmann Arbeitskreis gegen Atomanlagen Frankfurt am Main
    Am: 18.01.2022

    Ich kenne Jochen seit er das erste Mal in der Anti-AKW Koordination Hessen-Baden-Plenum in der Oetinger Villa, Kranichsteiner Str. 81 in Darmstadt so etwa 1985 Jahren aufgetaucht ist. Es kann aber auch sein, dass ich ihn schon mal auf Friedensdemonstrationen getroffen habe. Meistens haben wir damals viele male ab 14 Uhr heiß diskutiert, gelacht, komische Sachen erlebt und gemeinsam gegessen. Bei sonnigen Wetter auch auf dem Balkon in der Küche getagt. Das verbindet für immer.
    Jochen habe ich bestimmt, gefühlt, mehr als 1000 Mal getroffen. Bei solchen Treffen, Vorbereitungstreffen, Videokonferenzen, im Südwesten, im Wendland, in Frankfurt, im Kreis Bergstraße (AKW Biblis) für Demos und oder Kundgebungen oder auf Demos selber. Wir haben viele male gemeinsam auf die Eisenbahn an Bahnhöfen gewartet.
    Besonders erinnere ich mich an Vorbereitungen und Teilnahme an die internationale Großdemo 2009 in Berlin, weltweit haben damals Atomkraftgegner*innen vor Ort demonstriert, und am 24.04.2010 die Demos in Biblis (20.000), Ahaus (7.000) und die Menschenkette (120.000) in Norddeutschland an der Elbe entlang zwischen dem AKW Brunsbüttel bis zum Pannenmeiler Krümmel, bei sonnigen Wetter bundesweit. Meine Artikel Überschrift lautete damals. "Die Sonne lachte freudestrahlend über der Anti – AKW – Bewegung". Die Stimmung war damals einfach spitze.
    Noch am Montag, 10.01.2022 habe ich mit ihm in einer Videokonferenz gesprochen und gesehen. Ich hoffe das seine Familie und besonders seine Kinder Unterstützung bekommen.

    Ich werde Jochen immer in Erinnerung behalten.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Das ist schlimm. Jochen war für die meisten von uns das Symbol für durchhalten! Und die Atomkraft-debatte ist grad Jetzt wieder akut, und so sollten wir auch in jochens Namen durchhalten
    Es tut mir unendlich leid, daß er tot ist.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Ich habe Jochen paarmal auf Demonstrationen erlebt, und war unglaublich beeindruckt von seinem unermüdliche Engagement . Ich freue mich, dass er wenigstens noch das Abschalten erleben konnte, auch wenn klar ist wie viel noch ansteht.

    Ich möchte hier meine Betroffenheit und Trauer ausdrücken. Vor allem aber meine Dankbarkeit!

  • Von: Christoph Richert
    Am: 18.01.2022

    Jochen war die Stimme der Anti-Atom- Bewegung, viel zu wenig auch ihr Gesicht, weil er sich nicht in den Vordergrund drängte.
    Sachlich, aufklärerisch, nicht narzistisch - wir haben ihm viel zu verdanken.

  • Von: Karl Heinz Kühl
    Am: 18.01.2022

    Ich habe Jochens Begeisterung und "Verbissenheit" immer bewundert, auch wenn wir uns einmal gezofft haben.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Oh nein, ich muss grad so weinen... ich bin so traurig, obwohl ich den Jochen nie persönlich getroffen habe. Er war für mich ein absolut vertrauenswerter Mensch, ein Leuchtturm der Bewegung, in der ich auch schon sehr viele Jahre dabei bin.
    Seine Schreiben waren persönlich, ehrlich und echt... Es ist sooo traurig... komischerweise hab ich mich neulich gefragt, was er wohl macht, wenn die Mist-Dinger abgeschaltet werden. Sicher nicht aufhören, dachte ich.
    Jochen, ich vermisse dich und werde dir ein ehrendes Andenken bewahren!

  • Von: Barbara und Gunter Hamburger
    Am: 18.01.2022

    … wir sind traurig, erschrocken und unser Herz fühlt sich schwer an, lieber Jochen. Du bist jetzt gestorben und du bist vielen von uns vorausgegangen, die wie du für eine gerechte, friedvolle und atomwaffenfreie Erde gekämpft haben, noch kämpfen – für uns und für all jene Generationen, die nach uns kommen.

    Wir haben uns nie persönlich getroffen, haben per Email oft Kontakt gehabt, kennen deine Aktivitäten aus den 1980er Jahren, in denen auch wir bereits gegen Pershing II und Cruise Missiles „ins Feld gezogen sind“ (damals noch von Lübeck aus). Zuletzt hatten wir Kontakt zu dir als du durch „die Lande“ gezogen bist, als es um die sogenannten „Bürgeranhörungen“ zu möglichen Standorten für ein Atommüllendlager ging (was für ein Unsinn – ein Lager für hochgiftigen radioaktiven Müll für Millionen von Jahren finden zu wollen). Wir haben dabei die jungen Geologen gefragt, als sie uns antworteten, dass die Lager für die nächsten 100 Jahre sicher sein sollten: „Und danach?“ Sie wussten keine Antwort, bis heute haben wir keine erhalten. Du hast auch unser Konzept/unsere Idee gekannt, den Atommüll wie in einer Art Wächterschaft von ganz normalen Bürger*innen bewachen zu lassen und ihn nicht irgendwo dem „Vergessen“ anheim zu geben…

    Und jetzt, gerade jetzt wo die Diskussion neu aufflammt, Atomkraft plötzlich sicher und umweltfreundlich sein soll, weil sie angeblich CO2-neutral ist – auch eine der vielen Grundlügen – müssen wir da wieder „von vorne“ anfangen, 50 Jahre Engagement und Friedensarbeit - umsonst? Wir fühlen uns erschöpft und müde. Aber wir wissen auch, nichts war umsonst, dein Engagement war nicht umsonst – und wenn wir weitergehen oder gar weiterkämpfen müssen, dann tun wir es eben. Was sollen wir auch sonst tun? Und vielleicht werden unsere Enkel*innen weiter kämpfen müssen. Und wir wissen, du wirst mit uns sein, auf der einen oder anderen Schulter sitzen und uns anfeuern nicht nachzulassen, nie aufzugeben:

    Für das Leben! Ohne Warum!

  • Von: Ralf Roschlau Fraktionsvorsitzender Gemeinderatsfraktion BÜNDIS 90/DIE GRÜNEN
    Am: 18.01.2022

    Das neue Jahr fängt ja furchtbar an. Ich und meine Fraktion sowie alle AktivistInnen gegen Kernkraft aus Lauffen a.N. sind total erschüttert. Unsere Gedanken sind bei Jochens Familie, die unser tiefes Mitgefühl durch diese schwere Zeit tragen soll.
    Wir erinnern uns sehr gut an Jochens Anwesenheit auf Veranstaltungen gegen Kernkraft hier in Lauffen, aber auch auf vielen Demos am Kernkraftwerk Neckarwestheim

    In aufrichtiger Anteilnahme und in Trauer um einen großen Menschen

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Die Nachricht vom Tod von  Jochen Stay hat mich tief getroffen, warum müssen so engagierte Menschen so früh von uns gehen. Ich hätte mich gefreut auf einer der im kommenden Jahr geplanten Events ihn persönlich kennen zu lernen.

    Mein  Mitgefühl gilt den engsten Freunden und vor Allem seiner Familie.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Mein ganz herzliches Beileid. Jochen war es, der, als ich noch Student in Göttingen war, die zentralen Argumente gegen die Castor-Transporte und für den Atomausstieg mit auf den Weg gab und die ich bis heute verinnerlicht habe.

    Ein großer Verlust für uns alle.

  • Von: Gerd Lange
    Am: 18.01.2022

    Mit Bestürzung habe ich gelesen, dass Jochen Stay von uns gegangen ist. Ich wusste nicht, dass er eine Herzerkrankung hatte (ich habe auch eine) und das dies für ihn immer bedeutete, dass es plötzlich enden konnte.

    Ausgestrahlt und Jochen Stay haben bis heute eine fantastische Arbeit geleistet und ihren Teil dazu beigetragen, dass die Atomenergie in Deutschland bald endgültig Geschichte sein wird. Eine Organisation wie ausgestrahlt ist wichtig. Sie zeigt, dass die Bürger etwas bewegen können gegen eine falsch ausgerichtete Politik, wo nicht Allgemeinwohlinteressen im Vordergrund stehen, sondern Profitinteressen.

    Einer von Jochen Stays Lieblingssätzen sagt es richtig, man muss sich zusammenschließen, immer und immer wieder, damit es die scheinbar Mächtigen unendlich schwer haben, ihre Pläne durchzusetzen. Das gilt heute um so mehr.

    Wir werden Jochen Stay ein immerwährendes Andenken bewahren und in seinem Sinne weiter agieren.

  • Von: Ekkehard Kenzler
    Am: 18.01.2022

    War eben fassungslos, als ich las, daß Jochen viel zu früh von uns ging. Die Zeilen von Euch treffen voll und ganz zu.
    Ich übermittle Euch und der Familie von Jochen mein tiefes Mitgefühl und bin in Gedanken bei Euch. Der Kampf gegen die Atomkraft muss immer weiter gehen, daß die Mächtigen erst wieder zur Ruhe kommen, wenn alle Probleme behoben sind.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Mit Bestürzung und Trauer habe ich soeben Ihre Nachricht empfangen. Es tut mir sehr leid.

  • Von: Dr. Philipp Schmagold
    Am: 18.01.2022

    Dein Lebenswerk wurde durch den absehbaren Atomausstieg gekrönt, lieber Jochen.
    Daran durften wir nach Fukushima zusammenarbeiten. Du bist leider viel zu früh gegangen.

Jochen mit Philipp Schmagold
Foto: Privat Jochen mit Philipp Schmagold
  • Von: Raphael
    Am: 18.01.2022

    Jochen war einer der ganz großen Mutmacher*innen der Anti-Atom-Bewegung, die für mich gleichbedeutend ist mit politischem Engagement als solches. Ein klarer Stratege, einer der begeistern konnte, den auch nicht abhielt, wenn er gezielt Unrecht erfuhr und von der Polizei zusammengeschlagen wurde, einer dem kein Weg zu schwer war, der mich gelehrt hat, dass Bewegung verändern kann, so aussichtslos es auch scheinen mag. Ruhe er in Frieden und mögen x Tausende seinen Weg fortsetzen!

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Mein tiefempfundenes Mitgefühl zum viel zu frühen Tod von Jochen gilt seiner Familie und allen Mitstreitern.

  • Von: Maren Rehder
    Am: 18.01.2022

    Obwohl ich Herrn Stay kaum kannte, von ihm gelegentlich mal etwas aus der Presse erfuhr und natürlich den Newsletter von ausgestrahlt.de empfange, war ich ganz gelassen im Hinblick darauf, dass die Anti-Atom-Bewegung eine so kompetente, unnachgiebige und kritische Stimme in Jochen Stay gefunden hatte!
    Sein unangepasstes, sachlich basiertes, auf den Punkt kommendes und nimmer müdes Engagement für ein gesundes Zusammenleben und Dasein ohne Atomenergie wird uns allen fehlen! Die vielen Aktivitäten von Herrn Stay ließen mich nie vermuten, dass Ihr Leader unter einer schweren Krankheit litt.
    Voller wertschätzendem Respekt für das Engagement von Jochen Stay wünsche ich Ihnen eine gute Trauerverarbeitung, das Fortsetzen seiner Arbeit zu gegebener Zeit und übermittele Ihnen hiermit meine herzliche Anteilnahme!

  • Von: André Podszus
    Am: 18.01.2022

    Ich habe Jochen zwei Mal persönlich getroffen. Eine beeindruckende Persönlichkeit, die mit der Mischung aus Freundlichkeit, Herzlichkeit, Entschlossenheit und Integrität so viel bewirkt hat. Eine Anti-Atom-Sonne ist erloschen, hat aber viele andere entzündet. Ruhe in Frieden!

  • Von: BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Landtag Niedersachsen 
    Am: 18.01.2022

    Die Grünen im Niedersächsischen Landtag sind betroffen vom plötzlichen Tod des „.ausgestrahlt“-Gründers Jochen Stay.

    Julia Willie Hamburg, Fraktionsvorsitzende, und Miriam Staudte, atompolitische Sprecherin, erklären:

    „Wir sind erschüttert von der Nachricht vom plötzlichen Tod Jochen Stays. Mit ihm hat Deutschland einen der klarsten und engagiertesten Anti-Atom-Aktivisten verloren. Seine direkte Art, sein den Finger in die Wunde legen, hat die Atom-Debatten inhaltlich stets weitergebracht. Trotz seines manchmal konfrontativen Auftretens hatte er immer nur ein Ziel: Eine gesellschaftliche Verständigung zu erzielen und den Gesprächsfaden nicht abreißen zu lassen.

    Mit seinen Visionen für großangelegte Protestaktionen wie den Menschenketten zwischen den Atomstandorten oder der Großdemo gegen die Laufzeitverlängerung hat er gesellschaftliche Stimmungen sichtbar gemacht und Menschen die Möglichkeit gegeben, Wut und Ohnmacht  in eine politische Aktion zu verwandeln.

    Wir freuen uns, dass er mit der Aufgabe Gorlebens als Endlagerstandort einen unglaublich großen Erfolg feiern konnte. Sein Lebensziel war immer die sofortige Abschaltung aller AKW. Dass er diesen Tag des Abschaltens nicht mehr miterleben kann, stimmt uns sehr traurig. In allen Fragen des weiteren Umgangs mit dem Atommüll in Deutschland wird Jochen Stay bei der Lösungsfindung fehlen.

    Unsere Gedanken sind bei seiner Familie. Wir wünschen ihr viel Kraft in dieser schweren Zeit. “

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Der Mann selbst stirbt und vergeht, doch seine Ideen und Handlungen leben fort und hinterlassen der Menschheit einen unauslöschlichen Eindruck. Und so bekommt der Geist seines Lebens Dauer und Ewigkeit,
    beeinflusst Gedanken und den Willen und trägt dazu bei den Charakter der Zukunft zu gestalten.

    Samuel Smiles

    Mit großer Bestürzung habe ich von Ihrem Verlust erfahren. Ich kenne Jochen Stay nur von den Newslettern und einem Online Vortrag zum Endlagersuchgesetz. Er wusste wirklich auf alle Fragen einzugehen und alles so zu erklären das ich als Laie das gut verstanden habe. Und er gab sich große Mühe damit ich als Schwerhörige seinem Vortrag folgen konnte. Ich fühle mit Ihnen und seinen Freunden und Familie und wünsche Ihnen viel Halt in dieser schwierigen Zeit.

    So wie Jochen Stay die Zukunft der Anti-atombewegung begleitet und geprägt hat wünsche ich Ihnen, dass Sie die Kraft finden in seinem Namen und Vorstellungen weiter zu kämpfen und in seinem Handeln Hoffnung für die Zukunft zu finden.

  • Von: Friedhelm Bühner
    Am: 18.01.2022

    Ich habe viel von der Euphorie, welche Jochen immer wieder an seine Mitstreiter, also auch an mich  weitergegeben hat, aufgesogen und er war für mich ein Vorbild an Engagement und Einsatz für unsere Sache. Meine Gedanken gelten im Moment nur seinen Lieben, denen ich in diesen unfassbar schweren Stunden Kraft und rückblickend Stolz auf das von ihrem Jochen erreichte wünsche.

  • Von: Ralf
    Am: 18.01.2022

    Jochen war ein sehr großer Mensch. Ich lernte ihn im Wendland kennen und nach meinem Umzug nach Schleswig-Holstein war er bei meinem politischen Engagement dort immer eine große Hilfe. Ich werde ihn nie vergessen!

1997 - CASTOR Wendland - 004.jpg
Foto: Privat 1997 Castor-Blockade in Gorleben im März
  • Von: Michael Breuer
    Am: 18.01.2022

    Obwohl ich Jochen nicht persoenlich kannte, bin ich nun nah bei seiner Familie u. seinen Mitstreitern. Was bleibt mir außer Gebeten u. Spenden ... Kraft fuer Aktivitaeten habe ich nicht mehr. Jochen ist wohl darueber hinaus gegangen. Allen Hinterbliebenen viel Kraft u. Hoffnung.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Der Tod von Jochen macht auch mich traurig. In den vielen Jahren des gemeinsamen Widerstandes gegen jegliche Nutzung der Atomkraft war mir Jochen ein beständiger, bestärkender Begleiter, auch wenn ich ihn nur wenige Male bei den Protesten gegen die Castortransporte persönlich erlebt habe. Was für ein Verlust! Aber er bleibt immer mit uns verbunden, in dem was wir weiter tun. Allen, die ihm persönlich nahe waren, wünsche ich ganz viel Kraft!

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Meine herzliche Anteilnahme. Für mich waren die ausgestrahlt/ emails immer mit seinem Namen verbunden über so viele Jahre, beim Lesen  hab ich oft bewundernd gedacht und gespürt: was für ein engagierter Mensch! Er war wie ein Vorbild: dranbleiben, weitermachen… Dass er so jung gestorben ist , macht mich traurig.
    Alles Gute für den Trauerprozess an alle

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Ich bin schockiert. Ein grosser Mann.
  • Von: Gerd Schinkel
    Am: 18.01.2022

    Ich habe auf meine Weise meine Trauer um den bemerkenswerten Mann und unermüdlichen Vorkämpfer gegen atomaren Wahnsinn zum Ausdruck gebracht.

    EPITAPH FÜR JOCHEN STAY

    Es bleibt viel zu tun, noch eine Weile und jetzt,
    gehn hierzulande die Meiler auch Silvester vom Netz.
    Er ist weiter dabei, ermunternd und klar,
    und wir zeigen Ausdauer bleiben, weil‘s nötig ist, da.


    Refrain:
    Die Sonne hat noch nicht ausgestrahlt,
    der Wind sich längst nicht gedreht –
    der Kampf gegen Atomwahnsinn
    in deinem Sinn weitergeht.

    Ein Motivator mit Kraft und Ideen,
    und sobald es drauf ankam, war er immer zu sehn,
    gab so dem Widerstand neuen Schub, neuen Schwung -
    den Veteranen und denen, die neu dabei und noch jung.

    Ein Charismatiker mit Feuer im Blick,
    einladend werbend, auch mit Schalk in Genick,
    präzise in Planung, die Utopie als Vision,
    stets mit Hoffnung erfüllt, dass der Erfolg winkt als Lohn.

    Mit Mut nie verzagend, kein Verbleib im Versteck,
    im Zugriff entschieden, das Herz am richtigen Fleck,
    wenn auch nicht so belastbar, wie er sich gern gesehn,
    hörte es auf zu schlagen und blieb einfach stehn.

    Ein Wegweiser, der stets die Richtung gezeigt,
    der zu Wort sich gemeldet, nie zu schweigen geneigt.
    Unüberhörbar bleibt er so uns im Ohr.
    Wir halten den Kurs,-geht er auch schon mal vor…     

    Copyright 2022 Gerd Schinkel

  • Von: Dagmar Dehmer BGE
    Am: 18.01.2022

    Die Nachricht, dass Jochen Stay verstorben ist, hat uns alle geschockt. Jochen Stay war eine der prägenden Personen der Anti-Akw-Bewegung. Ich kenne ihn seit vielen Jahren, weil ich beim Tagesspiegel auch über die Atomthemen geschrieben habe. Die Menschenkette, die im Nachruf zurecht als ein großes Highlight erwähnt wird, habe ich damals als Reporterin begleitet – und Jochen Stay im Vorfeld auch in Hamburg besucht.

    Wir waren gleich alt, und hatten auch sonst einige Gemeinsamkeiten – und natürlich insbesondere seit ich bei der BGE arbeite – auch allerhand Trennendes.

    Ich werde Jochen Stay vermissen.

  • Von: BGE, stellv. Steffen Kanitz und Stefan Studt
    Am: 18.01.2022

    Mit Bestürzung haben wir die Nachricht über den plötzlichen Tod von Jochen Stay gelesen.
    Wir werden Jochen Stay vermissen, auch wenn er schärfer als viele andere die Arbeit der BGE immer wieder kritisiert und in Frage gestellt hat. Gerade sein Beharren auf den Grundwerten der Standortauswahl hat die BGE – und uns als Geschäftsführer - immer wieder angetrieben, besser zu werden. Ob das gelingt oder nicht, bleibt abzuwarten. Aber wir haben die Kritik von Jochen Stay immer ernst genommen und werden auch in Zukunft die Kritik von .ausgestrahlt oder anderen Organisationen der Zivilgesellschaft nicht einfach vom Tisch wischen.
    Jochen Stay hat die Anti-AKW-Bewegung als einer von mehreren führenden Köpfen über Jahrzehnte mit geprägt. Er wird nicht nur als außerparlamentarische Stimme fehlen, sondern auch als Antreiber, die Dinge immer besser machen zu wollen; und er wird menschlich fehlen. Denn bei aller Schärfe in der Sachauseinandersetzung, war der Ton unserer Gespräche doch immer höflich und interessiert. Wir denken an seine Familie, seine private und an seine öffentliche.

  • Von: Steffen Schürkens
    Am: 18.01.2022

    Seit über 30 Jahren verfolge ich als Sympathisant und Atomkraftkritiker die politischen Entwicklungen um die Energiebereitstellung, bin kaum jünger als Jochen, seit langem Mitglied in .ausgetrahlt und durfte bei den großen Demos in Berlin um 2010, und vielen anderen Aktionen, dabei sein. Ich habe Jochen Stay nie persönlich kennen gelernt. Aber ich habe
    seine Worte immer als wohl abgewogen, klar und der Dramatik der Sache, der er sich verschrieben hatte, angemessen erlebt. Als Lehrer für Wissenschaften und Aktivist, der viele Organisationen unterstützt, galt mir Jochen Stay immer als eine der relevantesten und trefflichsten Stimmen. Ich habe seine Meinung und Expertise sehr geschätzt. Schade, dass er die Entwicklungen nicht weiter begleitet, gut, dass er eine wichtige Organisation wie .ausgestrahlt mitgegründet und maßgeblich
    mitgestaltet hat, schön dass Ihr bei .ausgestrahlt weiter aktiv sein werdet.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    Ich fühle große Trauer. Mein herzlichstes und tiefstes Beileid gilt seiner Familie und engsten Angehörigen und seinem wundervollen Team, das einen ihrer Besten viel zu früh verloren hat. Jochen Stay ist und war für mich die Leitfigur im Kampf gegen Atomkraft. Ich bin traurig, dass er nun nicht mehr unter uns weilt, obgleich ich ihm nie persönlich begegnet bin. Sein unermüdliches Engagement, sein Optimismus und seine Überzeugungskraft, seine Authentizität, seine Sachkompetenz und seine Vehemenz und Ausdauer für eine Welt ohne lebensfeindliche Atomkraft (im Energie- , Forschungs- und Militärsektor) werden mir fehlen.

    Ich werde Jochen Stay als einen wundervollen, bedeutsamen und aufopfernden Menschen in Erinnerung haben, der unermüdlich für eine lebenswerte Welt bis zu seinem Tod kämpfte. Ich danke seiner Familie sehr, dass sie Jochen Stays Engagement für uns alle unter gewiss großen Opfern mitgetragen haben.

  • Von: Rudolf G. Raab
    Am: 18.01.2022

    Jochen war immer ein geradliniger, von seinen Ideen überzeugter Mensch. Auch wenn die reale Umsetzung oftmals organisatorische Schwierigkeiten machen würde, fand er Lösungswege mit Hilfe seiner engsten Vertrauten und Mitarbeiter, die er manchmal auch erst überzeugen musste und konnte. Jochen blieb unbeirrbar und schonungslos objektiv in der Art und Weise, hartnäckig den kontuierlichen Widerstand gegen Lobbyismus und Parteien, gleich welcher Couleur, aufrecht zu halten und auch jedem die Stirn zu bieten. Jochen ist für mich Sinnbild und Symbol für eine gelebte Überzeugung, die man weder mit Kritik noch mit "gut dotierten Ämtern" umdrehen kann.

  • Von: ein*e Freund*in
    Am: 18.01.2022

    „Niemals geht man so ganz,
    irgendwas von dir bleibt hier,
    es hat seinen Platz immer bei mir“.

    Trude Herr

    Ich behalte Dich in bester Erinnerung. Mach es gut mein Freund.

  • Von: Hannelore
    Am: 02.02.2022

    Ich war zutiefst berührt, als ich eure Nachricht las. Ich habe Jochen nie persönlich kennengelernt, doch habe ich seine Kraft gespürt; die hat mir als mittlerweile 63-jährige Frau immer gut getan. Auch der friedfertige, klare Ansatz im Umgang mit der Endlagersuche. Ja, die Menschen müssen wirklich mit einbezogen werden.

    Gerade füllen sich meine Augen wieder mit Tränen, die ich zulasse.

    Lieber Jochen, ich bin sehr dankbar für Deine politische Arbeit.

     

  • Von: Monika
    Am: 06.02.2022

    Leider habe ich Jochen nie persönlich kennengelernt.
    Seine positive Ausstrahlung, sein Wissen, sein Engagement, seine Begeisterung habe ich aus seinen Mails und Reden mitbekommen. ich habe große Empathie empfunden.

    Viel zu früh bist du gegangen.
    Hochachtung und vielen Dank für das was du bewegt hast.

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Foto: Privat