2. April 2009

25./26. April: Drei zentrale Anti-Atom-Demonstrationen

Tschernobyl mahnt – Atomausstieg jetzt!

„Während die Stromkonzerne vehement eine „Renaissance“ der Atomenergie fordern, erinnert uns die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl daran, dass der große Unfall jeden Tag geschehen kann – auch in den 17 deutschen Reaktoren. Atomenergie ist nicht beherrschbar, doch der Umstieg auf Erneuerbare Energien soll durch Laufzeitverlängerungen und neue AKW-Projekte langfristig verbaut werden. Dagegen setzen wir auf eine Renaissance der Anti-Atom-Bewegung,“ sagte Jochen Stay von der bundesweiten Initiative .ausgestrahlt.

In Deutschland versuchen die Atomkonzerne den Atomausstieg mit aller Macht zu torpedieren. Bereits heute müssten die Atomkraftwerke Biblis A (RWE) und Neckarwestheim 1 (EnBW) abgeschaltet sein. Doch die Betreiber versuchen mit zahlreichen Tricks die längst fällige Abschaltung zu verhindern. „Die Atomkonzerne denken nur an ihren Profit und nicht an die Sicherheit der Bevölkerung. Es ist nicht hinnehmbar, dass das AKW Neckarwestheim 2 noch bis 2021 laufen soll. Dies als Atomausstieg zu bezeichnen, ist eine Farce. Atomausstieg kann nur bedeuten, Neckarwestheim 1 und 2 sofort stillzulegen,“ sagte Herbert Würth vom Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim.

Trotz der schweren Reaktorpanne von 2007 sollen die Atomkraftwerke Krümmel und Brunsbüttel bei Hamburg wieder ans Netz gehen. „Wir fordern, dass die Reaktoren endgültig stillgelegt bleiben. Die Demo vor dem AKW Krümmel ist eine klare politische Botschaft an die Atomkonzerne und die schleswig-holsteinische Landesregierung, dass eine Wiederinbetriebnahme auf massiven Widerstand stößt,“ erklärte Jan Becker von der norddeutschen Initiative Contratom.

Die Endlagerung des Atommülls ist weltweit ungelöst. "Es gibt kein sicheres Endlager", sagte Wolfgang Ehmke für die BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. "Das ist ein weiterer zwingender Grund für einen Sofortausstieg." Trotz massiver geologischer Bedenken setzt die Atomlobby weiter auf den Salzstock Gorleben und will das Moratorium aufheben.

Auf der Demonstration in Münster stehen vor allem der massive Ausbau der bundesweit einzigen Urananreicherungsanlage in Gronau, neue Atommülltransporte nach Ahaus sowie die atomare Expansionspolitik der nordrhein-westfälischen Atomkonzerne RWE und EON im Vordergrund. Beide Konzerne wollen in mehreren europäischen Ländern bis zu 10 neue Atomkraftwerke bauen. „Wer den Atomausstieg will, muss diese Baupläne stoppen und die weitere Anreicherung von Uran verhindern. Das Zwischenlager Ahaus ist – genau wie die anderen Zwischenlager- und Endlagerprojekte – ein bundesweites Symbol für die gescheiterte Entsorgung des stetig wachsenden Atommüllberges,“ so Felix Ruwe von der BI „Kein Atommüll in Ahaus“ und Willi Hesters vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Auf den drei Demonstrationen und Kundgebungen werden auch RednerInnen aus mehreren europäischen Ländern sprechen, da gerade mit Blick auf die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl klar geworden ist, dass die hochgefährliche Atomkraft nur in einer grenzüberschreitenden Kooperation der Anti-Atomkraft-Initiativen überwunden werden kann. „Atomenergie ist eine Energie von gestern, die auf Jahrtausende strahlende Ruinen hinterlässt. Ein Weiterbetrieb der Atomanlagen ist deshalb absolut unverantwortlich. Wir rufen zum konsequenten Protest und Widerstand gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke auf“, so die Anti-Atom-Initiativen in einer gemeinsamen Erklärung

www.ausgestrahlt.de/atom/demos2009

Contratom

BI Umweltschutz Lüchow-Dannenberg

Aktionsbündnis CASTOR-Widerstand Neckarwestheim

BI „Kein Atommüll in Ahaus“

Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen

 


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.ausgestrahlt
Jochen Stay
Telefon: 0170 9358759