25. April 2012

26 Jahre Tschernobyl: Der Ausstieg ist auf halber Strecke steckengeblieben

AKW-Laufzeiten bis 2022 sind ein Skandal / Demonstration am Samstag in Gorleben / Aktionen im ganzen Bundesgebiet

Zum morgigen 26. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Nach Tschernobyl wurden in Deutschland keine neuen Atomkraftwerke mehr gebaut. Nach Fukushima wurde die Hälfte der Reaktoren in der Bundesrepublik abgeschaltet. Was muss denn noch passieren, damit auch die restlichen neun AKW vom Netz gehen? Die im letzten Jahr im Bundestag beschlossenen Laufzeiten bis 2022 sind ein Skandal, denn die Reaktorsicherheitskommission des Bundes hat bei jedem der noch laufenden Meiler Sicherheitsdefizite festgestellt. Mit der merkelschen ‚Neubewertung des Restrisikos‘ ist es also leider nicht weit her. Der
Ausstieg ist auf halber Strecke steckengeblieben.

Japan zeigt uns derzeit, was möglich ist: Dort wird Anfang Mai der letzte von 54 Reaktoren heruntergefahren – ein Quasi-Ausstieg innerhalb von 14 Monaten, ohne dass die japanische Wirtschaft und der Alltag des Inselstaates zusammenbrechen.

Für uns sind Tschernobyl und Fukushima Mahnung und Antrieb zugleich, um uns weiter mit aller Kraft dafür einzusetzen, dass alle Atomkraftwerke
vor dem nächsten Super-GAU stillgelegt werden.“

Anlässlich des 26. Tschernobyl-Jahrestages werden am Samstag Tausende in Gorleben demonstrieren. Weitere Veranstaltungen und Aktionen gibt es im ganzen Bundesgebiet.


Kontakt

.ausgestrahlt
Jochen Stay
Telefon: 0170 9358759