26. April 2009

3.000 fordern Ausstieg aus Atomenergie

Drei große Demonstrationen am Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe

An die 3.000 Menschen haben am Wochenende bundesweit gegen die weitere Nutzung der Atomenergie demonstriert. "Der lang versprochene Ausstieg aus der Atomkraft muss endlich umgesetzt werden", forderte Jochen Stay von der bundesweiten Anti-Atom-Initiative .ausgestrahlt. "Wenn Parteien und Stromkonzerne weiter auf Atomstrom setzen, wird dies zu weiteren Protesten führen." Für den 5. September kündigte Stay eine bundesweite Großdemonstration in Berlin an.

In Krümmel (bei Hamburg), in Münster und in Neckarwestheim fanden drei große Demonstrationen zum 23. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe statt. "In jedem Reaktor kann es an jedem Tag zu einem katastrophalen Störfall kommen. Es gibt kein Atomkraftwerk, das zu hundert Prozent sicher ist", sagte Stay. "Die Geschichte der deutschen Atomreaktoren ist gespickt mit Bedienfehlern und Baumängeln." Erst diese Woche war im Atomkraftwerk Biblis B wegen eines Defekts radioaktive Flüssigkeit ausgetreten. Die AKW Krümmel und Brunsbüttel sind seit fast zwei Jahren außer Betrieb, weil immer neue Mängel und Risse bekannt wurden.

Schon im Alltagsbetrieb gehe von den Reaktoren eine ständige Gesundheitsgefahr aus. "Rund um Atomkraftwerke erkranken deutlich mehr Kinder an Leukämie als an anderen Orten", erinnerte Stay. „Deshalb müssen wir jetzt mit dem Ausstieg ernst machen: Das AKW Krümmel darf nicht wieder angefahren werden!"

Vor dem AKW Neckarwestheim in Baden-Württemberg demonstrieren zur Stunde etwa 250, vor dem AKW Krümmel bei Geesthacht (Schleswig-Holstein) 1.500 Menschen. Bereits am gestrigen Samstag zogen rund 1.000 Atomkraftgegner durch Münster. Darüber hinaus finden in zahlreichen Städten Veranstaltungen, Mahnwachen und Proteste statt. Am 26. April 1986, vor 23 Jahren, explodierte ein Atomreaktor in Tschernobyl (Ukraine). Tausende Menschen starben, in ganz Europa wurden erhöhte Strahlenwerte gemessen, Lebensmittel wurden radioaktiv belastet.

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