7. August 2019

AKW Mülheim-Kärlich: Mahnmal für teuren Irrweg

Kühlturm-Einsturz für Freitag geplant / Gesamter Abriss kostet über eine Milliarde / Atommüll-Problem ungelöst

Am kommenden Freitag, den 9. August, sollen die 80 m hohen Reste des Kühlturms des AKW Mülheim-Kärlich (Rheinland-Pfalz) kontrolliert in sich zusammenfallen.

Dazu erklärt Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Mit dem Fall des Kühlturms verschwindet das weithin sichtbare Wahrzeichen des Atomkraftwerks. Doch der eigentliche Abriss des Meilers ist damit noch längst nicht abgeschlossen. Er wird noch mindestens zehn weitere Jahre dauern. Als strahlendes Erbe bleiben auch große Mengen radioaktiver Abfälle übrig, die für eine Million Jahre gelagert werden müssen. Ein dauerhaftes Lager, das so lange Sicherheit verspricht, ist noch nirgends gefunden.

Das AKW Mülheim-Kärlich war nur 13 Monate in Betrieb. Der Abriss kostet mehr als eine Milliarde Euro. Versprochen wurde beim Bau billiger Atomstrom. Übrig geblieben ist ein Desaster. Eigentlich hätte man den Kühlturm als Mahnmal für den teuren Irrweg der Atomenergie-Nutzung stehen lassen sollen.

In gewisser Weise läuft Mülheim-Kärlich in Bayern weiter: Die rot-grüne Bundesregierung hat 2001 dem Betreiber RWE die Zusage gemacht, dass andere Atomkraftwerke länger laufen dürfen, da der Reaktor zwischen Neuwied und Koblenz nur so kurz in Betrieb war. Das führt aktuell dazu, dass das altersschwache bayerische AKW Gundremmingen noch immer am Netz ist, obwohl sich dort die Störfälle häufen.“

Kontakt

.ausgestrahlt
Jochen Stay
Telefon: 0170 9358759