24. März 2020

AKW nicht systemrelevant: Revision mit über 1.000 Menschen befeuert Pandemie

Stromversorgung auch ohne AKW gesichert / Pandemie eingrenzen heißt, auf unnötige Industrieanlagen verzichten

Das niedersächsische Umweltministerium hat wegen der Corona-Pandemie Sicherheitsbedenken gegen die ab 12. April geplante jährliche Revision des AKW Grohnde bei Hameln geltend gemacht. Bei einer Revision kommen rund 1.000 zusätzliche Personen von Fremdfirmen auf die Anlage, um Sicherheits-Checks durchzuführen und Brennelemente zu tauschen. Das Ansteckungsrisiko ist dabei immens.

Dazu erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Atomkraftwerke sind nicht systemrelevant für die Stromversorgung. Schon in normalen Zeiten geht es ohne sie. Wenn nun, wie derzeit, der Stromverbrauch aufgrund der Corona-Krise deutlich absinkt, sind sie gleich doppelt verzichtbar. Deshalb muss zum Schutz vor einer weiteren Ausbreitung der Pandemie eine personalintensive Revision unterbleiben. Stattdessen müssen die noch sechs in Deutschland laufenden Reaktoren abgeschaltet werden: Die Betriebsmannschaften sollten – bis auf die für die Anlagensicherheit notwendigen Personen – nach Hause geschickt werden. Damit erhöht sich auch die Wahrscheinlichkeit, dass genügend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gesund bleiben, um die weiter notwendigen Arbeit in einem heruntergefahrenen Kraftwerk gewährleisten zu können.“

Kontakt

.ausgestrahlt
Jochen Stay
Telefon: 0170 9358759