8. September 2010

Anti-Atom-Proteste erleben massiven Zulauf

Laufzeiten-Entscheidung der Bundesregierung entfacht gesellschaftlichen Gegenwind

Zur gesellschaftlichen Stimmung nach der Entscheidung der Bundesregierung, die Laufzeiten der Atomkraftwerke deutlich zu verlängern, erklärt Jochen Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Die atom-radikale Bundesregierung muss mit massivem gesellschaftlichen Gegenwind rechnen. Überall regt sich empörter Protest gegen den Weiterbetrieb der Atomkraftwerke. Die bundesweite Anti-Atom-Großdemonstration am 18. September in Berlin wird deutlich größer werden, als ursprünglich geplant.

Seit Sonntag-Nacht rennen uns die Leute die Bude ein. Die Buchungszahlen für die drei Sonderzüge nach Berlin steigen sprunghaft an. Aus bisher 137 Städten werden Busse nach Berlin fahren. Täglich werden weitere Busse gebucht. In der letzten Woche wurden bei uns täglich 20 bis 30 Pakete mit Flugblättern, Plakaten und Anti-Atom-Fahnen bestellt. Am Montag waren es 99, am Dienstag 181. Andere Umweltorganisationen berichten ähnliches.

Wir bekommen Mails von Menschen, die noch nie auf einer Demonstration waren und sich nun erstmals beteiligen wollen, weil sie nicht bereit sind hinzunehmen, dass die Regierung nur noch Erfüllungsgehilfin der Stromkonzerne ist.

Selbst die Basis von CDU und CSU lässt sich trotz eines am Montag vorsorglich verschickten Sprachregelungs-Briefes von Generalsekretär Hermann Gröhe nicht ruhigstellen. In vielen Kreisverbänden regt sich Widerspruch.

Die Regierung hat es mit ihrer extremen Entscheidung vom Sonntag geschafft, so viele Menschen gegen sich aufzubringen, dass es uns möglich erscheint, die Atom-Pläne zu kippen.

Die Bundeskanzlerin sprach davon, dass das Energiekonzept eine Revolution bedeutet. Wenn Angela Merkel nicht aufpasst, wird es eine Revolution ganz anderer Art geben: Wer AKW-Laufzeiten verlängert, verkürzt seine Regierungszeit.“


.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen Protest zu machen.


Kontakt

.ausgestrahlt
Jochen Stay
Telefon: 0170 9358759