15. August 2019

Asse: Fünf Milliarden sind erst die halbe Miete

Kostenschätzung bezieht sich nur auf die Vorbereitung der Rückholung von 126.000 Fässern / Die Bergung selbst kostet weitere Milliarden / Statt der Abfallverursacher zahlt die Allgemeinheit

Zur Meldung des Tagesspiegel, die Kosten für das marode Atommüll-Lager Asse könnten bis zu fünf Milliarden Euro betragen, erklärt Jochen Stay von der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Die neusten Kostenschätzungen für das vom Absaufen bedrohte Atommüll-Lager im ehemaligen Salzbergwerk Asse II bei Wolfenbüttel belaufen sich laut Tagesspiegel, der sich dabei auf den Bundesrechnungshof bezieht, auf fünf Milliarden Euro. Allerdings umfasst dieser Betrag lediglich die bis 2033 anfallenden Kosten. Erst dann soll mit der Rückholung und Neuverpackung der über 126.000 Atommüll-Fässer aus dem Bergwerk begonnen werden, die mit Sicherheit etliche weitere Milliarden verschlingen wird. Die Gesamtaufwendungen zur Aufarbeitung des Asse-Desasters könnten also gut und gerne doppelt so hoch ausfallen.

Das Geld kommt nicht aus dem Atom-Fonds, in den die Stromkonzerne einmalig 24 Milliarden Euro eingezahlt haben. Bezahlt wird das alles aus dem Bundeshaushalt, also von der Allgemeinheit. Die privaten Betreiber der Atomanlagen, aus denen der Asse-Müll ursprünglich stammt, werden dafür nicht zur Kasse gebeten.

Die Ausgaben-Entwicklung der Asse gibt einen ersten Eindruck davon, was in Sachen Atommüll noch an Kosten und Gefahren auf die Gesellschaft zukommt. Auch deshalb ist es keine gute Idee, das Klima mit dem Einsatz von Atomenergie retten zu wollen.“

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.ausgestrahlt
Jochen Stay
Telefon: 0170 9358759