5. September 2009

Atomkraftgegner kündigen weitere Proteste an

Größte Anti-Atom-Demonstration seit 23 Jahren beflügelt Protestbewegung

Nach der größten Anti-Atom-Demonstration in der Bundesrepublik seit dem Tschernobyl-Jahr 1986 geht die Protestbewegung gegen Atomenergie gestärkt in die Auseinandersetzung der nächsten Monate. Die Organisatoren der Demonstration kündigten weitere Proteste direkt nach der Bundestagswahl an, wenn in den Koalitionsverhandlungen die Entscheidung über die Zukunft der Atomenergie fällt.

„Wir haben den Parteien heute gezeigt, womit zu rechnen ist, wenn der lang angekündigte Atomausstieg nicht umgehend umgesetzt wird. Die Anti-Atom-Sonne ist kein Relikt aus den 80er Jahren, sondern das hochaktuelle Symbol einer starken Protestbewegung“, so Jochen Stay, Sprecher der bundesweiten Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt. „Nach all unserer Erfahrung wird es nicht ausreichen, bei der Bundestagswahl atomkritische Parteien zu wählen. Deshalb werden wir unabhängig vom Wahlausgang die Koalitionsverhandlungen zur Bildung einer neuen Bundesregierung mit Protesten begleiten.“

Die Anti-Atom-Bewegung wird in der Zeit der Koalitionsverhandlungen eine „ständige Vertretung“ in Berlin einrichten und bei jeder Verhandlungsrunde vor Ort demonstrieren. Zum Start der Koalitionsgespräche ist eine Aktion „Wir laufen uns warm für den Widerstand“ geplant, um der künftigen Regierung deutlich zu machen, was ihr blüht, wenn die Atomkraftwerke weiter am Netz bleiben. Außerdem werden Anti-Atom-Initiativen im ganzen Bundesgebiet in den nächsten Wochen große Banner gegen Atomenergie herstellen, die dann in Berlin zusammengenäht werden. „Wir planen das größte Anti-Atom-Banner der Welt und werden die Koalitionäre damit einwickeln“, so Stay

In Berlin haben heute mehr als 50.000 Menschen für die Stilllegung der Atomkraftwerke demonstriert. Beteiligt waren auch 350 Bäuerinnen und Bauern mit ihren Traktoren, vornehmlich aus dem Landkreis Lüchow-Dannenberg, wo der Protest gegen die Atomanlagen in Gorleben seit 32 Jahren nicht kleinzukriegen ist.

„Wir werden jetzt nicht mehr lockerlassen. Denn wir haben heute feststellen können, dass der Protest gegen Atomenergie durch alle Bevölkerungsschichten geht“ so Stay. „Wenn die Politik den alten Streit um die Atomkraft weiter befeuern will, kann sie das haben. Es geht wieder los!“


Kontakt

.ausgestrahlt
Jochen Stay
Telefon: 0170 9358759