29. April 2009

Atommüllkammer in Asse einsturzgefährdet

ausgestrahlt: Kammern räumen, Kosten Stromkonzernen auferlegen

Zur akuten Einsturzgefahr in Kammer 7 der Atommüllkippe Asse-II erklärt Jochen Stay, Sprecher der bundesweiten Anti-Atom-Kampagne .ausgestrahlt:

„Mit der Asse stürzt auch die Glaubwürdigkeit der Atomkonzerne ein. Jahrzehntelang behaupteten diese, das Atommülllager sei sicher. Das Gegenteil ist der Fall.

Noch bis vor etwa einem Jahr wurden Besuchergruppen durch die Kammer 7 geführt. Nun sollen erneut Fakten geschaffen werden, unter dem Deckmäntelchen einer akuten Gefahr. Anstatt Salz einzublasen und so eine Rückholung des Atommülls extrem zu erschweren, müssen die betroffenen Atommüll-Kammern schnellstmöglich geräumt werden. Die Kosten für diese Gefahrenabwehrmaßnahmen sind den Verursachern aufzuerlegen – das sind zu drei Vierteln die Atomkonzerne EnBW, E.on, RWE und Vattenfall.“

Udo Dettmann vom atomkritischen Koordinationskreis Asse II erklärt:

„Löserfälle sind in Salzbergwerken normale Ereignisse, wenn die Decke nicht gewartet wird. Spätestens seit dem Jahreswechsel, als in einer anderen Kammer schon einmal ein Löserfall drohte, hätten entsprechende Sicherungsprogramme starten müssen. Das Problem liegt nicht im Löserfall, sondern im Atommüll. Ohne Atommüll in der Kammer wäre ein Löserfall bedeutungslos.“

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Bereits zum Jahreswechsel 2008/2009 wurde bekannt, dass in einer anderen Kammer mit Atommüll ein Löserfall drohte. Diese Kammer wurde daraufhin besser zum Rest der Grube hin abgedichtet.

Der erneute Löser in Kammer 7 kann so neu nicht sein, da für das Zuschütten der Kammer mit Salzgrus bereits die Genehmigung vorliegt. Im Ostfeld des Atommülllagers in Morsleben wollte das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) vor einiger Zeit ebenfalls eine Einlagerungskammer mit Salzgrus verfüllen, um die Gefahr bei Löserfällen zu verringern. Hierfür erhielt das BfS keine Genehmigung der Aufsichtsbehörde, da das Zuschütten alternativen Konzepten für die Schließung von Morsleben entgegenstehen könnte. Auch in der Asse steht das Zuschütten einer späteren Bergung des Atommülls, wie sie der Optionenvergleich empfehlen könnte, entgegen.

 

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